Studienergebnisse

Asthma-Arzneimittel beeinflussen die Fruchtbarkeit von Frauen

Stuttgart - 19.02.2018, 14:00 Uhr

Asthmatikerinnen mit Kinderwunsch sollten bereits vor der Schwangerschaft ihre Krankheit unbedingt gut einstellen. (Foto Africa Studio

                                    / stock.adobe.com)

Asthmatikerinnen mit Kinderwunsch sollten bereits vor der Schwangerschaft ihre Krankheit unbedingt gut einstellen. (Foto Africa Studio / stock.adobe.com)


Asthmatikerinnen sollten schon vor der Schwangerschaft gut eingestellt werden

Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass die Kombination aus LABA und ICS die Fertilität von Asthmatikerinnen erhält, was die die Zahl der benötigten Fruchtbarkeitsbehandlungen reduzieren könnte, sagt Dr. Grzeskowiak in einer Pressemeldung der European Lung Foundation. Er ergänzt, dass es viele Hinweise darauf gäbe, dass Asthma in der Schwangerschaft einen negativen Effekt auf die Gesundheit von Mutter und Kind hat. Daher sollten Frauen die Krankheit unter Kontrolle bekommen, bevor sie versuchen, schwanger zu werden.

Wie genau Asthma oder die Arzneimitteltherapie die Fruchtbarkeit beeinflussen, sei noch nicht klar. Grzeskowiak äußert aber eine Vermutung: Die Entzündung, die bei Asthma die Lungen befällt, könnte auch andere Bereiche des Körpers beeinflussen, darunter auch den Uterus. Corticoide unterdrücken die Entzündungsreaktion und könnten daher einen schützenden Effekt haben. Beta-Agonisten hingegen wirken symptomatisch in den Lungen und beeinflussen die Entzündung nicht.

Da die Studie nur bereits schwangere Frauen einschloss, konnte nicht untersucht werden, wie der Effekt auf Frauen ist, die nicht natürlich schwanger werden können. In Zukunft seien Studien mit Asthmatikerinnen, die eine Fruchtbarkeitsbehandlung erhalten, geplant.

Cortison schon ab Stufe 1

Den allgemeinen Nutzen von ICS, auch bei mildem Asthma, konnte zuletzt eine im Lancet publizierte Studie mit über 7000 Asthmatikern zeigen. So führten 400 µg Budesonid täglich zu einer um 50 Prozent reduzierten Zahl an schweren Exazerbationen mit Tod oder notfallmäßigen Krankenhauseinweisungen. Als Konsequenz leitet GINA – Global Initiative für Asthma – die Einschätzung ab, dass Ärzte schon bei Asthma der Stufe 1 den Einsatz von ICS erwägen können. Die Empfehlungen fanden auch Eingang in die aktuelle Sk2-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma. Wann ist aber der Zeitpunkt gekommen, die früh eingesetzte ICS-Therapie wieder zu reduzieren? Das erläuterte Professor Roland Buhl von der Universitätsmedizin Mainz beim KlinPharm Update im vergangenen Jahr: „Wenn die Asthma-Kontrolle stimmt.“ Das sei der Fall, wenn der Patient in den letzten vier Wochen keine Aktivitätseinschränkungen wegen seines Asthmas hat, nachts nicht aufgrund von Asthmabeschwerden erwacht, weniger als zweimal täglich überhaupt asthmatische Symptome zeigt und auch seine Bedarfsmedikation nur zwei Mal pro Woche benötigt.



Dr. Mathias Schneider, Apotheker, Volontär DAZ
redaktion@daz.online


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