Pharmaindustrie

GlaxoSmithKline will Forschung einschränken

05.02.2010, 12:52 Uhr


Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (gsk) hat am 4. Februar sein Bilanz für das Geschäftsjahr 2009 vorgestellt. Trotz eines guten Ergebnisses kündigte der Vorstandschef Andrew Witty ein Programm

Der Umsatz von gsk stieg gegenüber dem Vorjahr um 16% auf 28,4 Milliarden Pfund (32,3 Mrd. Euro), der Gewinn vor Steuern sogar um 19% auf 7,9 Mrd. Pfund. Etwa ein Drittel des Umsatzes erwirtschaftet gsk Europa, etwas mehr als ein Drittel in den USA und den Rest in der übrigen Welt. Das umsatzstärkste Präparat (5 Mrd. Pfund) ist die inhalative Salmeterol-Fluticason-Kombination Viani, die in Großbritannien Seretide, in den USA Advair heißt.

Die Virustatika insgesamt erbrachten 4,2 Mrd. Pfund, wobei der HIV-Wirkstoff Lamivudin allein und in verschiedenen Kombinationen (Epivir, Combivir, Kivexa, Trizivir), das Herpes-Mittel Valtrex (Aciclovir) und das Grippemittel Relenza (Zanamivir) am wichtigsten waren.

An dritter Stelle des Umsatzes standen Impfstoffe mit 3,7 Mrd. Pfund; daran hatte Pandemrix einen Anteil von etwa einem Viertel. Die Diabetes-Medikamenten Avandia und Avandamet (Rosiglitazon allein bzw. mit Metformin) brachten 770 Millionen Pfund ein, das rezeptfrei erhältliche Alli (Xenical) 200 Millionen Pfund.

Vorstandschef Andrew Witty (s. Foto) kündigte an, die Kosten bis 2012 um 500 Millionen Pfund zu senken. Er will in Großbritannien einige Hundert Stellen in der Forschung abbauen und stattdessen stärker mit externen Forschungseinrichtungen kooperieren. Die Forschung in bestimmten Indikationsgebieten, wie Depressionen, will gsk ganz einstellen. Derzeit ist die Produkt-Pipeline von gsk allerdings noch gut gefüllt.

Das Präparat Arzerra (Ofatumumab) wurde im Oktober 2009 in den USA zur Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie zugelassen, und dürfte demnächst auch in Europa die Zulassung erhalten. Am 29. Januar 2010 wurde Tykerb (Lapatinib) in den USA zur First-line-Therapie von Metastasen zugelassen.

Weiterhin hat gsk Zulassungsanträge für Prolia (Denosumab), einen monoklonalen Antikörper gegen postmenopausale Osteoporose, für Votrient (Pazopanib) zur Behandlung des Nierenzellkarzinoms und für Promacta (Elthrombopaq) zur Behandlung von Patienten mit Thrombozytopenie gestellt.

Quelle: www.gsk.com/investors/reports/q42009/q42009.pdf


Dr. Wolfgang Caesar


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