Apotheke leistet keine Notdienste

Basisapotheker drohen Kammer mit Aufsichtsbeschwerde

Berlin - 23.04.2019, 17:45 Uhr

Die Hellweg-Apotheke in Unna, die der Tochter des ehemaligen ABDA-Präsidenten Hans-Günter Friese gehört, leistet seit 40 Jahren keinen Notdienst. Die Basisapotheker beschweren sich, die Kammer räumt Fehler ein. (c / Foto: imago)

Die Hellweg-Apotheke in Unna, die der Tochter des ehemaligen ABDA-Präsidenten Hans-Günter Friese gehört, leistet seit 40 Jahren keinen Notdienst. Die Basisapotheker beschweren sich, die Kammer räumt Fehler ein. (c / Foto: imago)


Basisapotheker wollen mehr wissen

Da die Hellweg-Apotheke (bis heute) die einzige Zweigapotheke im Kammerbereich ist, sei dieser Fehler nicht aufgefallen, schreibt die Kammer den Basisapothekern in ihrem Brief. Zudem gab es auch aus der Bevölkerung oder von Kollegen nie Meldungen zur Nichtteilnahme am Notdienst. Auch dass die Hellweg-Apotheke nicht im Apothekenverzeichnis steht, soll hier seinen Ursprung haben. Gegenüber DAZ.online versicherte ein Kammer-Sprecher allerdings, dass die Hellweg-Apotheke zukünftig sowohl in das Apothekenverzeichnis als auch in den Notdienstplan aufgenommen würde. Die Umbauarbeiten zur Dienstbereitschaft seien derzeit schon in vollem Gange.

Doch die Basisapotheker geben sich auch jetzt noch nicht zufrieden. Aus Sicht der Fraktion ist beispielsweise weiterhin völlig ungeklärt, warum der Status der Zweigapotheke in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder erneuert wurde, ohne dass eine Notdienstbereitschaft ins Spiel kam. Auch beim Inhaberwechsel im Jahr 2012 sei nichts aufgefallen. Die Basisapotheker wollen wissen, wer für die Verlängerungen des Status zuständig war. Außerdem werfen die Apotheker ihrer Kammer indirekt vor, die Sache totschweigen zu wollen. Die Basisapotheker hatten beispielsweise einen Untersuchungsausschuss gefordert, dieser sei aber nicht eingerichtet worden. Bis zum 30. April haben die Apotheker der Kammer nun erneut eine Frist zur Beantwortung der noch offenen Fragen gesetzt. Falls bis dahin keine Antworten vorliegen, plane man eine Aufsichtsbeschwerde beim Landessozialministerium, der Aufsichtsbehörde der Kammer.

Der Kammersprecher erklärte, dass man mit den Fragen der Basisapotheker transparent umgehe. Man habe das Thema mehrfach im Vorstand besprochen und habe nun für Mitte Mai sogar eine außerordentliche Versammlung der vier Listensprecher anberaumt. Zur Erklärung: Die Kammerversammlung in Westfalen-Lippe besteht aus vier Fraktionen (Listen). Eine davon (die kleinste) sind die Basisapotheker, deren Sprecher Gunnar Müller aus Detmold ist.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


Nadine Maßbaum, Apothekerin und DAZ-Autorin
redaktion@daz.online


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16 Kommentare

Funktionäre und Notdienst

von Nachdenker am 09.01.2020 um 7:48 Uhr

Ich habe vor einigen Jahren mal gegen die Kammer geklagt, weil die Apotheke des Kammerpräsidenten, in der auch die GVA beschäftigt ist, welche die Notdienstpläne erstellt, sich von Feiertags - Notdiensten "befreite". Diese Apotheke hatte über Jahre weder Ostern noch Pfingsten, Weihnachten oder im Advent jemals Notdienst. Einmal am 3.10. und einmal lediglich am 1.5. - das war alles! Es gab einen Algorithmus im Notdienstgebiet über das Jahr, der jährlich ab Oktober sich "etwas verschob". Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Erfolg? Gleich Null! Die Lobbyisten der Kammer incl. der zuständigen Dame in der Kammerversammlung konnten "keine Unregelmäßigkeiten" erkennen. Andere Apotheken waren in Folge am 24.12., am 25.12., Ostern etc. "dran". Der Verwaltungsrichter machte sich keine Mühe, sich mit dem Sachverhalt zu befassen... Leute, es ist sinnlos, sich mit Kammer - Funktionären, GVA´s etc. anzulegen. Sie predigen Wasser und trinken Wein - heißt, sie sind "besonders". Wir sind leider nur das Apothekervolk!

