STIKO-Entwurf: Nur Kinder mit bestimmten Erkrankungen gegen Corona impfen

Die Corona-News des Tages

Berlin - 08.06.2021, 11:00 Uhr

(Bild: peterschreiber.media / AdobeStock)

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Lesen Sie heute in den Corona-News: FDP fordert Sonderermittler im Streit um Corona-Schutzmasken / STIKO-Entwurf: Nur Kinder mit bestimmten Erkrankungen gegen Corona impfen / Appell vor G7-Gipfel: Patente zur Impfstoffproduktion freigeben / Wie sicher ist der EU-Impfnachweis? / Landesgesundheitsminister: Curevac-Impfstoff nicht vor August

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie überschlagen sich an manchen Tagen die Nachrichten zu COVID-19. 

Um Ihnen den Überblick zu erleichtern, bietet DAZ.online Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Corona-News des Tages – direkt aus dem News-Kanal der Deutschen Presse-Agentur. 

15:16 Uhr

STIKO-Entwurf: Nur Kinder mit bestimmten Erkrankungen gegen Corona impfen

Berlin (dpa) - Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Corona-Impfung laut einem vorläufigen Entwurf nur Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen. Das Gremium nennt laut dem als vertraulich gekennzeichneten Papier, das der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag vorlag, rund ein Dutzend Krankheitsbilder, die mit anzunehmendem erhöhtem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf einhergingen. Eine generelle Impfempfehlung für die Altersgruppe wird in dem Entwurf nicht ausgesprochen. Zuvor hatten „Business Insider“ und andere Medien darüber berichtet.

Die STIKO listet auf: Fettleibigkeit, angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression, schwere Zyanose, schwere Herzinsuffizienz, schwere pulmonale Hypertonie, chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion, chronische Niereninsuffizienz, chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen, maligne Tumorerkrankungen, Trisomie 21 (Down-Syndrom) und syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung.

Zusätzlich sieht der STIKO-Entwurf eine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren vor, „in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden Schutz nach Impfung besteht (z.B. Menschen unter relevanter immunsuppressiver Therapie)“.

Wie nach entsprechenden Äußerungen von STIKO-Mitgliedern zu erwarten war, wird im Entwurf zunächst wegen „großer Wissenslücken“ hinsichtlich der Sicherheit keine generelle Impfempfehlung für die Altersgruppe ausgesprochen. Der Piks sei aber „nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz des Kindes oder Jugendlichen bzw. der Sorgeberechtigten möglich“.

Der Entwurf war an Länder und Fachgesellschaften gegangen, die noch Änderungen einbringen konnten. Eine Veröffentlichung der finalen Fassung wird für Donnerstag erwartet. Grundlage sind Analysen von Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit des mRNA-Impfstoffs von Biontech/Pfizer (Comirnaty) bei 12- bis 17-Jährigen und Auswertungen zur Epidemiologie und dem Krankheitsbild bei COVID-19. Das Expertengremium wog Nutzen und Risiken gegeneinander ab.

15:10 Uhr

Landesgesundheitsminister: Curevac-Impfstoff nicht vor August

Stuttgart (dpa-AFX) - Die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Tübinger Firma Curevac dauert länger als geplant. Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) bestätigte am Dienstag in Stuttgart, dass sich das Verfahren weiter verzögern wird. Zuletzt hatte es geheißen, man rechne mit einer Zulassung im Juni. Lucha sagte, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe in der Gesundheitsministerkonferenz mitgeteilt, „dass wir nach der derzeitigen Situation leider erst realistisch im August erwarten können, dass der Curevac-Impfstoff zulassungsfähig appliziert werden kann oder zugelassen wird“. Der Grünen-Politiker erklärte, dass es bei der von Curevac durchgeführten klinischen Studie zu dem Vakzin „Komplikationen“ gebe.

