Arzneimittel und Therapie

Wechseljahresbeschwerden: Therapeutische Lücken mit der Traubensilberkerze schließen

Die neue Risikobewertung der Hormonersatztherapie als Folge der WHI-Studie hat eine Lücke in der Behandlung klimakterischer Beschwerden entstehen lassen. Phytopharmaka können ein gangbarer Weg aus dem Dilemma sein, wie klinische Daten und Praxiserfahrungen für den Wurzelstockextrakt aus Cimicifuga racemosa zeigen.

60 bis 80 Prozent aller Frauen in den Wechseljahren leiden unter klimakterischen Beschwerden. Und damit etwa 10 Millionen Frauen in Deutschland. Entsprechend häufig werden Gynäkologen mit diesem Krankheitsbild konfrontiert. Woche für Woche kommen mindestens acht Patientinnen deswegen in die Praxis. So eines der Ergebnisse einer Befragung deutscher Gynäkologen zum Thema Wechseljahresbeschwerden und deren Therapiegewohnheiten.

Welch' hohe Brisanz diese Thematik hat, zeigt die hohe Teilnehmerzahl: Mit 5175 ausgefüllten Fragebögen nahmen mehr als 50 Prozent aller Gynäkologen teil. Deutlich wurde, dass alle Ärzte die medikamentöse Behandlung klimakterischer Beschwerden als "sehr wichtig oder wichtig" bewerteten. Aber auch, dass die Hormonersatztherapie (HRT) von den Patientinnen zunehmend abgelehnt wird. 2001 waren es noch 20 Prozent, 2003 schon 30 Prozent, die sagten: HRT – nein danke!

Individuell therapieren

Als Alternative bietet sich der Wurzelstockextrakt der Traubensilberkerze Cimicifuga racemosa an, der als isopropanolischer Spezialextrakt (Remifemin®) und auch in Kombination mit Johanniskraut (Remifemin® plus) angeboten wird. Positiv bewerteten die Gynäkologen die dadurch mögliche differenzierte, den jeweiligen Beschwerden angepasste Therapiemöglichkeit. Der Monoextrakt wird bei neurovegetativen Beschwerden und in der Prämenopause verwendet, während die Kombination bei psychischen Beschwerden während der Wechseljahre und in der Postmenopause zum Einsatz kommt.

Die Ergebnisse der Gynäkologenbefragung spiegeln sich auch in den Resultaten einer prospektiven Anwendungsbeobachtung mit 2327 Frauen wieder, die unter mittelgradigen klimakterischen Beschwerden litten. Auch hier therapierten die Gynäkologen entsprechend differenziert. Den Therapieerfolg bewerteten sie bei über 60 Prozent der Patientinnen als "sehr viel besser" oder "viel besser". Die Verträglichkeit wurde in über 90 Prozent der Fälle mit "sehr gut" oder "gut" klassifiziert.

Signifikant weniger Hitzewallungen

Wirksamkeit und Verträglichkeit des isopropanolischen Cimicifuga-racemosa-Extraktes wurden in einer GCP(Good Clinical Practice)-konformen Untersuchung geprüft. 145 Patientinnen erhielten randomisiert und doppelblind über drei Monate den Wurzelstockextrakt (2 u 20 mg), 141 Patientinnen Plazebo. Zur Bestimmung der Wirksamkeit wurde die validierte Menopause Rating Scale I (MRS I) herangezogen. Die Auswertung ergab einen statistisch signifikanten Therapievorteil für den Pflanzenextrakt.

Besonders profitierten die Patientinnen durch eine Verbesserung von Hitzewallungen und psychischen Beschwerden, so die Faktorenanalyse der MRS I. Unerwünschte Begleiterscheinungen waren unter Verum nicht häufiger als unter Plazebo. Klinisch relevante Veränderungen von biochemischen oder physikalischen Parametern wurden nicht festgestellt.

Apotheker in der Pflicht

Nicht nur die Gynäkologen, auch die Apothekerinnen und Apotheker werden zunehmend mit dieser Problematik konfrontiert werden. Denn diese Präparate sind nicht mehr erstattungsfähig da nicht mehr rezeptpflichtig. Nicht zuletzt um Praxisgebühr zu sparen, werden künftig mehr Frauen direkt in der Apotheke nachfragen. Dann ist Wissen über Phytotherapeutika gefragt. Aber auch über die Indikationen für eine Hormonersatztherapie, die unter bestimmten Voraussetzungen noch immer ihre Berechtigung hat.

Dr. Beate Fessler, München

Quelle
W. Grebe, Frankenberg; R. Osmers, Hildesheim; K. Doench, Göttingen: Fachpressegespräch "Wechseljahresbeschwerden: Phytotherapie schließt therapeutische Lücke", München, 6. Mai 2004, veranstaltet von der Schaper & Brümmer GmbH, Salzgitter.

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