Corona-Impfstoff: Johnson & Johnson verschiebt Europa-Start

Die Corona-News des Tages

13.04.2021, 08:54 Uhr

(Bild: Thaut Images / stock.adobe.com)

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Corona-Testpflicht in Betrieben / Corona-Impfstoff: Johnson & Johnson verschiebt Europa-Start / britische Mutante nicht tödlicher als Wildtyp / Indien lässt Sputnik V zu / Zahl der Organspender blieb trotz Corona nahezu unverändert

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie überschlagen sich an manchen Tagen die Nachrichten zu COVID-19. Um Ihnen den Überblick zu erleichtern, bietet DAZ.online Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Corona-News des Tages – direkt aus dem News-Kanal der Deutschen Presse-Agentur. 

17:26 Uhr

US-Behörden: Johnson & Johnson-Impfstopp wohl nur wenige Tage

Silver Spring (dpa) - Die Aussetzung der Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson in den USA ist den Behörden zufolge aus einem „Übermaß an Vorsicht“ empfohlen worden und werde voraussichtlich nur einige Tage aufrechterhalten. Das teilten die Gesundheitsbehörde CDC und die Arzneimittelbehörde FDA am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit.

Die sechs erfassten Fälle von Sinusvenenthrombosen, die nach Impfungen mit dem Wirkstoff in den USA aufgetreten waren, müssten nun erst einmal „komplett verstanden“ und die Mitarbeiter des Gesundheitssystems entsprechend informiert werden, sagte die amtierende FDA-Chefin Janet Woodcock. „Wir erwarten, dass diese Pause einige Tage dauern wird.“ Für Mittwoch ist eine Notfallsitzung eines Beratergremiums der CDC angesetzt.

17:18 Uhr

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson in Bundeswehrapotheke

Quakenbrück (dpa) - Mehr als 230.000 Dosen des Corona-Impfstoffs des Herstellers Johnson & Johnson sind am Dienstag nach dpa-Informationen in der Bundeswehrapotheke im niedersächsischen Quakenbrück angekommen. Alle Corona-Impfdosen für Deutschland werden zunächst dorthin gebracht. Von dort wird der Impfstoff dann an die Bundesländer verteilt.

Wann der Impfstoff von Johnson & Johnson weitertransportiert wird, ist zunächst unklar. Am Dienstag hatte der Pharmakonzern mitgeteilt, den Marktstart seines Impfstoffs in Europa zu verschieben. Hintergrund sind Berichte über Sinusvenenthrombosen nach Impfungen. Der Konzern will die Fälle mit Experten und den Gesundheitsbehörden untersuchen.

16:35 Uhr

Neue Studien: Patienten mit B.1.1.7 haben höhere Viruslast

London (dpa) - Die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 ist aktuellen Studien zufolge ansteckender als die ursprüngliche Form. Allerdings fanden die Forscher keine Belege für eine höhere Tödlichkeit der Variante, wie aus zwei separaten Studien hervorgeht, die am Dienstag in den Fachjournalen „The Lancet Infectious Diseases“ und „The Lancet Public Health“ veröffentlicht wurden.

Bereits zuvor hatten Untersuchungen ergeben, dass die Variante B.1.1.7 sich leichter von Mensch zu Mensch überträgt als die in Wuhan entdeckte Wildform des Virus. Allerdings war in diesen Studien teilweise auch eine höhere Sterblichkeit bei mit B.1.1.7 Infizierten festgestellt worden. In einer Mitteilung von „The Lancet“ heißt es nun: „Eine beobachtende Studie von Patienten in Londoner Krankenhäusern legt nun nahe, dass die Variante B.1.1.7 nicht mit schwereren Verläufen und mehr Todesfällen einhergeht.“ Allerdings ist bei der Interpretation zu berücksichtigen, dass die Studie anhand ihrer Stichprobe nur Aussagen über Patienten machen kann, die mit COVID-19 im Krankenhaus behandelt wurden.

