Mepolizumab und Tiotropium

Asthma: Zulassungserweiterungen für Kinder

Stuttgart - 03.08.2018, 09:00 Uhr

Anders als die typischen Asthma-Therapeutika, werden Biologika nicht inhaliert, sondern in größeren Abständen subkutan gespritzt. (b/ Foto: kaliantye / stock.adobe.com)

Anders als die typischen Asthma-Therapeutika, werden Biologika nicht inhaliert, sondern in größeren Abständen subkutan gespritzt. (b/ Foto: kaliantye / stock.adobe.com)


Biologika in der Asthma-Leitlinie: Omalizumab für Kinder

Omalizumab (Antikörper gegen Immunglobulin E) wird bei schwergradigem allergischem Asthma empfohlen, das durch eine Stufe-4-Therapie nicht adäquat zu kontrollieren ist. Zugelassen ist Omalizumab für Kinder ab sechs Jahren, Jugendliche und Erwachsene – ab dem siebten Lebensjahr ist Omalizumab laut Leitlinie also eine Option in der Asthmatherapie-Stufe fünf, additiv zur Stufe vier.

Vor dem Omalizumab-Einsatz muss ein Allergietest eine Reaktivität gegen ein ganzjährig auftretendes Aeroallergen zeigen und bei Kindern über zwölf Jahren eine reduzierte Lungenfunktion vorliegen. Die Patienten leiden zudem häufig unter Symptomen während des Tages oder an nächtlichem Erwachen. Trotz täglicher Therapie mit einem hochdosierten ICS und einem LABA wurden vor der Omalizumab-Therapie schwere Exazerbationen dokumentiert. Allerdings ist ein Ansprechen auf Omalizumab nicht garantiert, auch wenn die Patienten alle genannten Kriterien erfüllen. Der Therapieerfolg sollte deshalb über mindestens vier Monate von erfahrenen Ärzten beurteilt werden, danach in jährlichen Intervallen. Omalizumab kann auch bei Patienten ohne Allergienachweis wirksam sein, ist dafür aber nicht zugelassen.

Mehr zum Thema

Bei schwerem eosinophilen Asthma bronchiale

Neuer Asthma-Antikörper Benralizumab erhält Zulassung

Nutzen der Antikörper-Therapie bei Asthma

Wirken Asthma-Antikörper auch nach dem Absetzen?

Die Behandlung mit Omalizumab sollte nur bei Patienten in Betracht gezogen werden, bei denen von einem IgE (Immunglobulin E)-vermittelten Asthma ausgegangen werden kann. Mepolizumab und Reslizumab richten sich nicht gegen IgE sondern gegen Interleukin-5. Sie werden wie oben beschrieben bislang ab 18 Jahren bei schwergradigem eosinophilem Asthma empfohlen, das durch eine Stufe-4-Therapie nicht kontrolliert wird. Auch hier sprechen nicht alle Patienten auf die Therapie an. 

Während Mepolizumab nun also wahrscheinlich auch bald für Kinder zugelassen wird, heißt es bei Reslizumab weiterhin: „Die Sicherheit und Wirksamkeit von Reslizumab ist bei Kindern und Jugendlichen im Alter von bis zu 17 Jahren für das Anwendungsgebiet des Arzneimittels nicht erwiesen. Es liegen keine Daten für Kinder im Alter von bis zu 11 Jahren vor. Eine Dosierungsempfehlung kann anhand zurzeit vorliegender Daten zu Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren nicht gegeben werden.“ Reslizumab ist als Zusatztherapie also weiterhin nur bei erwachsenen Patienten indiziert, die an schwerem eosinophilem Asthma leiden, das trotz hochdosierter inhalativer Corticoide plus einem anderen Arzneimittel zur Erhaltungstherapie nur unzureichend zu kontrollieren ist.



Diana Moll, Apothekerin, DAZ.online
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Aktualisierung der Leitlinie zu Diagnostik und Behandlung bis Ende 2016 geplant

Wie sich die Asthma-Therapie verändert

Neue Leitlinie und neuer Wirkstoff

Fortschritte in der Asthma-Therapie

Benralizumab bei eosinophilem Asthma

Neuer Asthma-Antikörper zur Zulassung empfohlen

Neue deutsche Asthma-Leitlinie

Cortison ist erste und letzte Wahl

Überarbeitete Nationale Versorgungsleitlinie Asthma rät zu pharmazeutischen Bedenken

Never change a running system!

Weltasthmatag / Pädiatrie

Asthma – was bei Kindern anders ist

IQWiG zu Asthma-Antikörper Fasenra

Benralizumab – „Zusatznutzen nicht belegt“

Asthmatherapie richtet sich nach Symptomatik und Exazerbationsrisiko

Unter Kontrolle!

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.