AvP-Gruppe

Mit weiteren Insolvenzanträgen ist zu rechnen

Stuttgart - 25.09.2020, 10:30 Uhr

Der Insolvenzexperte und Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert präsentierte im gestrigen DAZ-Webcast interessante Einblicke in die Konzernstruktur des angeschlagenen Düsseldorfer Rechenzentrums AvP. .(Foto: DAZ.online / eda)

Der Insolvenzexperte und Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert präsentierte im gestrigen DAZ-Webcast interessante Einblicke in die Konzernstruktur des angeschlagenen Düsseldorfer Rechenzentrums AvP. .(Foto: DAZ.online / eda)


Im Fall AvP geht es aktuell vor allem um die Frage, wie es um die Apotheken bestellt ist, die auf ihre Abrechnungsgelder warten. Doch auch die wirtschaftliche Zukunft der AvP-Gruppe selbst steht auf wackeligen Beinen und so könnte sich der Kreis an betroffenen Leistungserbringern und Gläubigern allmählich vergrößern. Markant: Nicht in den AvP-Bilanzen aufgeführt ist das Abrechnungsvolumen von über sieben Milliarden Euro für das vergangene Jahr - ein wichtiges Indiz im aktuellen Verfahren.

Bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf läuft im Fall des zahlungsunfähigen Apothekenrechenzentrums AvP ein Ermittlungsverfahren gegen zwei Personen wegen betrügerischer Insolvenz. Gegen wen genau ermittelt wird, dazu will sich die Staatsanwaltschaft noch nicht konkret äußern. Fest steht: Auf den AvP-Konten muss ein signifikantes Finanzloch klaffen. Anfang September 2020 kündigten die finanzierenden Banken den Konsortialkredit gegenüber der AvP Deutschland GmbH, setzten den Sonderbeauftragten der Bankenaufsicht BaFin Ralf R. Bauer ein, der dann – vertreten durch die Rechtsanwaltskanzlei Heuking – am 15. September den Insolvenzantrag stellte.

Dr. Rainer Eckert, Fachanwalt für Insolvenzrecht aus Hannover, vertritt in diesem Fall zahlreiche betroffene öffentliche Apotheken und Krankenhausapotheken sowie weitere Leistungserbringer. Im Live-Talk auf DAZ.online am vergangenen Mittwoch skizzierte er die bisherigen Geschehnisse und präsentierte exklusive Einblicke in die Konzernstruktur der angeschlagenen Unternehmensgruppe AvP.

(Foto: DAZ.online / eda)

Mit Rechtsanwalt Dr. Jan-Phillip Hoos von der Kanzlei White & Case ist seit dem 16. September nun ein vorläufiger Insolvenzverwalter vom Amtsgericht Düsseldorf bestellt worden, der eine Insolvenzgeldvorfinanzierung für die Gehälter der Mitarbeiter des Unternehmens initiiert hat. Der Insolvenzgeldzeitraum wird mit September bis November 2020 angegeben, daher ist mit einer Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Dezember zu rechnen. Hoos und Geschäftsleiter Bauer hatten in dieser Woche angekündigt, das Abrechnungsgeschäft mit den Krankenhausapotheken fortführen zu wollen.



Dr. Armin Edalat, Apotheker, Chefredakteur DAZ
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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3 Kommentare

277

von Armin Edalat am 25.09.2020 um 12:11 Uhr

Sehr geehrte Frau Peter,

Achtung: 277 Mitarbeiter sind in der gesamten Unternehmensgruppe beschäftigt. Die Umsatzerlöse beziehen sich auf die insolvente Unternehmenstochter AvP Deutschland GmbH.
Wir grenzen das im Artikel nochmal etwas besser ab.

Viele Grüße
A.Edalat

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AW: 277

von Anita Peter am 25.09.2020 um 12:29 Uhr

OK vielen Dank, dann habe ich das nicht ricchtig rausgelesen.

..

von Anita Peter am 25.09.2020 um 11:49 Uhr

Wenn ich für die 277 MA 70.000 Euro Lohnkosten inkl. AG Anteil p.M. ansetze ( Wahrscheinlich zu niedrig wg. IT Spezialisten, Führungskräften etc etc ) dann ergibt alleine das einen Kostenblock von knapp 20 Mio. Bei 27 Mio Umsatzerlösen hätte jemand eher erkennen können, das hier was schief läuft.

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