Die Forscher des University College London untersuchten mit PCR-Tests die Viruslast von Infizierten und werteten die in diesem Zeitraum aufgetretenen schweren Verläufe und Todesfälle aus. Bei Infizierten mit der sogenannten britischen Variante stellten sie eine höhere Viruslast fest. Der Anteil der Patienten, die an COVID-19 starben, war jedoch bei der Variante nicht erhöht.

Die andere in „The Lancet“ veröffentlichte Studie wertete Symptome von COVID-19-Patienten aus, die diese über eine App des Gesundheitssystems meldeten. Mittels Gensequenzierung stellten sie zudem fest, an welcher Corona-Variante die Betroffenen erkrankt waren. Auch diese Studie stellte keine signifikanten Unterschiede bei der Schwere der Erkrankung sowie bei nachweisbaren Langzeitwirkungen einer Infektion fest. Die Forscher wiesen jedoch für die britische Variante eine deutliche Erhöhung des R-Wertes nach, der die Entwicklung der Pandemie beschreibt. Das spricht ebenfalls für eine erhöhte Übertragbarkeit der Variante.

Da die Studien beide im vergangenen Winter in London und Südengland durchgeführt wurden, wo sich die Variante B.1.1.7 zu dieser Zeit rapide ausbreitete, hatten die Forscher eine gute Vergleichbarkeit beider Varianten. Allerdings räumen die Wissenschaftler ein, dass bisherige Studien teilweise zu anderslautenden Ergebnissen gekommen seien und zusätzliche Forschung nötig sei.

16:10

Corona-Impfstoff: Johnson & Johnson verschiebt Europa-Start

New Brunswick (dpa) - Der Pharmakonzern Johnson & Johnson verzögert den Marktstart seines Impfstoffs in Europa. Das teilte der US-Konzern am Dienstag mit. Man habe Berichte über Sinusvenenthrombosen überprüft und sich für die Verzögerung entschieden.

15:54 Uhr

EU-Kommissar: Zertifikat für einfacheres Reisen soll Ende Juni kommen

Brüssel (dpa) - Rechtzeitig zu den Sommerferien in Deutschland soll das einheitliche COVID-Zertifikat für einfacheres Reisen in Europa Ende Juni startklar sein. „Natürlich möchten wir vor dem Sommer bereit sein“, sagte EU-Justizkommissar Didier Reynders am Dienstag im Europaparlament. Ende Juni sollten sowohl die Gesetzgebung als auch die technischen Vorbereitungen fertig sein. Bislang hatte die EU-Kommission den 1. Juni als Stichtag genannt. Reynders zufolge ist für Anfang Juni nun eine Pilotphase geplant.

Um EU-weites Reisen in der Corona-Krise einfacher zu machen, hatte die EU-Kommission im März die Einführung eines „grünen Zertifikats“ vorgeschlagen– angelehnt an den „Grünen Pass“ für Geimpfte in Israel. Das Dokument soll Impfungen, Ergebnisse zugelassener Tests und Informationen zu überstandenen Infektionen festhalten und EU-weit anerkannt werden. Vor allem Urlaubsländer wie Griechenland oder Spanien, deren Wirtschaft stark vom Tourismus abhängt, hatten sich für das Vorhaben eingesetzt. Aber auch die Bundesregierung unterstützt das Vorhaben und den straffen Zeitplan.

Nach dem Vorschlag der EU-Kommission soll jeder das Zertifikat– digital oder auf Papier– kostenlos bekommen, alle EU-Staaten sollen es anerkennen. Zentraler Punkt ist ein QR-Code, der die Sicherheit und Echtheit des Zertifikats garantieren soll. Grundsätzlich soll es den EU-Staaten jedoch überlassen bleiben, welche Vorteile sie Geimpften, Getesteten oder Genesenen gewähren. So können sie beispielsweise weiter Quarantäne oder Tests verlangen.

