Österreich

Diskussion um Öffnungszeiten geht weiter

Wien - 03.08.2011, 12:10 Uhr


In der österreichischen Hauptstadt Wien geht die Diskussion über die Apothekenöffnungszeiten am Samstag weiter: Die Apothekerkammer Wien spricht sich für eine kundenfreundliche Lösung aus.

Laut Apothekerkammer Wien versorgen 310 Apotheken die österreichische Hauptstadt mit Arzneimitteln. Wien sei europaweit vorbildhaft, was die Leistungen der Apotheken wie Nachtdienste, Beratung und Produktqualität betreffe. „Wir Apothekerinnen und Apotheker stellen in unserer Arbeit das Kundenwohl an erste Stelle. Ich bin davon überzeugt, dass wir auch bei der Frage um die Öffnungszeiten eine kundenfreundliche Lösung erarbeiten. Im Moment befinden wir uns noch in einem internen Diskussionsprozess", sagte die Präsidentin der Apothekerkammer Wien, Ilona-Elisabeth Leitner.

Auf Ablehnung stößt die Diskussion hingegen beim Verband Angestellter Apotheker Österreichs: „Längeres Offenhalten der Apotheken an Samstagnachmittagen ist ein Thema, das regelmäßig von einigen Branchenkollegen aufgewärmt wird. Die Sinnhaftigkeit unter dem Aspekt der Medikamentenversorgung der heimischen Bevölkerung steht dabei aber nicht zur Debatte", ist Mag. pharm. Raimund Podroschko, Vizepräsident des Verbands Angestellter Apotheker Österreichs (VAAÖ), überzeugt.

In der Diskussion um die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten nimmt der Verband eine klare Position ein: Samstagnachmittag offen zu halten, ist lediglich ein Vorteil für ein paar Rosinenpicker, deren Apotheken an Standorten in einer hohen Frequenzlage, wie beispielsweise in Einkaufszentren, liegen. Damit würden die, deren Lage ohnehin schon vorteilhaft ist, noch mehr profitieren. Die Schere zu benachteiligten Standorten geht dann noch weiter auf, das können wir in einem gesundheitlichen Solidarsystem, in dem alle die gleichen Versorgungspflichten haben, nicht akzeptieren", betont Podroschko.

Als viel wichtiger sieht der VAAÖ das Anliegen der Wiener Lokalpolitik, die Apothekenöffnungszeiten jenen der Ordinationsöffnungszeiten von Ärzten anzupassen. „Das würde wirklich Vorteile für die Patienten und die Versorgung der Bevölkerung bringen", ist der VAAÖ-Vertreter überzeugt. Nur „einfach länger offen zu halten", sei kein Geschäft für die Apotheken. Denn bei unverändertem Personalstand verlagere sich die Arbeit auf mehr Stunden bei gleichbleibenden Umsätzen und führt daher unweigerlich zu einer geringeren Dichte an fachlich qualifiziertem Personal.


Lothar Klein


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