Johnson & Johnson

Die Corona-News des Tages

Berlin - 02.07.2021, 07:00 Uhr

(Bild: sdecoret / AdobeStock)

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Johnson & Johnson: Impfstoff regt Immunantwort gegen Delta an / Müller zu Corona-Lage: Gute Chancen für Herbst - aber Regeln wichtig / Wie Infektionsschutz in Schulen funktionieren kann / Erstmals ausreichend Corona-Impfstoff für Arztpraxen

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie überschlagen sich an manchen Tagen die Nachrichten zu COVID-19. 

Um Ihnen den Überblick zu erleichtern, bietet DAZ.online Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Corona-News des Tages – direkt aus dem News-Kanal der Deutschen Presse-Agentur. 

16:01 Uhr

Mehr als 55 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft 

Berlin (dpa) – Rund 38 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Freitag hervor (Stand: 15.40 Uhr). Demnach wurden am Donnerstag 926 463 Impfdosen verabreicht. Etwas mehr als 46 Millionen Menschen (55,6 Prozent) haben mindestens eine Impfung verabreicht bekommen, 31,4 Millionen (37,9 Prozent) sind vollständig geimpft.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 63,7 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. 14 weitere Bundesländer haben die 50-Prozent-Marke geschafft. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 47,7 Prozent. Das Saarland zählt mit 43,6 Prozent den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Brandenburg ist hier mit 34,4 Prozent am Ende der Rangliste.

Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hat in Deutschland Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Mittlerweile können sich Menschen unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste um einen Termin bemühen.

15:47 Uhr

Sorge vor Delta-Variante: Frankreich steigert Impfbemühungen

Paris (dpa) - Angesichts der rasch voranschreitenden Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante hat Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran vor einer neuen Corona-Welle gewarnt. «Ich denke, dass es die potenzielle Gefahr eines epidemischen Wiederbeginns ab diesem Sommer gibt», sagte er am Freitag beim Besuch eines Impfzentrums in Villeneuve-La-Garenne nördlich von Paris. Aktuell mache Delta knapp ein Drittel der Neuinfektionen in Frankreich aus, was einen deutlichen Anstieg des Anteils im Wochenvergleich bedeute.

Künftig soll es deshalb mehr Flexibilität beim Impfen geben. So solle die zweite Impfdosis überall, auch etwa am Urlaubsort, empfangen werden können, sagte Véran. Der Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfung solle zwischen drei und sieben Wochen liegen. Derzeit sind in Frankreich etwas mehr als die Hälfte der Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb einer Woche lag zuletzt bei circa 19.

14:25 Uhr

Kretschmann gegen Impfpflicht und für Überzeugungsarbeit

Mannheim (dpa/lsw) - Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich gegen eine Impfpflicht in Deutschland ausgesprochen. Man müsse für die Corona-Impfung werben, um den Menschen die Angst vor deren möglichen Nebenwirkungen zu nehmen, sagte der Regierungschef am Freitag am Mannheimer Lessing Gymnasium. Der Impfstoff sei so gut geprüft wie kein anderes Medikament. Die Nebenwirkung von COVID-19 könne der Tod sein. Impfen sei umso wichtiger, da bei der sich ausbreitenden Delta-Mutation erst eine Herdenimmunität erreicht werde, wenn sich 90 Prozent der Bevölkerung impfen lassen, sagte er.

Er gab zu bedenken, dass eine obligatorische Impfung ein großer Eingriff in Grundrechte sei. Die Frage, wie die Skepsis gegenüber der Impfung vertrieben werden könne, sei ein «ein wunder Punkt», sagte Kretschmann bei einer Diskussionsveranstaltung mit zwei zehnten Klassen.

13:54 Uhr

Laschet will interdisziplinären Corona-Expertenrat auf Bundesebene

Düsseldorf (dpa) - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will im Fall seiner Wahl zum Bundeskanzler auch auf Bundesebene den Rat von Experten und Expertinnen unterschiedlicher Bereiche zur Bewältigung der Corona-Krise einholen. «Natürlich ist die Pandemie nicht zu Ende», sagte der Unions-Kanzlerkandidat am Freitag in einer Aktuellen Stunde im Landtag in Düsseldorf.

Der CDU-Bundesvorsitzende rechtfertigte in der Debatte die Auflösung seines eigenen Corona-Expertenrats, der die CDU/FDP-Landesregierung seit April 2020 unter anderem zu den sozialen, psychischen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie beraten hatte. Der Expertenrat für NRW habe in seiner sechsten und letzten Stellungnahme Grundsätze formuliert, die schon jetzt klar machten, «was uns im Herbst droht», sagte Laschet. SPD und Grüne im Landtag kritisierten die Auflösung des Expertengremiums in einer Phase, in der sich die Delta-Variante in Deutschland und in NRW ausbreite und die Folgen noch ungewiss seien.