15:38 Uhr

Laborverband: Rate positiver Corona-Tests steigt weiter

Berlin (dpa) - Der Anteil positiver Corona-Labortests nimmt in Deutschland weiter zu. Die sogenannte Positivrate bei Tests aus der Woche vom 5. bis 11. April ist auf rund 12,8 Prozent angewachsen, wie aus Daten der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) vom Dienstag hervorgeht. Seit Anfang März (6,4 Prozent) ist diese Zahl demnach kontinuierlich gestiegen. In den Wochen vor und nach Ostern wurden laut ALM-Statistik je rund eine Million PCR-Tests auf das Coronavirus verzeichnet bei einer Kapazität von rund 1,9 Millionen. Die meisten wöchentlichen Tests seit Anfang März waren mit mehr als 1,28 Millionen in der Zeit vom 22. bis 28. März erfasst worden. Die Angaben basieren auf Daten von knapp 180 Laboren und stellen nach ALM-Angaben etwa 90 Prozent des Testgeschehens in Deutschland dar.

15:28 Uhr

100.000 Impfdosen von Johnson & Johnson in Niedersachsen erwartet

Hannover (dpa/lni) - Niedersachsen soll in dieser Woche die ersten rund 100.000 Impfstoffdosen des US-Herstellers Johnson & Johnson erhalten. In den Corona-Impfzentren kann damit künftig ein viertes Präparat nach denen von Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca eingesetzt werden. Mit Johnson & Johnson sollen zunächst gezielt Menschen über 80 Jahre geimpft werden, wie die Vize-Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, am Dienstag in Hannover sagte. Was übrig bleibe, sei für die Impfung von Schul- und Kitapersonal vorgesehen.

Johnson & Johnson habe als erster Impfstoff den Vorteil, dass nur eine einzige Impfung notwendig sei, erklärte Schröder. In den USA haben die Behörden derweil eine vorübergehende Aussetzung der Impfungen mit dem Wirkstoff empfohlen. Hintergrund sind sechs Fälle von Sinusvenenthrombosen, die nach den Impfungen auftraten. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, während die Fälle genauer untersucht werden, teilten die Gesundheitsbehörde CDC und die Arzneimittelbehörde FDA mit.

14:11 Uhr

Bayern will sich Ende Mai von Impf-Priorisierung lösen

München (dpa) - Der Freistaat Bayern will sich spätestens Ende Mai von der Impf-Priorisierung lösen. Dann soll möglichst schnell allen in Frage kommenden Menschen ein Impfangebot gemacht werden, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München.

Einige der 100 Impfzentren in Bayern seien schon jetzt in Priorisierungsstufe 3, sagte Holetschek. Das heißt, dass ein großer Teil der Mitglieder von Risikogruppen bereits mindestens einmal geimpft ist. Insgesamt habe Bayern bereits mehr als drei Millionen der 13 Millionen Einwohner mit einer Erstimpfung versorgt, 860.000 Menschen hätten vollen Impfschutz. Die Einbeziehung der Hausarztpraxen habe sich bewährt, sagte Holetschek.

13:34 Uhr

Impfung für alle ab 18 mit Sonderkontingent im Corona-Hotspot Hof

Hof (dpa) - Im bundesweiten Corona-Hotspot Hof haben am Dienstag die Impfungen gegen das Coronavirus für alle ab 18 Jahren begonnen. Rund 4.000 Menschen sollen dafür mit einem Sonderkontingent des AstraZeneca-Vakzins geimpft werden, wie eine Sprecherin des Landratsamts erklärte. Seit Freitag konnten sich im Hofer Land alle Erwachsenen unabhängig von Vorerkrankungen oder Beruf für einen Impfung mit den zusätzlichen Impfdosen anmelden. Die Termine dafür seien alle vergeben.

Die Nachfrage nach einem Impftermin war so groß, dass der Server des Landkreises zeitweise überlastet war. Der Impfstoff des Herstellers AstraZeneca wird eigentlich nur für Menschen ab 60 Jahre empfohlen, Jüngere können sich nach Beratung aber auch damit impfen lassen.