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Notdienst Hellweg-Apotheke

von Rudolf Strunk am 28.04.2019 um 12:17 Uhr

Natürlich gibt es Aufklärungsbedarf.
Und Aufklärung wird es durch die Kammerverwaltung, die Präsidentin und den ganzen Vorstand geben.
Unerträglich jedoch ist das dumme,teils aggressive Geblubber von Dr. Klotz. Das Menschen ihren jahrelangen Frust so unsachlich und oberflächlich kompensieren, wirft ein Licht auf seine Kommentare: Urteil: Kommentare für die Tonne.

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frieses zweig apotheke

von Alexander Zeitler am 26.04.2019 um 2:38 Uhr

Ich hoffe mal, die basis apotheker bleiben drab´n.
geographisch gar nicht meine ecke.
bei wem sollte man denn auch mal nachsehen?
bei allem funktionträgern um einen rum?
Liebe Kollegen bleibt dran!!!!

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NACHGEHAKT

von Dr.Diefenbach am 25.04.2019 um 14:15 Uhr

WO bleibt eine Stellungnahme der Familie um Herrn Friese,WENN die Vorgaben der Basisapotheker wie nachzulesen ZUTREFFEN? Oder eben NICHT? Also es ist eine Frechheit,sich in Schweigen zu hüllen,wenn man bedenkt,wie anderswo ganz andere Rechtsbrüche verfolgt und geahndet werden.ODER haben auch wir mittlerweile BANANA-ABDA?????

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AW: NACHGEHAKT

von Conny am 25.04.2019 um 14:45 Uhr

Ja haben wir !

NONotdienst

von Dr.Diefenbach am 24.04.2019 um 12:01 Uhr

Zunächst erwartet man eigentlich ein Statement von Herrn Friese.WENN das alles so zutrifft,DANN ist das eine Sauerei ersten Grades,man wird wieder rhetorisch herumeiern und irgendwelche derart blöden Gründe zu finden versuchen,warum was wie nicht ging.Dieser Beruf ist auch-durch einen Teil gewählter oder ausgeschiedener-Vertreter in einer derart schrägen Lage,dass sich keiner mehr über Spahn,Lauterbach,Rose,Docmo,beschweren sollte.Eigentlich gehört die Standespolitik auf den Prüfstand wie selten.Und zum x-ten Mal:Die Trennung der Organisationen muss debattiert werden.Vielleicht wäre man dann ohne zB die irrationale Neubaumassnahme ausgekommen?? Ich erinnere daran,dass Herr Friese zB einen glamourösen Bau anstrebte...Ach so,mal wieder die Frage:Wo ist eigentlich im Haushalt der Betrag für das verkaufte Objekt in der Jägerstrasse verbucht,geblieben,verwendet worden?Also mittlerweile kann man sich über Ghosns,Stadlers,Winterkörner,Zumwinkels,Ackermänner und Konsorten nicht MEHR ärgern als über einige Lichter im ABDA Zirkel.

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Ein Schelm, der Parallelen ahnt.

von Heiko Barz am 24.04.2019 um 11:10 Uhr

Was sollte uns bei dieser Faktenlage eigentlich noch wundern?

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Alle wussten es, hatten aber vor Repressalien durch die Kammer Angst.

von Dr. Christoph Klotz am 24.04.2019 um 9:39 Uhr

Bereits 1990 wurde ich von Kolleginnen und Kollegen aus dem Stadtgebiet Ahlen mehrfach darauf hingewiesen, dass Friese eine Zweigapotheke betreiben würde, die wahrscheinlich kein anderer Kollege/Kollegin im gesamten Kammergebiet genehmigt bekommen hätte. Dass diese Apotheke einfach keinen Notdienst macht, hat die Kollegenschaft maßlos gegiftet. Aber Apotheker sind Menschen, die sich mit Zuständen... siehe Gesundheitspolitik... arrangieren können. Außerdem war Friese ein berufspolitischer Hardliner, mit dem man sich besser nicht anlegte. Schiss vor lancierten Repressalien, veranlasst durch Frieses Konektions dominierten die Szene. So quasi als Pseudoentschuldigung wurde mir gegenüber einmal vor Jahren argumentiert, man könne der Approbierten keinen Notdienst in der Zweigapotheke zumuten. Das jetzt eine Veränderung stattfindet, haben wir personellen Veränderungen in der Aufsichtsbehörde zu verdanken.
Stichwort AKWL: Diese flüchtet sich in Ausflüchte. Die AKWL hat noch nie - so lange ich das zeitmäßig überblicken kann, verwaltungstechnisch eine "Demenz" an den Tag gelegt. Ich würde sagen, das ist schlichtweg gelogen. Ich würde sagen, wir sind die Kammer, in denen Kolleginnen und Kollegen, die nichtmit dem etablierten Rudel heulen, einen besonders schweren Stand haben.
Tja, wenn es eine Apotheke von Kreti oder Pleti gewesen wäre...aber auch diese wäre nicht dem Vergessen anheim gefallen. Nicht in WL. Kommen wir zur Umstellung auf die elektronische Notdienstverteilung. Gerade hierbei hat man sich doch jede einzelne Apotheke angeschaut, um eine optimale Verteilung zu erreichen und um Überschneidungen zum Beispiel im Grenzbereich zu anderen AKs zu vermeiden. Meine Meinung ist, wer in diesem Zusammenhang die Zweigapotheke aus dem Datensatz entfernt hat, hat kriminelle Energie umgesetzt.
UNd laut der mir vorlieggenden Apothekenverzeichnissen aus früheren Jahren, findet sich da bereits der Eintrag als Filialapotheke. Wer also immer hier den Datensatz manipuliert hat,....
Stichwort Kollegin Lochner: Es gibt ja den Spruch... Wie der Vater so der Sohn... hier trifft es wohl auf die Tochter zu.
Was mich stört: Der Tochter ist genauso wie dem Vater die rechtliche Situation als eingetragene Kauffrau vollumfänglich bekannt.
Mit welcher Arroganz hat sie damals eigentlich gemeint, den Unrechtszustand, indem sich ihr Vater häuslich eingerichtet hatte, wie eine Besitzstandswahrung fortführen zu können? Wenn die Kollegin damals beruflich verantwortungsvoll gehandelt hätte, dann hätte sie von sich aus den Zustand beendet. So ist... ich nenne es einmal den Friesesumpf... mit Fleiß fortgeführt worden.