Zuvor hatte „Business Insider“ berichtet, dass Spahn in der Konferenz berichtet habe, dass die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) „nicht vor August“ mit einer Zulassung des Curevac-Mittels rechne. Bei der Studie gebe es noch nicht genug Teilnehmer. Noch Ende Mai hatte es demnach in internen Lieferprognosen der Bundesregierung geheißen, dass bis Ende Juni 1,4 Millionen Dosen von Curevac kommen, bis Ende September 9,4 Millionen und im letzten Quartal des Jahres 28,9 Millionen. In den aktualisierten Prognosen von Juni tauche Curevac nun für dieses Jahr gar nicht mehr auf.

13:57 Uhr

Hessen: Impfzentren sollen maximal bis Ende September betrieben werden

Wiesbaden (dpa/lhe) - Die 28 hessischen Impfzentren sollen spätestens am 30. September dieses Jahres schließen. Diese Entscheidung des Corona-Kabinetts teilte das Innenministerium am Dienstag in Wiesbaden mit. Bis zu diesem Zeitpunkt sei eine Finanzierung durch den Bund und das Land sichergestellt. Impfungen würden anschließend weiterhin in Arztpraxen und durch Betriebsärzte erfolgen, teilte das Ministerium mit.

Die Impfzentren werden von den Landkreisen und kreisfreien Städten betrieben. Jeder, der seine Erstimpfung in einem Zentrum bekommen habe, werde auch noch die Möglichkeit bekommen, dort seine Zweitimpfung zu erhalten. Für die Impfzentren erhält das Land den Angaben zufolge derzeit durchschnittlich rund 180.000 Impfdosen pro Woche. Weitere Lieferungen gehen über die Apotheken an Arztpraxen und Betriebsärzte.

„Bereits im November 2020 hat die Landesregierung unterstrichen, dass es unser Ziel ist, die Schutzimpfungen gegen das Coronavirus in die Regelversorgung zu überführen, sobald es möglich ist“, erklärte Innenminister Peter Beuth (CDU). „Dies wird Ende des dritten Quartals der Fall sein.“ Schon jetzt gehe der überwiegende Teil der Impfstoffe an die Haus- und Betriebsärzte. Dort werde nun nach und nach mehr geimpft.

10:00 Uhr

Wie sicher ist der EU-Impfnachweis?

Berlin (dpa) - Bald schon soll es auch in Deutschland kommen: das digitale COVID-19-Zertifikat der EU. Vollständig Geimpfte, Genesene und negativ Getestete können sich dann bei der Einreise in ein anderes EU-Land damit ausweisen, Beschränkungen wie Quarantäne- oder Testpflichten sollen für sie wegfallen. Doch ist der digitale Impfnachweis fälschungssicher?

Wer fälschen möchte, für den genügt – wie so oft – zunächst ein Blick ins Internet. Ein bedruckbares Etikett in der Größe des Impfstoff-Aufklebers lässt sich auf Online-Marktplätzen legal kaufen. Auch selbst bestückbare Stempel sind frei verfügbar. Der Chaos Computer Club (CCC) weist deshalb auf das Fälschungsrisiko hin: Weder das Chargenetikett der Corona-Impfung noch Arztstempel und Unterschrift im herkömmlichen Impfbuch weisen einer Stellungnahme zufolge besondere Sicherheitsmerkmale auf.

Bundesgesundheitsminister Spahn wies zuletzt darauf hin, dass „Fehler- oder Fälschungsanfälligkeit“ mit Blick auf den digitalen Impfausweis vor allem beim Übertrag gegeben seien. Hintergrund ist, dass Bürgerinnen und Bürger, die schon vor Einführung des sogenannten CovPass vollständig geimpft worden sind, ihr digitales Zertifikat in Impfzentren, Arztpraxen und auch in Apotheken erhalten können. Die Apothekerin müsste also entscheiden, ob der analoge Impfeintrag im gelben Impfbuch echt ist. Spahn sagte dazu, dies könne man am Ende „nur nach fachlicher Augenscheinkontrolle machen“. Daher werde man eine Fälschung „nicht zu hundert Prozent ausschließen können“.

