Aus den Ländern

Finanzielle Honorierung im Fokus

Parlamentarischer Abend: Baden-Württemberger Apotheker im Dialog mit Politikern

BERLIN (lue) | Vergangene Woche luden Landesapothekerkammer (LAK) und -verband (LAV) Baden-Württembergs zum Parlamentarischen Abend in die Landesvertretung in Berlin. Neben den Vorstandsmitgliedern von LAK und LAV waren 17 Bundestagsabgeordnete – darunter Hilde Mattheis (SPD) und Michael Hennrich (CDU) – sowie ABDA-Präsident Friedemann Schmidt gekommen.

Frühlingserwachen

Foto: LAV BW
LAV-Präsident Fritz Becker

LAV-Präsident Fritz Becker stellte aktuelle Zahlen aus dem Apothekenmarkt 2013 vor, die im Vergleich zu den „kalten AMNOG-Winterjahren 2011/12“ besser ausgefallen seien. Diesem „kleinen Frühlingserwachen“ für Apotheker müsse nun aber „ein kräftiger Sommer folgen“, forderte er. Becker zeigte auf, dass es bei der Honorierung nach wie vor Handlungsbedarf gebe, denn sie sei für viele Leistungen – insbesondere in den Bereichen Rezeptur und Betäubungsmittel – seit Langem nicht mehr angepasst worden. Zudem müsse die Apothekenhonorierung künftig regelmäßig – etwa alle zwei Jahre – überprüft werden. Des Weiteren schlug Becker vor, die Inkassoleistungen, die Apotheker für die gesetzlichen Krankenkassen vornehmen, analog zur Kirchensteuer zu honorieren. Schließlich koste es Zeit, den Patienten über die Zuzahlungen oder Mehrkosten aufzuklären. „Um unseren Gemeinwohlpflichten langfristig gerecht zu werden, brauchen wir eine Modifizierung beziehungsweise Änderung der Arzneimittelpreisverordnung“, bilanzierte Becker. „Vorschläge haben wir gemacht.“Zudem sprach Becker die Importregelungen an und schlug vor, die bestehende gesetzliche Klausel zu streichen. Zum einen, weil es viele Lieferschwierigkeiten gebe, zum anderen, weil bereits Rabattverträge über die Originalpräparate existieren. Auch die Nullretaxationen und die Übergangsregelungen im Zusammenhang mit der Packungsgrößenverordnung seien problematisch und müssten besprochen werden. Weiterhin forderte Becker eine bessere Vernetzung zwischen dem ambulanten und stationären Bereich. Hier brauche man für Wochenenden ein einheitliches Entlassrezept mit Wirkstoffverordnung und N1-Größen.

Foto: LAV BW
Hilde Mattheis, MdB (rechts) im Gespräch mit LAV-Geschäftsführerin Ina Hofferberth und ABDA-Präsident Friedemann Schmidt.

Abschließend beleuchtete Becker die Problematik der Lieferschwierigkeiten bei Arzneimitteln und signalisierte der Politik Gesprächsbereitschaft, denn „wir bringen gerne unsere Erfahrungen ein“. Wenn die Anregungen und Vorschläge in kommenden Gesetzen berücksichtigt werden, hätten die Apotheker „einen schönen Sommer“, schloss Becker.

Medikationsmanagement in Apotheken

LAK-Präsident Dr. Günther Hanke ging auf die Bedeutung des Medikationsmanagements ein und erläuterte die Begrifflichkeiten und die einzelnen Stufen. Zudem stellte er das baden-württembergische ATHINA-Projekt (Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken) vor und verdeutlichte an einem realen Patientenfall, wie die Überprüfung der Medikation ablaufen könne. Nicht nur die Patienten hätten Vorteile durch ein Medikationsmanagement, indem sie eine höhere Lebensqualität erreichen und Kosten einsparen, auch die Krankenkassen würden profitieren, erklärte Hanke. Wenn es den Patienten besser gehe, trage dies auch zur Berufszufriedenheit der Apotheker bei – finanziell profitierten die Apotheker allerdings nur, wenn „die Politik und die Krankenkassen die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen“, so Hanke. 

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