Pflanzenporträt

Traubensilberkerze bei Wechseljahresbeschwerden

Hamburg - 06.03.2018, 10:00 Uhr

Der Wurzelstock der Traubensilberkerze enthält verschiedene
Triterpenglykoside, die Estrogen-ähnliche Wirkungen
vermittel sollen. (Foto: emer / stock.adobe.com)

Der Wurzelstock der Traubensilberkerze enthält verschiedene Triterpenglykoside, die Estrogen-ähnliche Wirkungen vermittel sollen. (Foto: emer / stock.adobe.com)


In der Therapie der Wechseljahresbeschwerden wird oftmals auf pflanzliche Präparate gesetzt. Zu den gängigen Phytopharmaka gehören unter anderem Extrakte aus dem Traubensilberkerzenwurzelstock. Mehr zu dieser Heilpflanze lesen Sie in folgendem Pflanzenporträt.

Die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) ist kaum zu übersehen: Am bis zu zwei Meter hohen Stängel mit großen, zwei- bis dreifach gefiederten Blättern befindet sich an der Spitze eine lange, kerzenartige Blütentraube. Aus den kleinen weißlichen Blüten ragen die silbrig erscheinenden Staubfäden heraus. Ebenfalls auffallend ist der unangenehme Geruch, den die Staude bzw. vornehmlich die Blüten zur Abwehr von schädlichen Insekten absondert. Die mehrjährige, zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae) gehörende Pflanze ist in Kanada und den nordöstlichen USA beheimatet. 

Estrogen-ähnliche Wirkungen

Therapeutisch relevant ist das Rhizom (Cimicifugae rhizoma) der Pflanze: Der bis zu zwei Zentimeter dicke und 15 Zentimeter lange Wurzelstock enthält verschiedene Triterpenglykoside (z.B. Actein, Cimicifugosid), Phenolcarbonsäuren, Fukinolsäure und Cimicifugasäure F. Das Gemisch aus Triterpenglykosiden scheint dabei wirksamkeitsrelevant zu sein und soll Estrogen-ähnliche Wirkungen vermitteln. Gut untersucht ist ein isopropanolischer Spezialextrakt der Traubensilberkerze. 

Für ihn konnten gewebsspezifisch unterschiedliche Wirkungen im Sinne eines selektiven Estrogen-Rezeptor-Modulators nachgewiesen und in klinischen Studien eine signifikante Verbesserung sowohl körperlicher als auch psychischer Wechseljahresbeschwerden gezeigt werden. Selektive Estrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERM) binden an Estrogen-Rezeptoren und rufen einige Estrogen-ähnliche Wirkungen hervor – andere unterdrücken sie jedoch. 



Annette Lüdecke (lue), Apothekerin, Autorin DAZ.online
redaktion@daz.online


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