LAK Baden-Württemberg

Industrieapotheker Braun will Kammerpräsident werden

Stuttgart - 10.03.2021, 10:45 Uhr

Martin Braun bewirbt sich um das Amt des baden-württembergischen Apothekerkammerpräsidenten. (Foto: privat)

Martin Braun bewirbt sich um das Amt des baden-württembergischen Apothekerkammerpräsidenten. (Foto: privat)


Fürs Präsidentenamt zählen Überzeugungskraft, Teamfähigkeit, Konfliktmanagement – nicht unbedingt die Arbeit in der Offizin

„Günther Hanke hat Vieles und Großartiges für die Apothekerinnen und Apotheker in Baden-Württemberg erreicht und in all seinen Präsidentenjahren die Kammer sehr gut geführt und positioniert“, erklärt Braun gegenüber DAZ.online. „Ich denke allerdings schon, dass nun die Zeit für einen Wechsel gekommen ist.“ An die politische Weichenstellung der letzten Jahre sowie die aktuellen Herausforderungen der Corona-Krise will Braun anknüpfen und den Berufsstand für die Zukunft rüsten. Seine lange Erfahrung im Management-Team eines pharmazeutischen Familienunternehmens und in der Standespolitik will er dafür gezielt einsetzen. Denn Braun sieht die Arbeit in der Offizin nicht als hauptsächliche Voraussetzung für das Präsidentenamt an. Um für die Kolleginnen und Kollegen im Bundesland zu netzwerken sowie Visionen zu entwickeln und umzusetzen, seien ganz andere Merkmale bedeutend – wie Überzeugungskraft, Teamfähigkeit, Konfliktmanagement und effektive Gestaltung. „Das macht doch gerade die Stärke unseres Berufsstandes aus, dass wir alle in unterschiedlichen Bereichen arbeiten und im Zusammenspiel einen wichtigen Beitrag zur Arzneimittelversorgung der Bevölkerung leisten.“ Übrigens wird die Apothekerkammer Nordrhein seit 2019 auch von einem Industrieapotheker, nämlich Armin Hoffmann als Präsident angeführt.

In den vergangenen Monaten landeten auf Brauns Schreibtisch beim Pharmahersteller Schwabe genau die Themen, mit denen sich auch seine Kollegen in den öffentlichen Apotheken, Krankhäusern und anderen Einrichtungen beschäftigen mussten: Desinfektionsmittelherstellung, betriebliches Krisenmanagement und Corona-Schnelltests. Nicht zuletzt komme es bei der ehrenamtlichen Arbeit in der Kammer auch darauf an, sich die nötige Zeit freischaufeln zu können – und darauf hat Braun in den letzten Jahren hingearbeitet. Aus Sicht seines Arbeitgebers steht dem Präsidentenamt jedenfalls nichts mehr im Weg.

Hanke will der Kammer treu bleiben

Auf die Kandidatur Martin Brauns angesprochen, zeigt sich der amtierende Kammerpräsident Hanke sehr erfreut. Es sei wichtig, dass mögliche Kandidaten frühzeitig ihre Ambitionen signalisieren und sich aufstellen. So könnten sich alle Beteiligten ein besseres Bild machen und dann sei die individuelle Entscheidung bei den Wahlen auch besser zu treffen. Hanke sieht in Braun einen würdigen Nachfolger und will ihn auf dessen Weg unterstützen. Doch er wird sich auch selbst für die Vertreterversammlung noch einmal bewerben, „da ich zeigen möchte, wie sehr ich mich mit der Kammer verbunden fühle“. Und weiter: „Ich werde immer in bestem Einvernehmen die gemeinsame Zeit mit den Gremien und dem Hauptamt nicht nur rückwirkend sehen, sondern auch zukünftig bei Bedarf mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.“

In Baden-Württemberg können sich alle approbierten Apotheker:innen (und damit Kammermitglieder) im Zeitraum vom 22. April bis 14. Mai 2021 für die 17. Vertreterversammlung bewerben. Vom 21. Juni bis zum 2. Juli haben dann die mehr als 13.000 Apotheker:innen im Bundesland die Möglichkeit ihre Vertreter zu wählen. Das Wahlergebnis soll am 15. Juli bekanntgegeben werden. Bei der konstituierenden Sitzung am 15. September werden dann Präsident:in, Vizepräsident:in und weitere elf Vorstandsmitglieder gewählt.



Dr. Armin Edalat, Apotheker, Chefredakteur DAZ
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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