Studie

Depressionen: Schlaflos durch Antidepressiva?

Berlin - 05.07.2018, 07:00 Uhr

Eigentlich sollen Psychopharmaka auch dabei helfen, zur Ruhe zu kommen. Klagen Patienten über durchwachte Nächte unter Antidepressiva, sollten Apotheker hellhörig werden. (c / Foto: Imago)

Eigentlich sollen Psychopharmaka auch dabei helfen, zur Ruhe zu kommen. Klagen Patienten über durchwachte Nächte unter Antidepressiva, sollten Apotheker hellhörig werden. (c / Foto: Imago)


Schlafbezogene Nebenwirkungen ernst nehmen

Bei der Behandlung mit Antidepressiva handelt es sich um eine langfristige Therapie, die mehrere Monate bis Jahre dauern kann. Eine schlechte Verträglichkeit beeinträchtigt die Therapieadhärenz. In der Beratung sollten Apotheker neben einer möglichen Gewichtszunahme oder sexuellen Dysfunktionen auch die Auswirkungen auf den Schlaf im Hinterkopf behalten. Klagt ein Patient etwa über durchwachte Nächte unter Citalopram, ist dieses Symptom vielleicht nicht nur auf seine Grunderkrankung zurückzuführen.

Da ein guter Schlaf auch zur psychischen Stabilisierung beiträgt, sollten Apotheker Medikamenten-assoziierte Schlafstörungen Ernst nehmen und gegebenenfalls mit dem Verordner über einen Substanzwechsel sprechen. Zwar steht bei näherer Betrachtung in fast allen Fachinformationen zu Antidepressiva eine schlafbezogene Nebenwirkung. Patienten reagieren jedoch individuell auf die verschiedenen Substanzklassen, weshalb ein Switch dennoch hilfreich sein kann.

Schlafmittel: fester Schlaf mit Albträumen?

Auch Schlafmittel können unerwünschte Begleiterscheinungen mit sich bringen, die Patienten nicht erwarten. So können fast alle verschreibungspflichtigen Substanzen Albträume verursachen. Bei dem meistverordneten Wirkstoff Zopiclon treten diese sogar „häufig“, also bei 1 bis 10 Prozent der Patienten, auf.

Es ist allgemein bekannt, dass Benzodiazepine und Z-Substanzen nur kurzfristig angewendet werden sollen, weil sie abhängig machen können. Und auch das Nebenwirkungsprofil spricht dafür, lieber früher als später zu einem medikamentenfreien Schlaf zurückzukehren. Denn verschreibungspflichtige Hypnotika beeinflussen ohnehin schon die Schlafphasen und können dadurch die nächtliche Erholung beeinträchtigen. Kommen dazu noch Albträume, verstärken diese das Gefühl, schlecht geschlafen zu haben.



Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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5 Kommentare

Abolute Abhängigkeit von Seroquel

von Mario KOller am 24.01.2019 um 20:24 Uhr

HalloSabrina.Danke dir.Ich versuche noch einpaar Tage zu überleben aber mein Leben geht zu Ende.Die Tabletten machen mich fix und fertig.
Vom Arbeitsamt aus wollen sie das ich wieder arbeiten.Die spinnen total das lasse ich nicht zu.

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Auch schlaflos

von Merwe B am 06.01.2019 um 22:06 Uhr

Auch ich habe Probleme mit dem Schlaf zeitgleich mit der Einnahme von AD bekommen.
Bereits vor neun Jahren erhielt ich zunächst Fluoxetin. Probleme mit dem Einschlafen und Durchschlafen waren eigentlich zuvor eine Seltenheit trotz Depression. Seit Einnahme dann gefühlt mehr Wachsein als Schlaf, sehr häufige bewusste Wachphasen und sehr intensive Albträume. Damals habe ich die Therapie schließlich nach drei Monaten abgebrochen.
Jetzt habe ich das gleiche Problem, nehme täglich 50mg Sertralin seit einem Monat und kann trotz starker Erschöpfung nach schlaflosen Wochen immer noch nicht durchschlafen (das Einschlafen funktioniert).
Seit kurzem erhalte ich zusätzlich Seroquel und das macht es nur noch schlimmer, da ich davon noch am Einschlafen gehindert werde (davon kribbeln mir die Arme wie verrückt).
Es fällt mir sehr schwer, bei meiner starken Depression diese Medikation weiter zu befolgen, da ich mich mittlerweile zu gar nichts mehr imstande fühle dank Erschöpfung.

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AW: Auch schlaflos

von Katrin am 02.04.2019 um 13:16 Uhr

Hi Merwe, ich habe gerade Sertralin abgesetzt, habe davor auch ein Jahre lang 50mg Sertralin genommen. Anfangs habe ich es Abends genommen, da konnte ich dann zwar einschlafen, war aber jede Nacht spätestens um 2.30h wach, und das war's dann mit dem Schlaf. Habe dann angefangen das Sertralin statt Abends gleich morgens nach dem Aufwachen zu nehmen - und von dem Tag an waren die Schlafprobleme weg. Vielleicht probier das mal? LG

Schlafwachrythmus durch Trimipramin irrelevant durcheinander

von Koller Mario am 10.12.2018 um 13:42 Uhr

Wegen Schlafstörungen unter einer vorher nicht bekannten Schlafapnoe würde mir Trimipramin verabreicht mit schwersten gravierenden unmenschlichen Nebenwirkungen.Es hat meinen Einschlafmechanismus zerstört.Ich bin jetzt abhängig von sedierenden Psychopharmaka.Sprich ich durchlebe die Hölle als lebender Toter.Alles zerstört durch dieses Mistdreck Medikament wenn man es als solches bezeichnen kann.Mein Leben ist nur noch eine Farce.Der Pharma Industrie gehört verboten Psychoparmaka nur unter strengster Auflage erlaubt zu produzieren.Ich bekomme nun Neuroleptika damit ich überhaupt schlafen kann.Diese Arzneimittel so der grösste Arzneimittelskandal des 20.Jahrhunderts seit dem Conterganskandal.!!!

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AW: Schlafwachrythmus durch Trimipramin

von Sabrina Hehli am 21.01.2019 um 12:06 Uhr

Hallo

Ich fühle mit dir. Mir wurde Surmontil seit letztem April 2018 verschrieben. Ich nahm durchschnittlich 15 Tropfen davon. Maximal mal 40. Das Medikament hat meinen Schlafrhythmus total zerstört. So bekam ich das Medikament, da ich an massiven Schlafstörungen litt durch die Depression. Ich habe das Medikament nun innersten 1 Woche abgesetzt. Ich hatte schon 2 3 Nächte, wo ich wieder richtig tief und erholsam geschlafen habe, wenn auch nur 2 bis 3 h. Doch solch einen Tiefschlaf hatte ich während des Medis nicht mehr, auch wenn ich dank dem Surmontil 7h schlafen konnte mit Unterbruch. Ich fühle sehr mit dir..

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