Zweiter Impfstoff für die Arztpraxen

Das sind die Bestell-Regeln für Comirnaty plus Vaxzevria

Berlin - 09.04.2021, 15:30 Uhr

Nach Comirnaty kommt bald auch Vaxzevria in die Arztpraxen. Was müssen Apotheken bei der Bestellung beachten? (c / Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Nach Comirnaty kommt bald auch Vaxzevria in die Arztpraxen. Was müssen Apotheken bei der Bestellung beachten? 
(c / Foto: IMAGO / Beautiful Sports)


Ab Kalenderwoche 16 wird mit Vaxzevria von AstraZeneca neben Comirnaty von Biontech/Pfizer ein zweiter Impfstoff gegen COVID-19 an die Arztpraxen ausgeliefert. Jetzt informiert der Deutsche Apothekerverband, was die Apotheken bei der Bestellung in der kommenden Woche beachten müssen. Wichtig: Auch für Vaxzevria gibt es jetzt eine PZN.

Bis kommenden Dienstag um 15 Uhr müssen die Apotheken bei ihrem Hauptlieferanten die Corona-Impfstoffe für die folgende Woche bestellen. Dann wird neben Comirnaty® von Biontech/Pfizer auch Vaxzevria® von AstraZeneca ausgeliefert werden. „Nach Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit stehen insgesamt etwa eine Million Impfstoffdosen für den niedergelassenen Bereich zur Verfügung, von denen etwa 45 Prozent auf Comirnaty und 55 Prozent auf Vaxzevria entfallen“, schreibt der Deutsche Apothekerverband (DAV) jetzt an die Landesapothekerverbände.

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Die Impfstoffe sollen demnach möglichst zu gleichen Teilen bestellt werden. Der Arzt erhält also zum Beispiel jeweils ein Vial Comirnaty und ein Vial Vaxzevria, wenn er 16 Dosen Impfstoff bestellt. Das entspricht sechs (Comirnaty) beziehungsweise zehn (Vaxzevria) Impfdosen. „Mit Blick auf die gleichmäßige Verteilung soll die Apotheke beim pharmazeutischen Großhändler jeweils im Verhältnis 1 zu 1 bezogen auf die Anzahl der Vials von Comirnaty und Vaxzevria bestellen“, betont der DAV. „Es darf keinesfalls über die Bestellungen der Ärzte hinaus aufgestockt werden.“

Mit Blick auf die insgesamt zur Verfügung stehende Menge an Impfstoffen, die unterschiedlichen Bedarfe der Ärzte und die gleichmäßige Verteilung bittet der Verband in einem Musterschreiben für seine Mitgliedsorganisationen an die Apotheken dringend, bei der Bestellung Folgendes zu beachten:

  • Die Ärzte sollen den COVID-19-Impfstoff für die KW 16 wie bisher wiederum generisch verordnen.
  • Jeder Arzt soll etwa zu gleichen Teilen die Impfstoffe Comirnaty und Vaxzevria erhalten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Vial Comirnaty sechs Dosen und ein Vial Vaxzevria zehn Dosen Impfstoff enthält.
  • Die Bestellung beim Großhandel erfolgt wie bislang auf Vial-Ebene auf der Grundlage der PZN BUND (Comirnaty PZN 17377588, Vaxzevria PZN 17377625).
  • Bestellt der Arzt weniger als 16 Dosen, muss die Apotheke entscheiden, welche Kombination an Vials der beiden Impfstoffe dieser Menge am besten entspricht. Es darf jedoch keinesfalls über die Bestellung des Arztes hinaus aufgestockt werden.
  • Verschreibt der Arzt 16 Dosen COVID-19-Impfstoff, soll sichergestellt sein, dass er ein Vial Comirnaty und ein Vial Vaxzevria erhält.
  • Für die Bestellung beim Großhandel sollte immer ein Verhältnis von 1 : 1 bezogen auf die Anzahl der Vials von Comirnaty und Vaxzevria eingehalten werden. Auch hier darf keinesfalls über die Bestellungen der Ärzte hinaus aufgestockt werden.
  • Die der Apotheke gelieferten Vials der beiden Impfstoffe sollen so auf die bei ihr bestellenden Ärzte aufgeteilt werden, dass dies der jeweiligen Bestellmenge ‒ trotz mutmaßlicher Kürzungen ‒ bestmöglich entspricht und jeder Arzt jeweils in etwa gleiche Mengen der beiden Impfstoffe erhält.

Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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10 Kommentare

Zuteilung von Impfstoffen

von Silke Koch am 22.04.2021 um 2:57 Uhr

In unserer Regierung befindet sich offensichtlich leider niemand der Mathematik auch nur Grundschulniveau beherrscht. Das treibt solch unsinnige Blüten.
Und dies ist ja nicht das erste Beispiel dafür...
Den Kommentaren 1, 4, 5, 6, 7, und 9 kann ich nur zustimmen. Zu 8: es ist sehr wohl Erpressung, und den "Luxus" könnten wir uns locker leisten wenn unsere Regierung so schlau gewesen wäre wie die Länder die ausreichend mRNA Impfstoffe gekauft haben! Ich bin Nicht willens diesen Fehler dieser Dummbeutel in Berlin auszubügeln > von denen sich Garantiert Alle das "gute Zeug" spritzen lassen, und zwar egal wie alt sie sind!!!
Bereits als ich mich in 2020 in die verschiedenen neu vorgestellten Impfstoff Kandidaten eingelesen hatte, sagte ich spontan, "Die mRNA Variante macht für mich den meisten Sinn".
Auch am nahen Beispiel Schweiz sehen wir dass es intelligenter geht: die haben die Vektor Impfstoffe gar nicht erst bestellt! Geht doch! Und trotzdem haben sie genug Impfstoff: gescheiten! Geht doch!
Wer sich mal die Mühe macht sich in die Astra-Oxford Studie einzulesen dem wird schwindelig werden wie oft die sich da selbst widersprechen. Zahlen sind völlig "wischiwaschi" erklärt.
Ausserdem ist mir heute bekannt geworden dass die Astra-Oxford Studien unvollständig und dargestellte Ergebnisse zum Teil nicht erklärbar sind!
Dennoch hat die EMA es abgenickt!
Die FDA Nicht!
Und für mich ist die FDA Goldstandard!!!
Einen solchen Impfstoff zu verabreichen ist für mich Körperverletzung.
Einen solchen

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Verkaufstrick

von Alan Shweish am 13.04.2021 um 16:58 Uhr

Das ist eine erfolgreiche Methode um AstraZeneca Impfstoff los zu werden. Ärzte MÜSSEN AstraZeneca bestellen damit sie überhaupt impfen können.
Das gleiche hat man bei einem schlechten Lebensmitteldiscounter. Man kauft einen Netzbeutel Zitronen und da ist immer eine faule Zitrone dabei, die man mitkaufen muss!

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Arzt will nur BT verimpfen!

von Alexander Roland am 12.04.2021 um 22:21 Uhr

Hallo, sofern ein Arzt zuviel Vials AZ hat, bitte melden. Gern würde ich mich impfen lassen. Entspreche zum Glück keine Risikogruppe und gehöre zur arbeitenden Bevölkerung. Möchte aber endlich mein Leben wieder zurück.

Grüße A R

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Impfstoffdosen 16 und mehr

von Regina Jansen am 11.04.2021 um 16:11 Uhr

Die Aufregung ist nicht notwendig, denke ich.
Wie gehen wir geschickt und ohne viel Stress mit den neuen Vorgaben um?
die Apotheken nehmen nur Bestellungen über 16 Impfstoffdosen ( je ein Vial biontech (6) und astrazeneca (10 Impfstoffdosen)) und mehr von den Praxen entgegen; das wird den Praxen vorher freundlich kommuniziert. Ich denke,das sollte gut machbar sein.
Das zur Durchführung ab kommender Woche.

