Österreich

Gesundheitsminister: Keine Arzneien im Supermarkt

Berlin - 26.01.2011, 10:22 Uhr


Mit Blick auf die in Österreich vereinbarte Kooperation zwischen der Drogeriemarkt-Handelskette dm und der schweizerischen Versandapotheke „Zur Rose“ hat sich der sozialdemokratische Gesundheitsminister des Alpenstaates gegen eine Lockerung des Apothekenrechts in Österreich ausgesprochen.

Apothekerkammerpräsident Heinrich Burggasser sprach bei der Eröffnung von einem schwierigen Jahr, das hinter den Apothekern in Österreich läge, aber auch von positiven Ereignissen. So hätte der EuGH (auch) die nationalen österreichischen Regelungen rund um das Konzessionswesen, Apothekenketten bestätigt. Im April 2011 würden die Pilotversuche zur E-Medikation – ehemals von Apothekern als Arzneimittel-Sicherheitsgurt erfunden – in drei Regionen Österreichs starten. Sicherheit in Arzneimittelfragen sei das, was die Bevölkerung und auch die Politik wollten. Der Standesvertreter: „Beratung wirkt.“

Sorgen bereitet Österreichs Apotheken aber die neue Kooperation: dm Österreich wird künftig mit der Schweizer Versandapotheke „Zur Rose“ zusammenarbeiten. Diese verkauft rezeptfreie Markenarzneien um bis zu 40 Prozent billiger als stationäre Apotheken. Die Schweizer haben bereits 30.000 Kunden in Österreich. Die Drogeriemärkte sollen künftig vor allem das Angebot bewerben – etwa, indem Kataloge in den Filialen ausliegen.

„Da uns in Österreich im stationären Handel die Hände gebunden sind, haben wir die Kooperation mit ,Zur Rose‘ gesucht“, so dm-Marketingchef Harald Bauer. Österreichischen Apotheken ist der Onlinehandel mit rezeptfreien Arzneien verboten. Diese kann man im Netz trotzdem kaufen: Ausländische Anbieter dürfen Arzneien mit österreichischer Zulassungsnummer kaufen und diese aus dem Ausland wieder nach Österreich verkaufen. Auch „Zur Rose“ wird aus dem böhmischen Ceska Lípa nach Österreich liefern.


Lothar Klein


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