Die Seite 3

Den Boden geebnet

Dr. Doris Uhl, Chefredakteurin der DAZ

Was denken Sie, wenn Sie einen Bericht darüber lesen, dass vier AMTS-Projekte unter Beteiligung von Apothekern die ersten Plätze des Gesundheitspreises Nordrhein-Westfalen belegt haben? Und – können Sie sich noch daran erinnern, dass im Sommer der Aktionsplan AMTS 2013–2015 vorgestellt worden ist?

Möglicherweise sind solche Berichte in der täglichen Nachrichtenflut bei Ihnen untergegangen. Das ist vor dem Hintergrund drängenderer Probleme im Apothekenalltag nur zu gut verständlich. Und doch sind es manchmal die weniger beachteten Aktivitäten von Kolleginnen und Kollegen, die den Boden für die Lösung durchaus im Mittelpunkt stehender Fragen ebnen.

Eine solche zentrale Frage ist die, wie die neue pharmazeutische Dienstleistung Medikationsmanagement nicht nur mit Leben zu füllen ist, sondern auch, wie sie honoriert werden kann. Jedem, der sich damit beschäftigt hat, ist klar, dass hier zum einen gezeigt werden muss, welchen Mehrwert diese neue Leistung für die Patienten bringt und dass dann auf politischer Ebene die Voraussetzung für eine neue Honorierung geschaffen werden muss.

Nun hat die Politik schon vor Jahren erkannt, wie wichtig es ist, die Fehlerquote bei der Anwendung von Arzneimitteln zu senken. 2007 hat sie deshalb den Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit, kurz Aktionsplan AMTS, ins Leben gerufen. Dieser Aktionsplan ist Mitte dieses Jahres schon zum 3. Mal aufgelegt worden und beinhaltet ein ganzes Bündel an Projekten, das sich mit allen Facetten der Arzneimitteltherapie und nicht zuletzt auch mit der Etablierung von neuen Strukturen befasst.

Vor dem Hintergrund der Bedeutung, die die Politik der AMTS beimisst, ist es sicher kein Zufall, dass das Medikationsmanagement als wichtiger Bestandteil aller Bemühungen um mehr Arzneimitteltherapiesicherheit 2012 Eingang in die Apothekenbetriebsordnung gefunden hat. Und wenn jetzt im Rahmen des Gesundheitspreises NRW gleich vier AMTS-Projekte von oder unter Beteiligung von Apothekern die ersten Preise abräumen (s. S. 20), dann ist das ein nicht zu übersehendes Zeichen dafür, dass auch in der Politik gesehen wird, wie Apotheker zur Lösung eines so drängenden Problems beitragen können. Es ist eine ungeheure Wertschätzung für die Kolleginnen und Kollegen, die mit unglaublichem Engagement auf ganz unterschiedliche Weise gezeigt haben, wo und wie Apothekerinnen und Apotheker die Arzneimitteltherapie verbessern, unerwünschte Wirkungen vermeiden und damit auch Kosten einsparen können. Dafür gebührt ihnen ein ganz besonderer Dank! Denn wenn es jetzt darum geht, für die Dienstleistung Medikationsmanagement das berechtigte Honorar einzufordern, können sich die Verhandlungsführer auf solche Projekte berufen. Die jetzt ausgezeichneten Kolleginnen und Kollegen, aber auch die, die sich in den vielen weiteren mit Lob bedachten AMTS-Projekten engagiert haben und engagieren, haben für unser Ansehen und unsere Anliegen mehr getan als jede Hochglanz-plakatierte Image-Kampagne es je zu leisten vermag. Sie haben mit ihrer Arbeit überzeugt!

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