Natürlich hat nun jeder seine Vorlieben beim Impfstoff; aber ist es jetzt wirklich die richtige Zeit über die Verteilung der unterschiedlichen Covid- Impfstoffe zu streiten? Müssen wir alle Neuerungen, die uns nicht so gefallen, zerreißen und bewerten? Es ist offensichtlich,dass der astrazeneca- Impfstoff unbeliebt ist und jetzt auch verimpft werden muss. Wir sollten alle froh sein, wenn es genug Impfstoff , der uns schützt und möglichst gut vertragen wird, für alle gibt.
Konstruktives und positives Denken sind in Zeiten wie diesen gerne gesehen und angebracht.

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Mehr als 16 Dosen

von Michael Schultze am 10.04.2021 um 10:10 Uhr

Auch bei mehr als 16 Dosen ist das unklar! Der Arzt verschreibt 54 Dosen (was 9 Vials BT entsptrach bisher). Die Apotheke bestellt:

- 5 Vials BT, 3 Vials AZ. Damit wäre das Impfstoffverhältnis zwr 1:1; aber die Vialanzahl ist 5:3 und die Verordnungsmenge ist überschritten. Geht nicht!
- 4 Vials BT; 3 Vials AZ. Damit ist die Verordnung genau erfüllt (54 Dosen), aber die Vialanzahl ist 4:3 und das Impfstoffverhältnis ist 24:30, Geht nicht!
- 3 Vials BT, 3Vials AZ. Damit wäre die Vial-Anzahl zar 1:1, aber die Verordnung wir seitens der Apotheke um 6 Dosen unterschritten und das Impfstoffverhältnis ist 18:30. Geht nicht!

Wie bitte soll man solch paradoxe Vorgaben erfüllen? Ein Bankkaufmann möge mit bitte die Berechnungsstrategie darlegen! Danke.

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Weniger als 16 Dosen

von Pamela Massow am 09.04.2021 um 21:09 Uhr

Wie soll denn bei einer Verordnung von weniger als 16 Dosen eine passende Verteilung von Vials auf beide Firmen durch die Apotheke erfolgen? 16 Dosen = je 1 Vial ist doch nicht mehr zu unterteilen! Irgendwie ist in dieser Welt langsam alles verrückt! Konfektionierung seitens der Apotheke ist ja nicht empfohlen, der Transport nach Verdünnung übrigens auch nicht!

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Erpressung

von Bernd Kluge am 09.04.2021 um 18:56 Uhr

Und was mit den Ärzten, die kein Vaxzevria impfen möchten ???

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AW: Erpressung

von Beatrix Mayer am 09.04.2021 um 19:33 Uhr

Genau, das habe ich mich auch gerade gefragt....

AW: Erpressung

von Melanie Walser am 10.04.2021 um 6:33 Uhr

Diese Ärzte haben dann hoffentlich Pech gehabt. So einen Luxus können wir uns in der aktuellen Lage nicht erlauben.

Menge der Bestellung? Ein Paradox!

von Michael Schultze am 09.04.2021 um 15:48 Uhr

Diese Regelungen sind doch paradox!
1) "Jeder Arzt soll etwa zu gleichen Teilen die Impfstoffe Comirnaty und Vaxzevria erhalten."
2) Für die Bestellung beim Großhandel sollte immer ein Verhältnis von 1 : 1 bezogen auf die Anzahl der Vials von Comirnaty® und Vaxzevria® eingehalten werden.
3) "Auch hier darf keinesfalls über die Bestellungen der Ärzte hinaus aufgestockt werden."

Der Arzt hat bei mir heute schon mal 54 Dosen bestellt (wäre 9x 6Dosen = 6Vials Biontech).
Jetzt habe ich die Möglichkeit der Bestellung:
- via Punkt 1: 3 Vials AZ und 5 Vials AT. Gesamtdosen 60 (30:30), widerspricht aber Punkt 2 und 3!
- via Punkt 2: 3Vials AZ und 3Vials BT. Gesdamtdosen 48 (30:18), widerspricht aber Punkt 1!
- via gesundem Menschenverstand: 3Vials AZ und 4 Vials BT, Dosen 54 (wie bestellt) (30:24), widerspricht aber Punkt 1 und Punkt 2.

Und was mache ich nun?

Davon abgesehen habe ich einen Arzt, der NUR BT verimpfen will. Was mache ich mit dem? Na Helleluja - das wird ein Wochenende!

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