Die Region Hof hat seit Tagen die höchsten Corona-Infektionszahlen in ganz Deutschland. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete für die Stadt Hof am Dienstag 560,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Im Landkreis Hof lag der Wert demnach bei 450,4, bayernweit bei 159,7. Als Corona-Hotspot in der Grenzregion kann Hof von der bundesweiten Impfreihenfolge abweichen.

11:28 Uhr

Zahl der Organspender blieb trotz Corona nahezu unverändert

Frankfurt/Main (dpa) - Die Zahl der Organspender in Deutschland ist im vergangenen Jahr trotz der Corona-Pandemie nahezu unverändert geblieben. In anderen europäischen Ländern, insbesondere in Spanien und Frankreich, waren dagegen zum Teil prozentual zweistellige Einbrüche bei Organspenden zu beobachten, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hervorgeht.

Mit der Transplantation von insgesamt 2.941 Organen von 913 verstorbenen Spendern habe es in Deutschland nur einen leichten Rückgang um 2 Prozent gegeben, hieß es. Mit 1.447 Transplantationen waren Nieren und Leber mit 746 Organspenden am häufigsten. Allerdings bestand gerade bei Nieren eine lange Warteliste von 7.338 benötigten Organen. Insgesamt standen Ende vergangenen Jahres bundesweit 9.463 benötigte Organe auf der Warteliste, so die DSO.

11:10 Uhr

Kabinett beschließt verpflichtende Corona-Testangebote für Firmen

Berlin (dpa) - Die Unternehmen in Deutschland müssen ihren Beschäftigten verpflichtend Corona-Tests anbieten, wenn sie nicht im Homeoffice arbeiten. Das hat das Bundeskabinett nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag beschlossen. „Im Grundsatz müssen Betriebe ihren Beschäftigten einmal pro Woche ein Testangebot machen. Nur ausnahmsweise darf die Verpflichtung zwei Tests pro Woche umfassen“, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Es handelt sich bei dem Beschluss lediglich um eine Angebotspflicht, eine Testpflicht für Arbeitnehmer gibt es nicht. Auch eine Dokumentationspflicht soll es nicht geben.

Lange hatte sich das Bundeswirtschaftsministerium von Peter Altmaier (CDU) gegen einen solchen Beschluss gesträubt und nach Angaben des Ministeriums auf die Freiwilligkeit von Unternehmen gesetzt.

Für viele Unternehmen ändert sich mit einer solchen Angebotspflicht aus Sicht des Wirtschaftsministeriums nicht viel. Nach Angaben des Ministeriums bieten inzwischen rund 70 Prozent der Unternehmen ihren Beschäftigten wöchentliche Testmöglichkeiten an, weitere Angebote kämen hinzu. Das belegten auch die Befragungen der Bundesregierung aus der vergangenen Woche. Mitte März waren es noch rund 35 Prozent.

9:46 Uhr

Indien lässt russischen Impfstoff Sputnik V zu

Neu Delhi (dpa-AFX) - Die indische Arzneimittelzulassungsbehörde hat dem russischen Impfstoff Sputnik V eine Notzulassung erteilt. Das gab der staatliche russische Direktinvestmentfonds RDIF, der das Vakzin im Ausland vermarktet, in der Nacht zum Dienstag bekannt. Indische Pharmafirmen sollen den Impfstoff selbst in Massenproduktion herstellen. Es werde so mit mehr als 850 Millionen Dosen im Jahr gerechnet.

Indien erteilte die Zulassung, nachdem es diese Woche in absoluten Zahlen das nach den USA am meisten von Corona betroffene Land geworden war und Brasilien überholt hatte. Insgesamt gibt es in der größten Demokratie der Welt mit ihren mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern mehr als 13,6 Millionen bekannte Infektionen, davon knapp 162.000 in den vergangen 24 Stunden.

9:45 Uhr

Ministerium: Impfzentren und Modellpraxen arbeiten vorerst weiter

Potsdam (dpa/bb) – Die Impfzentren des Landes und die Modellpraxen sollen in Brandenburg so lange bestehen bleiben, bis Vertragsärzte flächendeckend gegen das Coronavirus impfen können. Dieses Ziel solle so schnell wie möglich erreicht werden, teilte das  Gesundheitsministerium auf eine Anfrage aus der SPD-Landtagsfraktion mit.

