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Ausgezeichnet: das „Renal Pharmacist“-Projekt

Münchingen - 24.05.2022, 17:50 Uhr

Apothekerin Ina Richling und Unfallchirurg Boris Owandner haben mit Peter Ditzel über ihr ausgezeichnetes Projekt gesprochen. (Fotos: privat)

Apothekerin Ina Richling und Unfallchirurg Boris Owandner haben mit Peter Ditzel über ihr ausgezeichnetes Projekt gesprochen. (Fotos: privat)


Apothekerin Ina Richling und Unfallchirurg Boris Owandner haben beim Projekt „Renal-Pharmacist“, ein Netzwerk für mehr Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) mitgemacht. Das Projekt, an dem vier Krankenhäuser beteiligt sind, wurde beim Preis für Patientensicherheit 2022 mit dem 1. Platz ausgezeichnet. Wir fragten Ina Richling und Boris Owandner, was man als Renal Pharmacist können muss. 

Dass die Zusammenarbeit von Krankenhaus-Apothekerinnen und -Apothekern mit den Ärztinnen und Ärzten im Krankenhaus mitunter noch zu wünschen übrig lässt, ist kein Geheimnis. Vielerorts wird jedoch in lokalen Projekten daran gearbeitet, vor allem die Zusammenarbeit auf Station zu verbessern. 

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit hat in diesem Jahr das durch die Stiftung Patient & Klinische Pharmazie geförderte Projekt „‚Renal Pharmacist‘ – Etablierung und Vernetzung der stationären pharmazeutischen Betreuung von niereninsuffizienten Patienten an vier Standorten in Deutschland“, so der offizielle Name, mit dem 1. Platz des Deutschen Preises für Patientensicherheit 2022 ausgezeichnet.

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An diesem Projekt, das von Apothekerin Dr. Sarah Friederike Seiberth des LMU Klinikums München koordiniert wird, sind insgesamt vier Krankenhäuser in Deutschland beteiligt, unter ihnen die „Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis“ in Iserlohn und Menden. Apothekerin Ina Richling ist dort als AMTS-Managerin tätig. Sie hat beim Projekt „Renal Pharmacists“ mitgemacht und sich gemeinsam mit dem dortigen Unfallchirurgen Boris Owandner in das Netzwerk eingebracht. 

Hintergrund des Projekts ist die Erkenntnis, dass eine Niereninsuffizienz ein zwar bekannter Risikofaktor der stationären Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) ist, die Arzneimitteltherapie bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion aber vielerorts nicht entsprechend angepasst wird: Ein „Renal Pharmacist“ – ein Apotheker mit speziellem Fokus auf Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion – kann durch Medikationsanalysen renale arzneimittelbezogene Probleme identifizieren und gemeinsam mit dem Stationsarzt lösen.

In unserem Podcast-Gespräch erklärt Apothekerin Richling, was ein Renal Pharmacist können muss, welche Aufgaben auf ihn zukommen. Sie kann sich vorstellen, dass dieses Projekt durchaus Vorbild für andere Kliniken sein kann. Oberarzt Owandner begrüßt diese Initiative sehr, er räumt ein, dass Ärzte die Kompetenz der Pharmazeutinnen und Pharmazeuten im Bereich der Arzneimitteltherapiesicherheit durchaus viel stärker in Anspruch nehmen sollten.

Ina Richling berichtet auch, wie sie sich als Renal Pharmacist fortgebildet hat. Apothekerinnen und Apothekern, die sich für das Projekt und das Netzwerk der Renal Pharmacist interessieren, steht sie sehr gerne mit weiteren Informationen zur Verfügung.



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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