Nachschub beim Pneumokokken-Impfstoff

Pneumovax 23 in chinesischer Aufmachung eingeführt

Stuttgart - 26.02.2021, 11:30 Uhr

Pneumovax 23: Nachschub aus China. (Foto: MSD Sharp & Dohme GmbH)

Pneumovax 23: Nachschub aus China. (Foto: MSD Sharp & Dohme GmbH)


Seit Monaten ist Pneumovax 23 nur eingeschränkt verfügbar. Voraussichtlich ab 1. März gibt es nun Nachschub beim Pneumokokken-Impfstoff: Pneumovax 23 wird in chinesischer Aufmachung verfügbar sein. Laut Paul-Ehrlich-Institut sind die Dosen aus China identisch mit dem deutschen Pneumovax 23. Eine Ausbuchung über Securpharm erfolgt nicht.

Bereits zu Beginn der COVID-19-Pandemie wurden Pneumokkenimpfstoffe knapp. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) berichtet seit Monaten auf seiner Website über Lieferschwierigkeiten und dass die 23-valente Vakzine Pneumovax® 23 ist nur eingeschränkt verfügbar ist.

Nun gelang es, Pneumovax 23 in chinesischer Aufmachung einzuführen. Voraussichtlich ab 1. März 2021 sollen zusätzliche Dosen in chinesischer Aufmachung für den deutschen Markt verfügbar sein. Laut PEI wurde die Ware ursprünglich für den chinesischen Markt produziert, aber nicht nach China verbracht. Hinsichtlich des Herstellungsverfahrens und der Arzneimittelspezifikationen bestünden keine Unterschiede zwischen der für den chinesischen und europäischen Markt vorgesehenen Ware. Es handelt sich um Ware gleicher Qualität, betont das PEI. Die Impfstoffdosen werden über den Pharmagroßhandel flächendeckend in ganz Deutschland verteilt. 

Keine Serialisierung

Für Apotheker wichtig: Die Lauertaxe listet das chinesische Pneumovax unter der PZN 17196898. Zudem informiert das PEI, dass eine Serialisierung nicht realisierbar gewesen sei, sodass Pneumovax in chinesischer Aufmachung nicht über das Securpharm-System ausgebucht wird. Die Packungen enthalten weder Spritzen noch Kanülen.

Details zu Pneumovax 23 in chinesischer Aufmachung

  • Die chinesisch beschriftete Ware trägt den Handelsnamen Pneumovax.
  • Pneumovax ist identisch mit dem in Deutschland zugelassenen Pneumovax 23.
  • Die Chargennummer lautet: T033893.
  • Der Impfstoff dieser Charge ist bis zum 16. Juni 2022 verwendbar.
  • Neben dem Datum der letztmöglichen Verwendung ist zusätzlich noch auf der Umverpackung und dem Etikett der Durchstechflasche das Datum der Herstellung angegeben.
  • PZN: 17196898
  • Entgegen der in Deutschland besser bekannten Spritzenabfüllung ist der Impfstoff in Durchstechflaschen (Einzeldosen) abgefüllt. Diese Handelsform ist in Deutschland ebenfalls zugelassen.
  • Der fertig verpackten Ware liegt keine deutschsprachige Packungsbeilage bei. Dies war aus logistischen Gründen nicht möglich.
  • Eine den EU-Bestimmungen entsprechende Serialisierung der Ware (d. h. das Aufbringen von Merkmalen auf die Verpackung, die eine Rückverfolgung jeder einzelnen Packung von der Apotheke zurück bis zum Hersteller ermöglicht) war technisch nicht mehr realisierbar.
  • Den Umkartons liegen keine Spritzen oder Kanülen bei.
  • Die Dokumentation in der Patientenakte bzw. in dem Impfpass muss händisch erfolgen, da die Ware keine deutschsprachigen Abzieh-Etiketten enthält.
  • Auf der Umverpackung und auf dem Impfstoffbehältnis (Durchstechflasche) ist die Bezeichnung Pneumovax in lateinischer Schrift aufgebracht.


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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