Digitale Impfzertifikate

Technische Probleme beim DAV-Portal

Berlin - 02.08.2021, 14:45 Uhr

Auch am heutigen Montag gibt es wieder Probleme mit dem DAV-Portal. (c / Foto: IMAGO / Wallmüller)

Auch am heutigen Montag gibt es wieder Probleme mit dem DAV-Portal. (c / Foto: IMAGO / Wallmüller)


Am heutigen Montag können erneut viele Apotheken keine digitalen Impfzertifikate ausstellen oder nur mit großer zeitlicher Verzögerung. Offenbar gibt es technische Schwierigkeiten beim DAV-Portal. Wie die DAZ auf Anfrage erfuhr, sucht der DAV derzeit gemeinsam mit IBM und dem RKI nach dem Fehler.

Wer sich derzeit nachträglich einen digitalen Impfnachweis in einer Apotheke ausstellen lassen möchte, dürfte vielerorts enttäuscht werden: Wieder einmal können die Mitarbeitenden solche Zertifikate nicht oder nur mit großer zeitlicher Verzögerung über das Portal des Deutschen Apothekerverbands (DAV) ausstellen. Bereits in der vergangenen Woche ruckelte es kräftig im System. Was steckt dahinter?

Wie die DAZ auf Anfrage erfuhr, gibt es wohl technische Schwierigkeiten – der DAV sucht aktuell gemeinsam mit dem verantwortlichen Robert Koch-Institut und dem Server-Betreiber IBM nach dem Fehler. Zunächst sei der Neustart der Ausstellung digitaler Impfzertifikate erfolgreich gewesen, teilte ein Sprecher mit. „Der Großteil der Apotheken war wieder in der Lage, digitale Impfzertifikate auszustellen. Auch die Abrechnung für die im Juli erstellten Impfzertifikate wurde pünktlich zur Verfügung gestellt und von der überwiegenden Zahl der Apotheken bereits abgerufen.“

Doch das System läuft offenbar nicht stabil. „Leider kommt es seit heute früh bundesweit wieder vermehrt zu technischen Problemen und Verzögerungen bei der Ausstellung digitaler Impfzertifikate“, räumt der DAV-Sprecher ein. „Gemeinsam mit IBM und RKI prüft der DAV mögliche technische Ursachen ab und hofft, den Fehler schnellstmöglich zu erkennen und zu beseitigen.“

Zugriff nur noch über die TI

Hintergrund dürfte eine technische Umstellung am Portal sein: Als vor knapp zwei Wochen bekannt geworden war, dass IT-Spezialisten sich unberechtigt Zugang verschaffen und auf diesem Weg Fake-Impfzertifikate ausstellen konnten, hatte der DAV das dafür notwendige Modul zunächst gesperrt. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit habe man daraufhin beschlossen, das Ausstellen der Zertifikate künftig über die Telematikinfrastruktur laufen zu lassen, teilten DAV und BMG wenig später mit. Dieser Weg gilt als deutlich sicherer als das Verfahren über das Portal, das im Gegensatz zur TI über das Internet erreichbar ist und lediglich einer einfachen Authentifizierung bedarf.

Die Apotheken greifen nun also nicht mehr direkt über das Internet auf den Zertifikateserver zu. Das DAV-Portal ist jetzt an die TI angebunden, über die wiederum der Server erreichbar sein soll. An welcher Stelle auf diesem Weg es derzeit hakt, ist noch nicht geklärt. Hinzu kommt, dass durch die Umstellung technische Anpassungen an den Routern in den Apotheken nötig werden. Zuständig dafür ist der jeweilige Softwareanbieter. Wann die Apotheken wieder ohne größere Probleme digitale Impfnachweise für ihre Kundinnen und Kunden erstellen können, bleibt abzuwarten.


Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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5 Kommentare

Kommentar Demuth-Eberle

von Gregor Huesmann am 02.08.2021 um 22:17 Uhr

Genauso wird es sein! Nur, es gibt Gewinner, die Versender. Die werden ihre EDV so organisieren, dass die Rezepte bei ihnen ankommen. Wetten?

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Freiwillig

von Barbara Buschow am 02.08.2021 um 17:21 Uhr

Die Teilnahme an der Ausstellung des Impfzertifikates ist doch freiwillig!
Wer meint acht Stunden (Lebens-)Arbeitszeit für ein Zertifikat zum Preis von 5,04€ netto aufwenden zu wollen, sollte sich nicht beschweren.
Sie müssen das nicht machen, Schild ins Schaufenster und gut is...

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Freiwillig

von Thomas Kerlag am 02.08.2021 um 20:25 Uhr

Nein, nein, kann doch nicht sein, dass Apotheker
plötzlich nicht jeden Mist mitmachen

digitaler Impfausweis

von Gregor Huesmann am 02.08.2021 um 16:27 Uhr

Mir fehlt das Verständnis. Ich habe heute gerade mal 1 (!!!!!) Impfausweis digitalisieren können, dafür aber bisher 8 Stunden ununterbrochen den PC bedient und beobachtet - und mich geärgert. So geht das einfach nicht. Man kann uns kein unerprobtes System vorsetzen. Würde gerne wissen wollen, wer die Verantwortung übernimmt.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: digitaler Impfausweis

von Dr. Gabriele Demuth-Eberle am 02.08.2021 um 20:20 Uhr

Und genau die Show machen wir dann ab 1.1. für das eRezept. 8 Stunden den PC beobachten, ob wir evtl. in der Lage sind EIN Rezept zu beliefern. Mir graut schon davor.

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