Gesundheitspolitik

Österreich: Zur Rose und dm kooperieren

Schweizer Unternehmen will weiter in den österreichischen OTC-Markt dringen

Wien (ks). In Deutschland kooperieren die dm-Drogeriemärkte schon seit einigen Jahren mit einer ausländischen Versandapotheke, der Europa Apotheek Venlo. Nun haben auch die dm-Märkte in Österreich einen Apotheken-Partner gefunden: Die zur "Zur Rose Gruppe" gehörende VfG-Versandapotheke soll dm-Kunden künftig verstärkt mit OTCArzneimitteln versorgen.

Der Versandhandel mit Arzneimitteln ist in Österreich zwar grundsätzlich verboten – nach den Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs gilt dies aber nur für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Rezeptfreie und in Österreich zugelassene Arzneimittel können dagegen von Versandapotheken mit Sitz in der EU an österreichische Kunden verkauft werden.

Bereits seit drei Jahren nutzt die der schweizerischen "Zur Rose Gruppe" zugehörige und in Ceska Lipa (Tschechische Republik) ansässige VfG – Versandapotheke für Gesundheit – diese Möglichkeit. Sie hat eigenen Angaben zufolge bereits 30.000 Kunden in Österreich und ist damit die größte Apotheke für rezeptfreie Arzneimittel und Gesundheitsprodukte. Nun will das Schweizer Unternehmen noch weiter in die österreichische Arzneimittellandschaft dringen. Wie "Zur Rose" am 20. Januar mitteilte, setzen VfG und dm nun auf eine enge Partnerschaft. Die dm-Märkte sollen ab sofort ihre Kundinnen und Kunden über die Bestellmöglichkeit bei der VfG informieren. Dabei handele es sich um in Österreich original zugelassene, aber deutlich günstigere, rezeptfreie Arzneimittel – versprochen wird eine Preisersparnis von bis zu 40 Prozent gegenüber dem in Österreich üblichen Apothekenpreis. Anders als bei der Kooperation der deutschen dm-Märkte mit der Europa Apotheek Venlo ist kein Pick-up-Modell vorgesehen. Die österreichischen Kunden bestellen im Internet, per Telefon, schriftlich oder per Fax, ihre Ware erhalten sie binnen drei bis fünf Tagen nach Hause geliefert. Ab einem Einkauf von 45 Euro entfallen die Versandkosten.

"Unsere attraktiven Preise ermöglichen wir durch den Großeinkauf von original österreichischen Markenartikeln. Diese Preisersparnis geben wir gerne an unsere Kundinnen und Kunden weiter", erklärte Walter Oberhänsli, Gründer und CEO der "Zur Rose Gruppe", anlässlich des Starts der Kooperation. Vollmundig spricht er vom "Gesundheitshunderter" – denn so viel könne eine österreichische Durchschnittsfamilie jedes Jahr sparen, wenn sie rezeptfreie Arzneimittel über Zur Rose bestellt. Rainer Seiler, Geschäftsführer der VfG, verspricht: "Den österreichischen Kunden bieten wir alle Leistungen einer etablierten Versandapotheke: einfache Bestellung, schnelle und diskrete Lieferung und höchste pharmazeutische Qualität und Sicherheit."

Die 1993 gegründete Zur Rose Gruppe ist in der Schweiz mit rund 250.000 Kunden die führende Versandapotheke und einer der zwei bedeutendsten Arztpraxenbelieferer. Das Unternehmen hat 2004 – nachdem der Arzneimittelversandhandel in Deutschland erlaubt wurde – auch hierzulande ein Dienstleistungsunternehmen für den Arzneimittelversand aufgebaut: die Zur Rose Pharma GmbH mit Sitz in Halle (Saale). Dieses Geschäftsmodell ist allerdings derzeit Gegenstand eines Gerichtsverfahrens (siehe hierzu DAZ 2010, Nr. 48, S. 22). Vor drei Jahren expandierte Zur Rose nach Österreich. Die jetzt startende Kooperation mit dm läuft unter der Marke Zur Rose, als weiterer Vertriebsweg der VfG.



AZ 2011, Nr. 4, S. 2

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