Berichte

Universität Leipzig: "Eine Universität zum Anfassen"

Am 9.Juni 2001 präsentierte sich die Universität Leipzig, unterstützt von zahlreichen Partnern, den Bürgern der Stadt und der Region sowie interessierten Passanten als "Universität zum Anfassen". Die Fußgängerzone im Stadtzentrum verwandelte sich in eine Wissenschaftsstraße, in der die Fakultäten und Einrichtungen verständlich und zum Anfassen über ihre Arbeit informierten.

Die Pharmazie war mit dabei

Selbstverständlich war auch das Leipziger Institut für Pharmazie mit dabei. Die vier Fachbereiche Pharmazeutische Chemie, Pharmazeutische Biologie, Pharmakologie für Naturwissenschaftler und Pharmazeutische Technologie stellten sich in großem Rahmen unter dem Motto "Vom Wirkstoff zum Arzneimittel" vor.

Von der Synthese des Wirkstoffes über die pharmakologische und klinische Prüfung bis hin zum Arzneimittel zeigten sie den Weg der Acetylsalicylsäure anhand von Postern, Geräten und Maschinen, Videofilmen und Live-Vorführungen. Organisiert wurde die Präsentation von Prof. Dr. Claudia Leopold (Pharmazeutische Technologie).

Auf einem Übersichtsposter wurde die Pharmazie mit ihren Fächern allgemein dargestellt. Zusätzlich präsentierte jedes Fach auf separaten Postern seine Aufgabenbereiche bei der Entwicklung eines Arzneimittels. Jedoch nicht nur über die Forschungsgebiete der einzelnen Fächer wurde detailliert informiert; auch umfangreiches Informationsmaterial zum Pharmaziestudium und zu den Arbeits- und Studienbedingungen an der Universität Leipzig war erhältlich.

Beiträge der Fachbereiche

Der Institutsdirektor Prof. Dr. Kurt Eger (Pharmazeutische Chemie) zeigte den historischen Hintergrund der Isolierung der Salicylsäure, ihrer Weiterentwicklung zur Acetylsalicylsäure (ASS) und deren Produktion im industriellen Maßstab auf. Die Qualitätskontrolle von ASS entsprechend der Arzneibuch-Monographie wurde u.a. am Beispiel der ASS-Gehaltsbestimmung von Dr. Michael Dölker demonstriert.

"Von der Teedroge zum Fertigarzneimittel: Weidenrindenextrakt, ein modernes Phytopharmakon" – unter diesem Motto präsentierte Prof. Dr. Hans-Wilhelm Rauwald das Fachgebiet Pharmazeutische Biologie. Anhand ausgewählter Fertigarzneimittel (den Firmen Bionorica, Protina und Robugen sei an dieser Stelle für die Unterstützung gedankt) wurde hier der Weg von der Weide über die Extraktbereitung bis hin zum fertigen Dragee anhand von Pflanzenmaterial und Trockenextrakten nachgezeichnet und dabei dem interessierten Publikum Kriterien der Qualität – Wirksamkeit/Unbedenklichkeit – und der Dosierung von Phytopharmaka nahe gebracht. Als Knüller erwies sich hierbei, dass jeder Interessierte ein Tütchen Weidenrinde abgefüllt bekam und dies dann mit nach Hause nehmen konnte.

Prof. Dr. Karen Nieber (Pharmakologie für Naturwissenschaftler) informierte über pharmakologische und toxikologische Testsysteme, die zur Charakterisierung neuartiger Wirkstoffe eingesetzt werden. Ihre Mitarbeiter erklärten den interessierten Zuhörern den Einsatz von Zellkulturen in der pharmakologischen Forschung, informierten über moderne elektrophysiologische Methoden und zeigten den langwierigen Weg der klinischen Prüfung eines neuen Arzneimittels auf.

Die Mitarbeiter der Pharmazeutischen Technologie demonstrierten unter Anleitung von Prof. Dr. Claudia Leopold live die Herstellung von Tabletten mittels Tablettenpresse, das Befüllen von Kapseln, das Gießen von Suppositorien sowie die Abfüllung von Salben in Tuben. Als Highlight durften interessierte Besucher ihre Tabletten selbst pressen. Die hergestellten Tabletten konnten anschließend im Dragierkessel überzogen werden. Ein Videofilm zur Funktionsweise von industriellen Tablettenpressen rundete die Darbietung der Technologen ab.

Insgesamt fand die Präsentation des Institutes für Pharmazie großen Anklang bei der Bevölkerung. Auch der Rektor der Universität, Prof. Dr. Volker Bigl, war von der Darbietung der Pharmazeuten begeistert. Das Pharmazeuten-Zelt war den ganzen Tag über so stark von interessierten Besuchern frequentiert, dass die Mitarbeiter der Pharmazie mit der Beantwortung von Fragen und der Vorführung von Geräten rund um die Uhr beschäftigt waren.

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