Online-Handel

Studie: Amazon könnte Apothekenmarkt nicht umkrempeln

München - 08.12.2017, 14:50 Uhr

US-Wirtschaftsspezialisten kommen in einer Analyse zu dem Schluss, dass der Online-Riese Amazon den Apothekenmarkt in den USA nicht umkrempeln könnte. (Foto: dpa)

US-Wirtschaftsspezialisten kommen in einer Analyse zu dem Schluss, dass der Online-Riese Amazon den Apothekenmarkt in den USA nicht umkrempeln könnte. (Foto: dpa)


Übernimmt Amazon eine Apothekenkette?

Zwar könnte Amazon bei einem Einstieg in das US-Apothekengeschäft durchaus Synergien zu anderen Teilen des Konzerns herstellen, insbesondere zu Produkten der Körperpflege und Vitaminen. Andererseits dürfte es den Managern schwerfallen, mit Arzneimitteln ein derart robustes, schnell skalierbares und disruptives Geschäft aufzubauen wie dies im Handel mit anderen Waren gelungen sei. Blackledge und Rhyee rechnen denn auch damit, dass die Bereiche Kleidung, Haushalts- und Gebrauchswaren sowie Lebensmittel und Getränke von Amazon im Jahr 2020 fünf. bis 20-mal größer sein werden als das Apothekengeschäft des Konzerns. „In gewisser Weise sehen wir die Möglichkeit, dass Amazon eine weitere große Apothekenkette aufmacht oder als Wettbewerber im Bereich der Versandapotheken auftritt“, schreiben die Autoren. „Hier halten wir verschiedene Szenarien für möglich, aber in keinem dürfte Amazon große Händler wie CVS oder WBA aus dem Markt verdrängen.“

Keine generelle Entwarnung

Dennoch kann sich die Apotheken- und Arzneimittelhandelsbranche jenseits und auch diesseits des Atlantiks angesichts dieser Annahmen nicht entspannt zurücklehnen. Denn einen generellen Markteintritt Amazons in das Pharmageschäft schließen auch die Cowen-Analysten nicht aus. Wenn der Konzern diesen Schritt gehe, könnte er sich insbesondere seines Prime- und Prime-Now-Dienstes wie auch der erst im August 2017 übernommenen Bio-Lebensmittelkette Whole Foods und der existierenden Kundenbeziehungen bedienen.

Vor diesem Hintergrund stellt Cowen konkrete Überlegungen zum künftigen Gewicht von Amazon im Pharmamarkt an. Demnach könnte der Konzern im Jahr 2019 einen Marktanteil von einem Prozent bei einem Umsatz von drei Milliarden Dollar erreichen. Bis zum Jahr 2023 könnte der Marktanteil auf vier Prozent steigen, der Umsatz dürfte nach dieser Kalkulation bei 10 Milliarden Dollar liegen – Akquisitionen nicht berücksichtigt. Zum Vergleich: Der gesamte Konzernumsatz von Amazon könnte basierend auf Zahlen des Marktforschungsunternehmens IQVIA, ehemals QuintilesIMS, im Jahr 2018 bei 203 Milliarden Dollar liegen.



Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.