Apotheken sehen sich hingegen dazu in der Lage, Fälschungen zu erkennen. „Apotheker sind Arzneimittelexperten und Impfstoffe sind auch Arzneimittel“, sagte Christian Splett von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). „Jede Apotheke muss jeden Tag hundert oder mehr Rezepte auf ihre Echtheit prüfen. Apotheker trauen sich daher zu, auch Impfausweise zu prüfen.“

9:13 Uhr

Spahn zu Streit um Schutzmasken: „Schwieriger Umgang“ unter Partnern

Berlin (dpa) - Im Streit um die Verteilung von angeblich weniger geprüften Corona-Schutzmasken zwischen Union und SPD hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Koalitionspartner erneut kritisiert. „Das ist unter Partnern jedenfalls – und das sind ja Koalitionspartner – schon ein schwieriger Umgang“, sagte Spahn am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. „Wir haben das sachlich, fachlich miteinander aufgeklärt vor sechs Monaten.“ Nun stelle sich die Frage, warum das, was vor Monaten „geräuschlos“ ging, nun kurz vor einer Wahl hochkomme.

Spahn zeigte sich vom Koalitionspartner enttäuscht. „Da, wo ich herkomme, unter Partnern, sagt man Entschuldigung, wenn man sich verrannt hat. Und das ist wohl nicht zu erwarten in diesem Fall.“ Er kündigte an, sich weiter auf das zentrale Thema der Corona-Impfungen fokussieren zu wollen. Er bekräftigte außerdem seinen Appell an die Impfwilligen in Deutschland, sich noch für „wenige Wochen“ in Geduld zu üben, wenn sie noch keinen Impftermin hätten. Spahn betonte: „Es geht um Wochen, nicht um Monate.“

5:42 Uhr

Appell vor G7-Gipfel: Patente zur Impfstoffproduktion freigeben

Carbis Bay (dpa) - Vor dem G7-Gipfel in Großbritannien haben regierungsunabhängige Organisationen die reichen Industrieländer aufgefordert, im Kampf gegen die Pandemie die Patente für Impfstoffe freizugeben. Auch müsse Technologie in ärmere Länder transferiert werden, um dort eine Produktion aufzubauen. „Spenden können marginal helfen, aber die Entwicklungsländer brauchen die Rechte, das Know-how und die Technologie zur eigenen, regionalen Herstellung der Impfstoffe“, sagte Jörn Kalinski von Oxfam International am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur vor dem Gipfel im britischen Carbis Bay.

Scharfe Kritik wurde an Deutschland und G7-Gastgeber Großbritannien geübt, die einen Vorstoß von US-Präsident Joe Biden und Ländern wie Indien und Südafrika zur vorübergehenden Aufhebung der Impfpatente „blockieren“. „Mit ein paar gespendeten, überzähligen Impfdosen kann die Welt nicht geimpft werden“, sagte Kalinski. „Die COVID-19-Pandemie ist eine weltweite Katastrophe, und es kann nicht sein, dass die Mittel und das Wissen zu ihrer Bekämpfung sich in Privatbesitz befinden.“ Die Entwicklung der Impfstoffe sei mit Milliarden an öffentlichen Geldern unterstützt worden. „Sie sind ein globales Gut und gehören unter öffentliche Kontrolle.“

5:00 Uhr

FDP fordert Sonderermittler im Streit um Corona-Schutzmasken

Berlin (dpa) - In der Debatte um die Verteilung von angeblich weniger geprüften Corona-Schutzmasken fordert die FDP den Einsatz eines Sonderermittlers. FDP-Bundestagsfraktionsvize Michael Theurer sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag): „Die Faktenlage deutet auf eine lange Fehlerkette von Minister Spahn hin. Wir haben den Eindruck, bei den jetzt bekanntgewordenen Vorgängen um die Bestellung der Masken handelt es sich nur um die Spitze des Eisbergs.“ Die Vorgänge müssten schnell und lückenlos aufgeklärt werden.

Für einen Untersuchungsausschuss im Bundestag sei es nun leider zu spät, sagte Theurer mit Blick auf die im September anstehende Bundestagswahl. Er forderte: „Die Bundesregierung oder der Bundestag müssen deshalb umgehend einen Sonderermittler einsetzen, der am besten vom Bundesrechnungshof kommen sollte.“


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