Vorwürfe gegen Alice Weidel

Züricher Apotheker soll AfD-Spende für Geschäftsfreund getätigt haben

Karlsruhe - 12.11.2018, 20:40 Uhr

Was hat die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel mit den Parteispenden aus der Schweoz zu tun, die über einen Apotheker flossen? ( r / Foto: Imago)

Was hat die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel mit den Parteispenden aus der Schweoz zu tun, die über einen Apotheker flossen? ( r / Foto: Imago)


Bundestagsverwaltung fordert Aufklärung

Der Verwaltungsrat erklärte außerdem, der Geschäftsführer und Apotheker sei kein Extremist. „Der hat mit der AfD, so wie ich, überhaupt nichts am Hut, politisch können Sie uns in der Nähe der FDP ansiedeln, eher noch etwas links“, erklärte er gegenüber dem Rechercheverbund. Laut Apothekenhomepage ist sein Team multikulturell: Die Mitarbeiter sprächen neben Deutsch auch Englisch, Italienisch, Türkisch, Französisch, Spanisch, Arabisch oder Kurdisch, heißt es dort.

Die Bundestagsverwaltung forderte die AfD nun auf, den Sachverhalt aufzuklären. Sie verwies darauf, dass Parteispenden aus Ländern außerhalb der EU „grundsätzlich nicht angenommen werden dürfen“ – dies müssten „unverzüglich“ zurückgeleitet oder an den Bundestagspräsidenten abgeführt werden. „Unverzüglich“ heißt dabei, dass es keine schuldhafte Verzögerung geben darf. Doch wird nun zu untersuchen sein, ob die AfD hiergegen verstoßen hat: Der Kreisverband erhielt das Geld von Juli bis September 2017, zahlte es aber erst im April 2018 zurück – und nutzte es laut dem Rechercheverbund zwischenzeitlich unter anderem zur Bezahlung eines Medienanwalts. Zu dem Zeitpunkt sei die Kreisschatzmeisterin aufgrund der Auskunft des Landesschatzmeisters „von einem vollkommen unproblematischen Spendeneingang“ ausgegangen, erklärte Weidel auf Nachfrage.

Sie räumte ein, dass sie im September 2017 von der Schatzmeisterin des Kreisverbands über die Spenden informiert wurde. Über die Hintergründe der Pharmafirma, deren Besitzer und die Motive der Spende habe sie „keinerlei Informationen“. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa schloss Weidel persönliche Konsequenzen aus. „Die Spende ist nicht an meine Person gegangen“, erklärte sie – sondern eben an ihren Kreisverband.



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

AfD Spende

von Nachdenker am 14.11.2018 um 7:20 Uhr

Haben wir nicht andere Probleme, als uns über eine Spende an die AfD aufzuregen? In der Pharmabranche geht es um ganz andere Summen, da wird unter der Hand ganz anderes abgewickelt... wann hört dieser Hype um die AfD auf? Sind wir nicht intelligent genug, um zu akzeptieren, dass diese Partei von Millionen Wählern gewählt wurde - dass die AfD zur Parteienlandschaft durch Wählerwillen dazu gehört? Die AfD besteht NICHT nur aus Parolen brüllenden Horden, sondern aus sehr viel mehr Feingeistern, intelligenten Menschen. Die Summe aus der Schweiz ist ein Peanut gegenüber den Bestechungsgeldern der letzten Jahrzehnte in allen Branchen VOR den Wahlen... Klar, dass sich die Medien drauf stürzen, bevor Justitia gesprochen hat. Aber das ist typisch für unsere Medienlandschaft. Der Geist reicht nicht aus, um Justitia ihre Arbeit tun zu lassen, BEVOR verurteilt, beurteilt und abgeurteilt wird. Unabhängige Medien??? Das ist DER Witz.

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