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Interessenverband EPHEU in Wien gegründet

Dachverband der angestellten Apotheker in Europa

Angestellte Apothekerinnen und Apotheker werden künftig in ihren beruflichen Interessen auf europäischer Ebene vertreten. Am 21. Januar unterzeichneten in Wien sechs Gründungsmitglieder aus fünf Ländern (Belgien, Deutschland, Frankreich, Kroatien, Österreich) die Statuten des "Europäischen Verbandes der in öffentlichen Apotheken angestellten Apotheker". ADEXA ist Mit-Initiator und deutsches Gründungsmitglied des Verbandes.

Die Teilnehmer des EPHEU-Gründungstreffens (von links): Marc-Henry Cornély, OPHACO, Belgien; François Aucouturier, CFE-CGC, Frankreich; Daniel Lefevre, Ordre National des Pharmaciens, Frankreich; Maja Jakševac Mikša, Pharmazeutische Gesellschaft, Kroatien; Mag. pharm. Ulrike Mayer, VAAÖ, Österreich; Dr. Serge Caillier, Ordre National des Pharmaciens; Katharina Fehir Sola, Pharm. Gesellschaft, Kroatien; Mag. pharm. Raimund Podroschko, VAAÖ; Barbara Neusetzer, ADEXA. Foto: ADEXA

"Gute Arbeitsbedingungen sind für alle angestellten Apotheker in Europa wichtig – und auch für den beruflichen Nachwuchs", unterstreicht ADEXAs Erste Vorsitzende Barbara Neusetzer, die in Wien zu den Unterzeichnern gehörte. "Die Forderung nach sicheren und familienfreundlichen Arbeitsplätzen, attraktiven Gehältern und praxisnahen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten verbindet Pharmazeuten in Berlin und Brüssel, Paris, Wien und Zagreb, aber auch in allen anderen europäischen Ländern, und in Großstädten ebenso wie in ländlichen Regionen."

Natürlich gibt es auch erhebliche Unterschiede, bedingt beispielsweise durch nationale rechtliche Vorgaben wie Niederlassungsfreiheit, Organisationspflicht, Distributionswege wie Versandhandelserlaubnis und ärztliche Hausapotheken u. a. "Durch den Informationsaustausch, der unter anderem über eine gemeinsame Website und regelmäßige Veranstaltungen organisiert werden soll, wollen wir den angestellten Apothekern die Mobilität innerhalb der Mitgliedstaaten erleichtern", so Neusetzer zu den Zielen des Verbandes. "Außerdem wollen wir bei neuen gesetzlichen Regelungen auf EU- und nationaler Ebene die Interessen unserer Zielgruppe einbringen und vertreten."

Mitglieder des Verbandes sind Gewerkschaften und Apothekerkammern, die wie in Frankreich speziell für angestellte Apotheker federführend sind, sowie Berufsverbände der beteiligten Länder: neben ADEXA der Verband Angestellter Apotheker Österreichs (VAAÖ), für Frankreich die Sektion D der Apothekerkammer und die Gewerkschaft CFE-CGC Chimie, die jeweils die angestellten Pharmazeuten vertreten, die Vereinigung der Apothekenkooperativen von Belgien (OPHACO) und die Pharmazeutische Gesellschaft Kroatiens. In etwa einem Monat rechnen die Gründer mit der offiziellen Bestätigung des Verbandes durch die zuständige österreichische Vereinsbehörde.

Die erste Generalversammlung ist für den 29. und 30. Juni 2012 in Brüssel angesetzt. Dort wird der Vorstand gewählt und eine Geschäftsordnung vereinbart.

"Wir haben uns mit EPHEU für eine Namenskurzform entschieden, die eingängig sein sollte, aber auch der künftigen Verbandssprache Englisch Rechnung trägt", erläutert Neusetzer die abweichende Abkürzung für "Employed Pharmacists in Europe".


EPHEU: Aus den Verbandsstatuten


Der neue Verband trägt den Namen "Europäischer Verband der in öffentlichen Apotheken angestellten Apotheker" (engl. "European Association of Employed Community Pharmacists", offizielle Kurzbezeichnung: EPHEU für "Employed Pharmacists in Europe"). Der Verbandssitz ist Wien; die Tätigkeit soll sich auf ganz Europa erstrecken.

Zweck des Verbandes ist u. a.:

  • die beruflichen, rechtlichen, sozialen und gesellschaftspolitischen Interessen der angestellten Apotheker Europas zu vertreten,

  • die Aufgaben angestellter Apotheker im Interesse des öffentlichen Gesundheitswesens zu fördern,

  • wissenschaftliche und berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Pharmazeuten zu fördern,

  • die Freizügigkeit angestellter Apotheker im Sinne der Patienten zu erleichtern,
  • eine Kommunikationsplattform für angestellte Apotheker, die wissenschaftliche Gemeinschaft und die Regulierungsbehörden zu bieten.

Der Verband will sich auf verschiedenen Ebenen und durch den Einsatz diverser Mittel (Presse, Website, Ausschussarbeit u. v. m.) berufspolitisch für gute Arbeitsbedingungen und die o. g. Interessen der in öffentlichen Apotheken angestellten Apotheker einsetzen.

Zusammen mit dem VAAÖ hatte der ADEXA-Vorstand bereits 2008 die Initiative für ein Interessennetzwerk auf europäischer Ebene angedacht und diskutiert. Seitdem haben diverse Treffen mit einer zunehmenden Zahl an internationalen Interessenvertretern stattgefunden. "Wir wünschen uns, dass der Verband weiter wächst und wir ein engmaschiges Netzwerk aufbauen können", so Barbara Neusetzer im Namen aller Mitglieder von EPHEU. 


Dr. Sigrid Joachimsthaler



DAZ 2012, Nr. 5, S. 95

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