Dem Expertenrat Laschets gehörten unter anderem der Bonner Virologe Hendrik Streeck, die Vorsitzende des Europäischen Ethikrates, Christiane Woopen und der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, an.

11:44 Uhr

Johnson & Johnson: Impfstoff regt Immunantwort gegen Delta an

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson regt nach Angaben des US-Herstellers auch eine «starke und anhaltende» Immunantwort gegen die Delta-Variante (B.1.617.2) des Coronavirus an. Das gehe aus Labor-Untersuchungen mit Blut von Geimpften hervor, teilte das Unternehmen am Donnerstag (Ortszeit) in New Brunswick im Bundesstaat New Jersey mit. Eine weitere Untersuchung habe gezeigt, dass die Immunantwort mindestens acht Monate anhalte, hieß es weiter. Beim Mittel von Johnson & Johnson ist nur eine Spritze für den vollen Impfschutz nötig.

«Wir glauben, dass unser Impfstoff einen dauerhaften Schutz gegen Covid-19 bietet und eine neutralisierende Aktivität gegen die Delta-Variante auslöst», wurde Paul Stoffels, Chef-Wissenschaftler des Unternehmens, in der Mitteilung zitiert. Die Daten basieren auf zwei bislang noch unveröffentlichten Studien mit Blutproben von acht sowie 20 Teilnehmern. Eine nachweisbare Immunantwort bei einem Geimpften ist nicht zwingend gleichbedeutend mit einem tatsächlichen Schutz vor einer Infektion.

 

8:50 Uhr

Müller zu Corona-Lage: Gute Chancen für Herbst - aber Regeln wichtig

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller blickt nach eigener Aussage optimistisch auf die Corona-Lage im Herbst, mahnt aber auch zur Einhaltung der Regeln. «Ich glaube, wir haben große Chancen, im Herbst gut durch diese schwierige Situation zu kommen, auch mit steigendem Delta-Virus, weil wir eben einen erheblichen Impffortschritt haben», sagte der SPD-Politiker am Freitag im ZDF-«Morgenmagazin». «Aber wir können uns nicht in Sicherheit wiegen.» Sicherungen seien nötig - auch im Reiseverkehr. Man könne wieder viel ermöglichen, aber müsse weiter Regeln beachten.

«Die Normalität, die wir jetzt haben, ist doch so ein hohes Gut, dass doch auch jeder verstehen muss, dass mit viel Eigenverantwortung wir uns genau das erhalten müssen, oder noch sicherer werden müssen, um dann im Herbst uns noch mehr auch ermöglichen zu können», so Müller. Er spüre viel Akzeptanz für die Dinge, die jetzt noch nötig sind.

7:00 Uhr

Wie Infektionsschutz in Schulen funktionieren kann

Im neuen Schuljahr endlich wieder Unterricht ohne Masken, so der Wunsch vieler Kinder. Doch kann das klappen, gerade mit Blick auf den Herbst und Winter? Die Wissenschaft mahnt zur Vorsicht.

Die Sommerferien haben noch längst nicht in allen Bundesländern begonnen. Doch die Debatte darüber, welche Maßnahmen es danach an den Schulen geben soll und muss - sie ist in vollem Gange. Was nachvollziehbar ist. Denn die meisten Kinder und Jugendlichen sind nicht vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 geschützt, da weder geimpft noch genesen. Und Delta, die offenbar äußerst ansteckende Variante, breitet sich auch in Deutschland aus.

Genau deshalb müsste man «eigentlich sogar noch viel vorsichtiger sein», sagt Epidemiologe Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - selbst bei niedrigen Infektionszahlen wie derzeit. Doch die Pläne der Politik klingen anders, etwa beim Thema Masken. Wenn die Inzidenzen nicht besonders hoch seien, «dann kann man auch die Masken im Unterricht wieder ablegen», sagte etwa NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Mittwoch im WDR.

Epidemiologe Zeeb hält das Tragen von Masken mindestens in weiterführenden Schulen für geboten. Er betont dabei auch deren psychologische Wirkung: «Sie sind ein Signal dafür, dass die Pandemie nicht vorbei ist und die Maßnahmen weiter wichtig sind.» Auch Aerosolforscherin Birgit Wehner vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung sieht Masken als wichtigen Baustein beim Infektionsschutz in Schulen - besonders mit Blick auf den Herbst. Von einem infizierten Kind ohne Maske könne sich bei geschlossenem Fenster langsam eine Aerosol-Wolke ausbreiten, die die Viren transportiere, erklärt Wehner.

