Prisma

Glucoseverbrauch in der Insula hilft bei Therapieauswahl

(hel). Eine nuklearmedizinische Untersuchung könnte Psychiatern künftig helfen, die richtige Entscheidung zur Behandlung einer schweren Depression zu treffen. Ob Antidepressiva oder eine Psychotherapie (kognitive Verhaltenstherapie) besser wirken, konnten US-Mediziner anhand der Aktivität in einer bestimmten Hirnregion vorhersagen, der Insula.

Die Untersuchung könnte nach Ansicht des Berufsverbands Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN) die Behandlung von Menschen mit Depressionen verbessern und das Verständnis der Erkrankung verändern.

Mediziner der Emory Universität in Atlanta/Georgia nutzen die Möglichkeiten der Positronen-Emissions-Tomografie (PET), die den Glucoseverbrauch und damit die Aktivität in den einzelnen Hirnregionen misst. Den Patienten werden dabei schwach radioaktiv markierte Zuckermoleküle in die Vene gespritzt und deren Verteilung im Gehirn mit einem PET-Scanner erfasst. Die Strahlenbelastung ist dabei in etwa so hoch wie bei einer Röntgenuntersuchung. Das radioaktive Kontrastmittel scheidet der Körper nach wenigen Stunden mit dem Urin und dem Stuhl wieder aus.

Das US-Forscherteam untersuchte bei den Aufnahmen bei 67 Patienten die Aktivität in der sogenannten Inselrinde oder Insellappen (Insula), einer Hirnregion, die über dem Ohr liegt und zu den Schaltstellen des Gehirns gehört, die das Gefühlsleben beeinflussen. Der vordere Abschnitt wurde schon länger mit der schweren Depression in Verbindung gebracht.

Das Ergebnis der US-Studie: Ein verminderter Glucoseverbrauch in der Insula im Vergleich zum restlichen Großhirn ist mit guten Behandlungschancen einer kognitiven Verhaltenstherapie verbunden. Patienten mit einem gesteigerten Glucoseverbrauch in der Insula sprechen dagegen eher auf eine medikamentöse Therapie mit Antidepressiva an. 

Quelle: McGrath, C. L., et al.: J. Am. Med. Assoc. Psychiatry. 2013;12:1-9; doi: 10.1001/jamapsychiatry.2013.143.

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