Arzneimittel-Versandhandel

Österreich: Jeder Zehnte kauft OTC online – aber wo?

Remagen - 17.09.2018, 09:05 Uhr

In Österreich kauft nur jeder Zehnte OTC und Nahrungsergänzungsmittel online. ( r / Foto: Imago)

In Österreich kauft nur jeder Zehnte OTC und Nahrungsergänzungsmittel online. ( r / Foto: Imago)


Der Arzneimittel-Versandhandel steckt in Österreich nach wie vor in den Kinderschuhen. Etwas länger als drei Jahre dürfen registrierte Apotheken OTC-Präparate versenden, bislang haben nur etwa 60 Apotheker eine Versandlizenz. Das Marktforschungsinstitut IQVIA Österreich hat nun eine repräsentative Verbraucherumfrage zur Bedeutung des Versandhandels mit rezeptfreien Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln im Vergleich zu anderen Distributionswegen im Alpenland durchgeführt.

Im Rahmen einer telefonischen Omnibusbefragung der GfK Österreich waren im Sommer 2018 1.000 erwachsene Personen und Jugendliche ab 15 Jahren befragt worden, laut IQVIA Österreich eine repräsentative Auswahl für die Bevölkerung in diesen Altersgruppen.  Etwa jeder zehnte Befragte gibt an, im letzten halben Jahr derartige Produkte im „klassischen Versandhandel“, d. h. über eine Bestellung im Internet mit anschließender Lieferung nach Hause gekauft zu haben. 6,9 Prozent taten dies über die Homepage einer österreichischen Apotheke und 2 Prozent über eine deutsche Versandapotheke. 2,3 Prozent bezogen entsprechende Produkte über eine sonstige Homepage.

Zwei Drittel gingen in die Apotheke vor Ort

Damit ist dieser Distributionskanal im Vergleich zu anderen der dritthäufigste nach der österreichischen öffentlichen Apotheke vor Ort (68 Prozent) und dem Vor-Ort-Drogeriefachhandel bzw. Drogerieketten wie dm, bipa, Müller, die etwa zu gleichen Teilen auf einen Anteil von 29,6 Prozent kommen. Rund ein Viertel gab an, in diesen Zeitraum überhaupt keine solchen Produkte gekauft zu haben.

Für IQVIA überraschend, scheinen soziodemografische Kriterien wie Alter, Geschlecht oder Bundesland bei den Einkaufsgewohnheiten der Österreicher hinsichtlich rezeptfreien Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln eine geringe Rolle zu spielen.

In naher Zukunft wenig Änderungen

„Die Ergebnisse dieser Befragung spiegeln unsere Erfahrungen mit dem Versandhandel wider“, kommentiert der Geschäftsführer der österreichischen Niederlassung von IQVIA Martin Spatz die Ergebnisse. In der nahen Zukunft erwarten die IQVIA-Marktforscher nach der Erhebung wenige Änderungen. Auf die Frage, wie wahrscheinlich sie in den nächsten sechs Monaten rezeptfreie Medikamente und/oder Nahrungsergänzungsmittel im Internet bestellen und sich liefern lassen würden, gaben 13 Prozent der Personen an, diesen Vertriebskanal nutzen zu wollen. Auch hier wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den soziodemografischen Kriterien festgestellt.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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