Benigner peripherer paroxysmaler Lagerungsschwindel

DGN rät zu Vitamin D und Calcium gegen Schwindel

Stuttgart - 23.09.2020, 10:30 Uhr

2,4 Prozent aller Menschen erleben irgendwann im Leben einen BPPV – dabei kommt es plötzlich und attackenartig zum Auftreten von starkem Drehschwindel, der durch Kopf- und Körperbewegungen ausgelöst wird. (Foto: tampakto / stock.adobe. com)

2,4 Prozent aller Menschen erleben irgendwann im Leben einen BPPV – dabei kommt es plötzlich und attackenartig zum Auftreten von starkem Drehschwindel, der durch Kopf- und Körperbewegungen ausgelöst wird. (Foto: tampakto / stock.adobe. com)


Das große Aber: Studie wurde nicht verblindet

Schließlich soll die jährliche Rückfallrate in der Interventionsgruppe mit 37,8 Prozent signifikant niedriger als in der Kontrollgruppe mit 46,7 Prozent gewesen sein (0,83 gegenüber 1,1 Rezidive pro Personenjahr; Inzidenz RR 0,76; p<0,001). Der Vitamin-D-Spiegel sei bei den behandelten Patienten innerhalb von zwei Monaten von anfangs 13,3 ± 3,9 auf 24,4 ± 7,7 ng/ml angestiegen und habe auch nach einem Jahr noch in diesem Bereich (p<0,001) gelegen. 

„Ein Vitamin-D-Mangel ist in Deutschland nicht selten, daher ist es insbesondere bei BPPV-Patienten mit häufigen Rezidiven oder nach unzureichendem Erfolg der Befreiungsmanöver sinnvoll, die Vitamin-D-Blutspiegel zu untersuchen und bei erniedrigten oder grenzwertigen Spiegeln eine Supplementierung zu beginnen“, betont schließlich DGN-Schwindelexperte Prof. Dr. med. Christoph Helmchen, Leiter der Schwindelambulanz UKSH Lübeck. Vor dem Hintergrund der ausgeprägten Beeinträchtigung durch die Schwindelattacken, die zu Krankschreibungen führe sowie direkte und indirekte Kosten verursache, stünden die geringen Therapiekosten von Vitamin D und Calcium dabei in einer sehr guten Relation.

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Das „Ärzteblatt“ hatte bereits Ende August über die Studie berichtet. Es gab zu bedenken, dass die Studie zwar randomisiert, aber nicht verblindet war – die Teilnehmer der Beobachtungsgruppe erhielten keine Tabletten. Nur die Auswerter der Ergebnisse seien über die Zuordnung der Patienten im Unklaren gelassen worden. Ein Placebo-Effekt lässt sich also nicht ausschließen.



Diana Moll, Apothekerin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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