Die Wissenschaftlerin schätzt die Infektionsgefahr in bestimmten Räumen besonders hoch ein: «Wenn die Kinder etwa im Flur ohne Masken herumlaufen. Da ist oft Gedränge, da sind viele Kinder, alle Klassen durcheinander.» Gebe es dann Infektionen, habe man keine Möglichkeit, etwas nachzuvollziehen. Ähnliches gelte für die Toiletten. Dort werde oft nicht ausreichend gelüftet.

Um Infektionen zu verhindern, ist ein angemessener Luftaustausch in allen Räumen nötig. Das funktioniert durch regelmäßiges Lüften ganz gut, am besten mit offener Tür und Durchzug. Deutlich zuverlässiger sind allerdings fest installierte Lüftungsanlagen. «Die Luft wird automatisch abgesaugt und ausgetauscht», erklärt Stephan Schönfelder von der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur. Der Professor für energetische und technische Systeme plädiert dafür, Infektionsschutz und das Verbessern der Luftqualität in Klassenräumen zusammenzudenken. Von mobilen Luftreinigern als einzige Lösungsstrategie ist er nicht allzu überzeugt. Diese filtern die Luft, ohne sie zu erneuern.

«Die Qualität der Raumluft ist ein generelles Thema in Schulen», sagt Schönfelder. Realistisch gesehen, könnten aber nicht mehr flächendeckend bis zum Start des neuen Schuljahrs Lüftungsanlagen eingebaut werden. Dafür sei man zu spät dran. Also ist in den meisten Schulen weiterhin regelmäßiges Lüften angezeigt. Schönfelder empfiehlt CO2-Messgeräte für die Klassen - um zuverlässig daran erinnert zu werden, regelmäßig die Fenster zu öffnen. Man könne dann jeden Tag eine Schülerin oder einen Schüler damit beauftragen, die CO2-Ampel im Blick zu haben und Bescheid zu sagen, wenn sie auf Orange springt.

Dass Lüftungsanlagen in Schulen langfristig der Standard sein müssten, findet auch Epidemiologe Zeeb. Als Baustein für den Infektionsschutz dort sieht er weiterhin Tests. Aber reichen Antigen-Schnelltests, die eine Infektion nicht so früh und zuverlässig nachweisen wie PCR-Tests, um die mögliche Verbreitung von Delta in Schulen zu unterbinden? Der Epidemiologe hält PCR-Tests für angemessener - die nach dem sogenannten Pooling-Prinzip ausgewertet werden. Dabei werden die Proben mehrerer Testpersonen zusammen analysiert. Nur wenn dieser Gruppentest positiv ist, untersucht man die zurückbehaltenen einzelnen Proben.

Masken tragen, testen und die Luft in allen Räumen regelmäßig austauschen - dies sollte nach den Sommerferien auch bei niedrigen Infektionszahlen an den Schulen die Maßgabe sein. Das betont auch der Leiter des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler: «Wir empfehlen, dass in Schulen weiter getestet und Mund-Nasen-Schutz getragen wird», sagte er jüngst der «Rheinischen Post». Aus jetziger Sicht soll das «bis zum nächsten Frühjahr so sein». Dafür gebe es zwei zentrale Gründe: Man wolle das Infektionsgeschehen niedrig halten, weil auch Kinder schwer erkranken könnten. «Und zum anderen haben wir natürlich das Ziel, dass die Schulen offen bleiben.»

2:30 Uhr

Erstmals ausreichend Corona-Impfstoff für Arztpraxen

Deutschlands Arztpraxen dürften in der kommender Woche erstmals die Menge Corona-Impfstoff geliefert bekommen, die sie bestellt haben. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Denn die Praxen hätten mit bundesweit rund 2,3 Millionen bestellten Dosen weniger Impfstoff angefordert als bereitstehen. Die Praxen bräuchten aber weiterhin ausreichend Impfstoff.

Für nächste Woche bestellten die Arztpraxen bundesweit rund zwei
Millionen Impfdosen Biontech – obwohl sie 2,2 Millionen hätten bestellen können. Bei Astrazeneca wurden 325 000 Dosen geordert, 1,1 Millionen hätten bereitgestanden. «Business Insider» berichtete zuerst darüber.

Gassen sagte, seit Beginn der Impfkampagne gegen das Coronavirus hätten die Vertragsärztinnen und -ärzte regelmäßig deutlich weniger Impfstoff erhalten als sie benötigt hätten. Nun machten sich die Ferien in immer mehr Bundesländern bemerkbar. Viele Patienten und Ärzte seien im Urlaub. Immer mehr Menschen seien auch geimpft. «Dennoch ist der Andrang in den meisten Arztpraxen ungebrochen groß.» Viele Praxen seien noch dabei, die langen Wartelisten abzuarbeiten.
 


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