Influenzasaison 2019/20

Wie gut wirkte die Grippeimpfung im vergangenen Jahr?

Stuttgart - 09.10.2020, 17:50 Uhr

Das RKI führt die kurze Dauer der letztjährigen Grippewelle auf die breiten Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie zurück. (m / Foto: Vitechek / stock.adobe.com)

Das RKI führt die kurze Dauer der letztjährigen Grippewelle auf die breiten Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie zurück. (m / Foto: Vitechek / stock.adobe.com)


Wie bestimmt das RKI die Wirksamkeit von Grippeimpfstoffen?

Das Robert Koch-Institut berücksichtigte in seiner Auswertung nur ambulant behandelte Patienten, die zwischen der Kalenderwoche 40/2019 (Beginn der Grippesaison 2019/20) und der Kalenderwoche 20/2020 mit akuten Atemwegserkrankungen und grippeähnlichen Symptomen (ILI: Influenza like Illness) eine der 111 Sentinelpraxen der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) aufsuchten. Bei 2.853 Patienten wurde innerhalb von acht Tagen nach Erkrankungsbeginn ein Nasen- oder Rachenabstrich abgenommen und bei 791 Patienten (28 Prozent) eine Influenzaerkrankung labordiagnostisch (RT-qPCR) bestätigt („Influenzafall“). 2.062 Patienten (72 Prozent) hatten ein negatives Testergebnis („Kontrolle“). Vereinfacht gesagt, gibt es vier Fälle:

  • gegen Grippe geimpft und Patient erkrankt an Influenza,
  • gegen Grippe geimpft und Patient erkrankt nicht an Influenza,
  • keine Grippeimpfung und an Influenza erkrankt und
  • keine Grippeimpfung und nicht an Influenza erkrankt.

Das RKI hat auch Daten darüber, wer von den Influenza-Erkrankten zuvor eine Grippeimpfung erhalten hatte und wer nicht. Somit lässt sich die Impfeffektivität mithilfe statistischer Berechnungen ermitteln: Die Anzahl der Patienten, die mit einer Grippeimpfung vor Grippe geschützt waren im Vergleich zu Patienten ohne Grippeschutz.

Was ist eine Sentinelpraxis?

Sentinelpraxen sind Arztpraxen im Bereich der Primärversorgung von Patienten. Sie sind ehrenamtlicher Bestandteil der Influenzaüberwachung in Deutschland und haben sich freiwillig dazu bereit erklärt, einmal wöchentlich bestimmte Daten an das RKI zu übermitteln, wie 

  • die Anzahl ihrer Patienten pro Tag und Altersgruppe mit akuten respiratorischen Erkrankungen (ARE) 
  • die Anzahl aller Patientenkontakte pro Tag als Bezugsgröße 
  • die Anzahl der ARE-bedingten Krankschreibungen, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle.  


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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