FDA / Warnung vor rohem Teig

„Nicht naschen, da ist Mehl drin!“

Stuttgart - 07.12.2017, 09:45 Uhr

Passend zur Plätzchensaison mahnt die FDA in den USA: „Say No to Raw Dough!“ (Foto: st-fotograf / stock.adobe.com) 

Passend zur Plätzchensaison mahnt die FDA in den USA: „Say No to Raw Dough!“ (Foto: st-fotograf / stock.adobe.com) 


Schon als Kind lernt man, dass man nicht vom rohen Teig naschen sollte. Aber doch nicht wegen des Mehls, sondern wegen der Eier? Bereits 2016 warnte die amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde davor, dass das Mehl im rohen Teig krank machen kann. Passend zur Plätzchensaison, hat sie ihre Warnung nun aktualisiert. 

Mehl – ganz allgemein – kann mit pathogenen Keimen besiedelt sein, warnt die FDA (Food and Drug Administration) aktuell in den USA. Schon 2016 riet sie vom Verzehr von rohem Teig ab; wegen des enthaltenen Mehls. Anlass war damals eine Welle von Infektionen: Dutzende Menschen infizierten sich mit dem Shigatoxin produzierenden Bakterium E. coli O121

Wieso Mehl?

Es stimmt, vor allem wegen der Salmonellen-Gefahr durch rohe Eier sollte kein roher Teig verzehrt werden. Doch Mehl birgt ein zusätzliches Risiko: Wie Eier ist Mehl ein Naturprodukt, das zwangsläufig auch mit tierischen Ausscheidungen und pathogenen Keimen in Berührung kommt. 

Plätzchen backen – ohne Reue:

  • Keinen rohen Teig essen.
  • Hände, Arbeitsflächen und Backutensilien nach Mehl- und Teig-Kontakt reinigen.
  • Rohe Lebensmittel immer getrennt aufbewahren. Auch während des Backens sollte man daran denken, dass Mehl stäubt.

Ein Forscher-Team hat die Infektionswelle von 2016 in den USA untersucht und seine Ergebnisse im New England Journal of Medicine veröffentlicht. Die Studie stützt die Empfehlung der FDA: Obwohl Mehl kaum Feuchtigkeit enthält und somit bakterielles Wachstum kaum fördert, können pathogene Mikroorganismen den Trocknungsprozess überleben und über Monate lebensfähig bleiben. Das Shigatoxin produzierende Bakterium E. coli O121 (STEC) ist dabei eines von mehreren möglichen pathogenen Keimen im Mehl. Zwar konnte die Infektionswelle in den Untersuchungen auf eine bestimmte Herstellungsanlage zurückgeführt werden, jedoch fand man nicht die eigentliche Kontaminationsquelle. 

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Diana Moll, Apothekerin und Volontärin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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