Seit vergangenen Mittwoch können in Brandenburg auch Hausärzte den Corona-Impfstoff verwenden. Laut Kassenärztlicher Vereinigung Brandenburg (KVBB) sind derzeit 850 Hausarztpraxen und 335 Modellpraxen an der Impfstrategie des Landes beteiligt. Zudem wird in Krankenhäusern und mit mobilen Teams geimpft. Ziel sei es, neben den Hausärzten auch Fachärzte mit einzubeziehen. Laut KVBB könnten in Brandenburg bis zu 2.500 Praxen Impfangebote unterbreiten. 

Die Modellpraxen befinden sich derzeit gegenüber den Hausarztpraxen im Vorteil. Sie können die beiden Impfstoffe von Biontech/Pfizer und von AstraZeneca in größeren Mengen anbieten, die ihnen das Land liefert. Im Gegensatz dazu bekommen Hausärzte bislang nur über die Apotheken bestellten Impfstoff von Biontech/Pfizer in geringen Mengen.

9:20 Uhr

Verband: Impfstoffe können schnell auf Mutanten angepasst werden

Berlin/Wien (dpa) - Corona-Impfstoffe können nach Angaben einer Expertin recht schnell auf mutierte Virustypen angepasst werden. „Für die Entwicklung müssen wir zirka sechs bis acht Wochen rechnen“, erklärte die Präsidentin des Österreichischen Verbands der Impfstoffhersteller, Renée Gallo-Daniel, der dpa. Zunächst prüften die Hersteller aber, ob die vorliegenden Impfstoffe gegen die Mutanten wirksam oder zumindest teilweise wirksam sind.

Muss ein Impfstoff adaptiert werden, handle es sich um einen neuen Impfstoff, der wieder zugelassen werden müsse, erläuterte Gallo-Daniel. „Nach der Zulassung muss dann die Produktion umgerüstet werden.“ Hier stelle sich die Frage, ob die gesamte Produktion auf die neuen, angepassten Impfstoffe umgestellt werden muss oder nur ein Teil. Zu klären sei auch, ob beide Impfstoffe gespritzt werden müssen oder man komplett auf den neuen „umswitcht“. Die Umstellung der Produktion dauere ebenfalls einige Wochen.

9:05 Uhr

Großbritannien: Allen über 50-Jährigen wurde Corona-Impfung angeboten

London (dpa) - Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat die britische Regierung nach eigenen Angaben ihr nächstes Ziel erreicht. Allen Über-50-Jährigen sei eine Impfung gegen das Virus angeboten worden, teilte die Regierung am Dienstag mit. Damit kommt die Kampagne etwas schneller voran als geplant. „Wir haben jetzt einen weiteren wichtigen Meilenstein in unserem Impfprogramm erreicht“, sagte Premierminister Boris Johnson der Mitteilung zufolge. Schon bald sollen die ersten Unter-50-Jährigen geimpft werden.

Insgesamt haben im Vereinigten Königreich bisher mehr als 32 Millionen Menschen eine erste Impfung erhalten. Das ist deutlich mehr als die Hälfte der Erwachsenen. Gut 7,5 Millionen wurde bereits die für den kompletten Schutz notwendige zweite Dosis gespritzt. Am Dienstag wurde erstmals der Impfstoff des US-Konzerns Moderna eingesetzt. Es ist das dritte Mittel, das in Großbritannien genutzt wird.

Wegen des Erfolgs des Impfprogramms sind seit Montag in England wieder Geschäfte, Friseure und Außengastronomie geöffnet. Zahlreiche Menschen nutzten die Lockerungen für Einkäufe und den ersten Haarschnitt seit Monaten. Angesichts von Bildern Hunderter Feiernder in Kneipen im Londoner In-Bezirk Soho warnten Beobachter, die Fortschritte nicht zu gefährden und die Abstandsregeln weiter einzuhalten.

