GKV-Arzneimittelausgaben 2021

Kassen geben 10 Prozent mehr für Arzneimittel aus

Berlin - 31.01.2022, 13:45 Uhr

Die Apotheken gaben 2021 nur 0,3 Prozent mehr Rx-Packungen ab als 2020. Die Ausgaben der Kassen stiegen aber um rund 10 Prozent. (Foto: Schelbert)

Die Apotheken gaben 2021 nur 0,3 Prozent mehr Rx-Packungen ab als 2020. Die Ausgaben der Kassen stiegen aber um rund 10 Prozent. (Foto: Schelbert)


Die Gesetzliche Krankenversicherung hat nach Berechnungen des Deutschen Apothekerverbands im vergangenen Jahr 45 Milliarden Euro für Arzneimittel ausgegeben. Das ist 10,1 Prozent mehr als 2020. Rabattvertragseinsparungen sind in der Summe noch nicht berücksichtigt – aber auch diese könnten 2021 ein neues Rekordniveau erreichen.

Die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Arzneimittel sind im Jahr 2021 um 10,1 Prozent auf 45,0 Milliarden Euro (inklusive Mehrwertsteuer) gestiegen. Dies teilt der Deutsche Apothekerverband (DAV) mit. Die Berechnungen des DAV erfolgten auf Basis der Abrechnungsergebnisse von Apothekenrechenzentren. Die Einsparungen durch Rabattverträge der Krankenkassen sind in dieser Summe noch nicht berücksichtigt. Laut vorläufigen Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums für die ersten drei Quartale 2021 belaufen sich diese aber bereits auf knapp 3,7 Milliarden Euro. Das sind rund 3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei gelten nach wie vor die für die Pandemie geschaffenen Sonderregelungen der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung, die Apotheken im Fall der Nichtverfügbarkeit eines Rabattarzneimittels größeren Spielraum bei der Abgabe gibt.

Die Zahl der verordneten Arzneimittel ist laut DAV im Jahr 2021 leicht um 0,3 Prozent auf 714 Millionen gestiegen. 2020 war sie um 0,9 Prozent auf 712 Millionen Packungen gesunken.

„Auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie mit Lockdowns und damit verbundenen Schwankungen der Patientenströme zeigt sich die Bedeutung einer immer anspruchsvolleren Arzneimittelversorgung der Bevölkerung“, kommentiert der DAV-Vorsitzende Thomas Dittrich diesen Anstieg. Als Ursachen nennt er die üblichen Treiber: Das sind vor allem die demografische Entwicklung und der medizinische Fortschritt.

Ärzte und Krankenkassen hatten in ihren Rahmenvorgaben für 2021 mit 5,1 Prozent Steigerung gerechnet. Nun ist sie fast doppelt so hoch ausgefallen. Schon im Jahr 2020 hatten die GKV-Arzneimittelausgaben stärker als erwartet um 6,6 Prozent auf 40,9 Milliarden Euro zugelegt.

Dittrich: Kostentreiber sind nicht die Apotheken

Dittrich stellt aber auch klar: „Die Apotheken sind keine Kostentreiber im System. Im Gegenteil: Ihr Anteil an den Leistungsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen ist seit Jahren rückläufig und liegt nur noch bei knapp über zwei Prozent. Die zahlreichen Sonderaufgaben, die die Apotheken in der Pandemie-Bekämpfung übernommen haben, wurden ohnehin in der Regel nicht zulasten der gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet.“

 


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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1 Kommentar

Wahre Zahlen

von Reinhard Rodiger am 31.01.2022 um 15:10 Uhr

Es ist einfach irrsinnig, Kosten für die KK anzugeben, die nie eintreten.Aber sie kursieren ohne Zusammenhang. Es ist der fehlenden Transparenz der KK zu danken, dass von den wahren Zahlen abgelenkt wird.Hängen bleibt: Arzneimittel also vulgo Apotheken teurer.Die Verschleierungstaktik der KK gehört bekannt gemacht.Wer mit Zahlen operiert, die nicht stimmen, ist nicht vertrauenswürdig.Hier, wie vielerorts missbrauchen die KK ihre Macht zur Ablenkung.
Und "wir" spielen fleissig mit.Unabhängig von sinkenden Kosten für Apotheken, sollte auf der gleichen Argumentationslinie geblieben werden: Falsche oder bewusst irreführende Zahlen durch Intransparenz der KK.

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