Dieses Verhalten einschließlich dem frieschen Tunnelbau hat der Familie Friese massive Wettbewerbsvorteile gegenüber der umliegenden Kollegenschaft gebracht und das kollegiale Klima vergiftet. Ich denke, über die 40 Jahre aufsummiert hat sich da ein wirtschaftlicher Vorteil von 15 Mio. Euro ergeben, wennn man das Geschäftsgebaren beider Apotheken zusammen betrachtet.

Wir brauchen einen Untersuchungsausschuss, der uns hilft, den Friesesumpf endlich trocken zu legen und die Cliquenwirtschaft und gegenseitige Begünstigung der Erben des Frieserudels zu beseitigen.
Ich stelle mir vor, dass die AKWL die an Friese vergebene Medaille zurückfordert. Der Kollege ist es ... in meinen Augen.. nicht wert

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AW: Alle wussten es.....

von Dietmar Roth am 24.04.2019 um 10:37 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Klotz,
vielen Dank für die ersten Ergänzungen und Erläuterungen ihrerseits.
Was sagt denn die der zuständigen Kammer vorgeschaltete Behörde zu dem Sachverhalt?
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dietmar Roth, Rottenburg

Notdienst

von Alexander Zeitler am 24.04.2019 um 2:37 Uhr

Amt= Privilegien?
Da sollte man doch mal alle Funktionsträger überprüfen.
Bin sicher, wir werden uns die Augen reiben.

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25 Jahre kein Notdienst

von Dietmar Roth am 23.04.2019 um 19:55 Uhr

Merkwürdig, dass auch den Apotheken vor Ort die ganze Zeit nichts aufgefallen zu sein scheint.
Mir scheint, das da etwas mehr aufgeklärt werden
muss.
In der Zeit der Aufklärung kann die Apotheke die 25 Jahre Notdienstversäumnis schon mal nachholen.

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AW: Korrektur und Ergänzung

von Dietmar Roth, Rottenburg am 24.04.2019 um 9:09 Uhr

Streiche : 25 Jahre kein Notdienst
Setze: 40 Jahre kein Notdienst
Ergänze: bei einem 20-tägigem Zyklus wären das
730 Tage kein Notdienst

AW: Kleine Rechnung dazu

von Dr.Christoph Klotz am 24.04.2019 um 11:22 Uhr

730 x 275.- Euro Notdienstfondszahlung = 200.750.- Euro. Berücksichtig man, dass die Fondszahlung ca. 30-40% der Notdienstkosten abdeckt, dann sind wir schon bei 500 bis 670.000.- Euro, die die Familie Friese geschätzt an Kosten gespart hat.

Betrieb einer Zweigapotheke

von Ulrich Ströh am 23.04.2019 um 18:38 Uhr

Unna hat 60000 Einwohner und 25 Apotheken.

Was spricht für die Notwendigkeit einer Zweigapotheke?

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Notdienst Apotheke Friese

von Roland Mückschel am 23.04.2019 um 18:10 Uhr

Die haben alle das Maul gehalten weil sie
Schiss hatten. Der allmächtige Friese.
Und andere wussten es halt nicht.

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AW: Notdienst Apotheke Friese

von Conny am 23.04.2019 um 19:41 Uhr

Es ist nicht mein Gebiet, daher wusste ich es auch nicht. Aber wenn, hätte ich bestimmt nicht mein Maul gehalten. Aber die Apotheker waren schon immer Duckmäuser, und deswegen ist die Situation die uns Herr Schmidt miteingebrockt hat, so wie sie ist.

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