Am Montag hatte die Regierung den höchsten Anstieg von Neuinfektionen seit Anfang April gemeldet. In Südlondon wurden 44 bestätigte Fälle der zunächst in Südafrika entdeckten Corona-Variante B.1.351 bekannt sowie 30 Verdachtsfälle. Dutzende Menschen in den Bezirken Wandsworth und Lambeth seien in Selbstisolation, teilten die Behörden mit.

8:40 Uhr

Finanzminister will Betriebe für Testangebotspflicht nicht entlasten

Berlin (dpa) - Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will Unternehmen nicht für zusätzliche Kosten durch die geplante Corona-Testangebotspflicht entschädigen. „Das ist jetzt eine nationale Kraftanstrengung und da müssen alle mitmachen“, sagte er am Dienstagmorgen im „Deutschlandfunk“ und betonte: „Unternehmen, die einen Betrieb aufhaben, die ihre Produktion fortsetzen können, die sind ja in einer weitaus besseren Lage als die Unternehmen, die jetzt wirklich damit jeden Tag zu kämpfen haben, dass zum Beispiel das Restaurant nicht aufgeht, dass das Hotel nicht ordentlich betrieben werden kann.“

Freiwillige Testangebote für Firmen reichen laut Scholz nicht aus. Wie aus einem Entwurf der Verordnung hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sollen Unternehmen verpflichtend einmal in der Woche Tests zur Verfügung stellen. Sie müssen aber nicht dokumentieren, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Angebote auch nutzen. Wer viel Kundenkontakt hat oder in Gemeinschaftsunterkünften lebt, soll Anspruch auf zwei Tests haben.

„Insofern geht es hier um Anstrengungen, die alle unternehmen müssen. Wir haben sehr umfassende Wirtschaftshilfen auf den Weg gebracht“, sagte der Vizekanzler. «Letztes Jahr waren es 80 Milliarden. Wenn man die Steuererleichterungen dazurechnet, knapp 190 Milliarden, alles zusammen», ergänzte der SPD-Kanzlerkandidat. „Deshalb glaube ich, dass diese Testpflicht eine zumutbare und notwendige Maßnahme ist“

In der Bundesregierung wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Paketlösung zu verpflichtenden Corona-Testangeboten angestrebt. Eine entsprechende Änderung der Arbeitsschutzverordnung soll gemeinsam mit der geplanten Novelle des Infektionsschutzgesetzes für eine bundesweite Corona-Notbremse kommen. Verlängert wird damit auch die Pflicht für Unternehmen, ihren Mitarbeitern wo irgend möglich die Arbeit im Homeoffice zu erlauben.

8:02 Uhr

Heil: Bisheriges Angebot für Corona-Tests in Betrieben 'reicht nicht'

Berlin (dpa-AFX) - Angesichts der Diskussion um eine Angebotspflicht für Coronatests in Unternehmen hat Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) betont, dass Freiwilligkeit allein nicht ausreiche. „Erfahrungen zeigen, 60 Prozent der Beschäftigten haben jetzt schon ein Testangebot. Das ist schon richtig gut, dass Unternehmen sich da engagieren. Aber das reicht nicht“, sagte Heil am Dienstagmorgen im ARD-„Morgenmagazin“. „Wir müssen das flächendeckend machen angesichts der Welle der Pandemie.“

Unternehmen in Deutschland sollen künftig ihren Beschäftigten einmal in der Woche Tests zur Verfügung stellen, wenn diese nicht im Homeoffice arbeiten. Das geht aus einem Entwurf der Bundesregierung hervor. Beschäftigte müssen demnach das Angebot aber nicht annehmen. Wer viel Kundenkontakt hat oder in Gemeinschaftsunterkünften lebt, soll Anspruch auf zwei Tests haben.

