Berichte

Klinische Pharmazie: Für eine bessere Ausbildung

Nachfolgend der Brief eines teilnehmenden Studenten, der sich Gedanken über die Integration der Klinischen Pharmazie in die Pharmazeutenausbildung macht:

Als erstes muss ich vorweg schicken, dass ich und die anderen Studenten des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD) es sehr gut finden, dass wir von den Organisatoren zu Veranstaltungen, die die Zukunft gestalten sollen, eingeladen werden und mitbestimmen dürfen. Die Berichte der amerikanischen Professoren zeigen, wie überaus praxisbezogen man die Ausbildung gestalten kann, wenn man dies möchte und die Möglichkeiten und den Ehrgeiz hat, dies umzusetzen. Im Gegensatz dazu steht natürlich das schon in Holland verwirklichte Modell, die Hochschuldozenten zusammen mit Praktikern arbeiten zu lassen, um mit einem großen wissenschaftlichen Unterbau, den man nicht vernachlässigen sollte, den Studenten zu zeigen, wie Wissenschaft und Praxis zusammengehören und wie Studenten zusammengehören und wie die Studenten in Form von Vorträgen vor Fachärzten und Apothekern ein Teil dieses (sehr guten) Systems werden. Im Mittelpunkt der Praxis und auch der Forschung stehen natürlich immer das Wohl der Patienten und dessen schnelle Genesung. Diese Ziele zu erreichen, soll auch mit völlig neuen Therapiemöglichkeiten und anderen Methoden aufgezeigt werden. Hier ist die Zusammenarbeit von Ärzten, Apothekern und Krankenschwestern gefordert. Dazu bedarf es der Kommunikation zwischen allen beteiligten Personen, und diese soll auch in der neuen Approbationsordnung mehr in den Lehralltag eingebunden werden. Dies ist eine Forderung, die in Zukunft hoffentlich überflüssig wird, da man als Therapieteam zusammenarbeiten soll. Hier müssen natürlich die zwei Aufgabengebiete des Apothekers beachtet werden: die traditionellen Aufgaben (Herstellung, Verteilung von Arzneimitteln) und das Management der Arzneimitteltherapie im Team mit dem Arzt. Hierzu müssen das Denken und das Handeln des Apothekers sich auch erst an die neue Situation gewöhnen, und diese muss im Studium vermittelt werden. Hier kann die Klinische Pharmazie Mittel zum Zweck sein, in-dem man in ihr die Gedankenschubladen der einzelnen Fächer des Pharmaziestudiums zusammenführt. Die Unterstützung der Professoren Riffee, Doering und Derendorf für die Entwicklung der Klinischen Pharmazie und der Pharmazeutischen Betreuung ist bei allen anwesenden Studenten in Münster, Bonn und München auf großes Interesse gestoßen und hat auch große Zustimmung gefunden. Es besteht darauf aufbauend die Hoffnung, dass ein ähnliches System in Deutschland zu einer Verbesserung der Ausbildung führen wird. Ich hoffe, es finden sich am Anfang genügend freiwillige Lehrer für die neuen Aufgabengebiete, die - wie in Amerika - stolz darauf sind, an einer Hochschule Studenten und spätere Kollegen zu unterrichten und einen guten Start an allen Universitäten in Deutschland garantieren.

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