„Das ist Aufwand, aber es ist nicht unverhältnismäßig. Und der Markt, das sagt der Bundesgesundheitsminister inzwischen auch, gibt es her, dass man sich solche Tests auch beschaffen kann“, sagte Heil. „Wir schreiben nicht eine bestimmte Form des Tests vor, sondern alle Antigen-Schnelltest gehören dazu.“

In der Bundesregierung wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zur Testangebotspflicht eine Paketlösung angestrebt. Die entsprechende Änderung der Arbeitsschutzverordnung soll gemeinsam mit der geplanten Novelle des Infektionsschutzgesetzes für eine bundesweite Corona-Notbremse kommen.

5:39 Uhr

Mehr als 15 000 Teststellen in Deutschland - Lob von Spahn

BERLIN (dpa-AFX) - In Deutschland sind mehr als 15 000 Teststellen für kostenlose Corona-Tests geschaffen worden. Das sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der „Welt“ nach einer Umfrage seines Ressorts in den Ländern. „Das gibt uns mehr Sicherheit in dieser schwierigen Phase der Pandemie.“

Der Bund hatte Anfang März die Finanzierung der Tests übernommen, Länder und Kommunen waren für die Einrichtung der Stellen zuständig. Sie umfassen etwa Testzentren und Apotheken. Die meisten gibt es dem Bericht zufolge mit 5776 im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (Stand 8. April). Im bundesweiten Durchschnitt sind es 37 Teststellen pro Landkreis oder kreisfreier Stadt.

Über die Zahl der durchgeführten Schnelltests konnten die meisten Länder keine Angaben machen. In Nordrhein-Westfalen waren es allein im März 3,64 Millionen. Dort wurden 3787, also 0,1 Prozent, als positiv gemeldet. Angesichts von knapp 18 Millionen Landesbewohnern ist eine wöchentliche Testung eines jeden jedoch noch weit entfernt.

 

4:00 Uhr

Studien: Britische Variante nicht tödlicher - aber höhere Viruslast

London (dpa) - Die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 ist aktuellen Studien zufolge ansteckender als die ursprüngliche Form, allerdings nicht tödlicher. Zu diesem Schluss kommen Forscher in zwei separaten Studien, die am Dienstag in den Fachmagazinen „The Lancet Infectious Diseases“ und „The Lancet Public Health“ veröffentlicht wurden. Zuvor hatte es teilweise die Annahme gegeben, die Variante B.1.1.7 sei nicht nur leichter übertragbar als die in Wuhan entdeckte Wildform des Virus, sondern könne auch zu einer höheren Sterblichkeit unter den Patienten führen.

In ihrer Studie untersuchten Forscher des University College London mit PCR-Tests die Viruslast von Infizierten und werteten die in diesem Zeitraum aufgetretenen schweren Verläufe und Todesfälle aus. Bei Infizierten mit der sogenannten britischen Variante stellten sie eine höhere Viruslast fest. Der Anteil der Patienten, die an COVID-19 starben, war jedoch bei der Variante nicht erhöht.

Die andere in „The Lancet“ veröffentlichte Studie wertete Symptome von COVID-Patienten aus, die diese über eine App des Gesundheitssystems meldeten. Mittels Gensequenzierung stellten sie zudem fest, an welcher Corona-Variante die Betroffenen erkrankt waren. Auch diese Studie stellte keine signifikanten Unterschiede bei der Schwere der Erkrankung sowie bei nachweisbaren Langzeitwirkungen einer Infektion fest. Die Forscher wiesen jedoch für die britische Variante eine deutliche Erhöhung des R-Wertes nach, der die Entwicklung der Pandemie beschreibt. Das spricht ebenfalls für eine erhöhte Übertragbarkeit der Variante.

Da die Studien beide im vergangenen Winter in London und Südengland durchgeführt wurden, wo sich die Variante B.1.1.7 zu dieser Zeit rapide ausbreitete, hatten die Forscher eine gute Vergleichbarkeit beider Varianten. Allerdings räumen die Wissenschaftler ein, dass zusätzliche Studien nötig seien, um die Erkenntnisse weiter zu bestätigen.


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