Expopharm und DAT

Das erwartet die Apotheker auf dem Apothekertag

München - 11.10.2016, 17:40 Uhr

Expopharm und DAT 2016: Was können die Apotheker auf der Messe erwarten? (Foto: dpa)

Expopharm und DAT 2016: Was können die Apotheker auf der Messe erwarten? (Foto: dpa)


Am heutigen Mittwoch starten in München die Expopharm und der Deutsche Apothekertag. Die ganze Branche kommt zusammen, um sich über neue Entwicklungen auszutauschen, über aktuelle politische Themen zu diskutieren oder den Spitzenpolitikern der Gesundheitspolitik zuzuhören. Aber was genau erwartet die Apotheker auf der diesjährigen Messe? Ein Überblick.

Mittwoch 12. Oktober 2016

Um 9.30 Uhr beginnt die Eröffnungsveranstaltung der Expopharm. Traditionell begrüßt der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes, Fritz Becker, alle Gäste und hält anschließend seinen Lagebricht, in dem er auf die wirtschaftliche Situation der Apotheken eingeht und die Kernforderungen der Apotheker an die Gesundheitspolitik erläutert.

Nach Beckers Rede folgen mehrere Grußworte von Politikern und den Spitzen wichtiger Branchenverbände. Zu erwarten ist, dass insbesondere die Vertreter der Pharmaverbände das Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz (AM-VSG), mit dem die Bundesregierung unter anderem die Arzneimittelpreisbildung sowie die frühe Nutzenbewertung anpacken will, kritisieren. Die Pharma-Verbände sind nicht zufrieden mit dem Vorhaben: Denn aus ihrer Sicht sollten mit dem AM-VSG insbesondere die im Pharmadialog vereinbarten Maßnahmen realisiert werden. Das Bundesgesundheitsministerium hat aber noch weitere Regelungen eingefügt. Einige davon, wie beispielsweise die Verlängerung des Preismoratoriums, dürften der Industrie ein Dorn im Auge sein.

In chronologischer Reihenfolge werden bei der Eröffnung sprechen:  Josef Schmid (Zweiter Bürgermeister der Landeshauptstadt München), Dr. Thomas Trümper (Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes des pharmazeutischen Großhandels – Phagro), Jörg Wieczorek (Vorstandsvorsitzender des Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller – BAH), Han Steutel (Vorstandsvorsitzender des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller – vfa), Wolfgang Späth (Vorstandsvorsitzender von Pro Generika) sowie Michael Popp (stellv. Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der pharmazeutischen Industrie – BPI).

Politische Prominenz beim DAT 2016

Mittwoch, 12. Oktober 2016 (2)

In den Seminarräumen der Messe München finden vom 12. bis 15. Oktober an allen Tagen der Expopharm außerdem spannende Veranstaltungen für pharmazeutisches Fachpersonal statt. Beteiligt sind prominente Dozenten wie Professor Manfred Schubert-Zsilavecz oder Professor Theodor Dingermann. Eine Übersicht über alle Seminare finden Sie hier.

Nach einer Mittagspause folgt am Mittwochnachmittag die Eröffnung des Deutschen Apothekertages. Nach einer voraussichtlich sehr Pharma-lastigen Eröffnung der Expopharm dürften am Nachmittag eher Apothekerthemen auf dem Plan stehen. Und das mit prominenter Beteiligung: ABDA-Präsident Friedemann Schmidt eröffnet den Apothekertag kurz, um dann direkt an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zu übergeben. In seiner Rede an die Apotheker dürfte Gröhe verkünden, dass er einige Stunden zuvor im Bundeskabinett Zustimmung für das AM-VSG erhalten hat. Dort enthalten sind neben den Pharma-Maßnahmen auch eine Honorarerhöhung für Apotheker im Rezeptur-Bereich und für die BtM-Abgabe sowie die Abschaffung der exklusiven Zyto-Verträge zwischen Krankenkassen und Apotheken.

Nach dem Lagebericht von ABDA-Präsident Schmidt geht es direkt weiter mit der politischen Diskussion. Teilnehmen werden Maria Michalk (CDU), Sabine Dittmar (SPD), Maria Klein-Schmeink (Grüne) sowie Kathrin Vogler (Linke). Nach einem kurzen Eingangsstatement der Politiker wird Moderator Andreas Lehr durch die Diskussion leiten. Die Themen liegen auf der Hand: Apothekenhonorar, Medikationsplan, EuGH-Verfahren zu Rx-Boni, Pharma-Gesetz.

Ab dem späten Nachmittag geht es dann nur noch um die Berufspolitik. In seinem Lagebericht erklärt ABDA-Geschäftsführer Sebastian Schmitz den aus den einzelnen Regionen angereisten Apothekern die Arbeit der ABDA aus den vergangenen zwölf Monaten. Auch der für das Jahr 2017 vorgelegte Geschäftsbericht dürfte thematisiert werden. Sollte es die Zeit zulassen, steigen die Apotheker schon am Mittwochabend mit der Beratung der Anträge zum DAT ein.

Antragsberatung, Antragsberatung, Antragsberatung

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Zwischen 9 und 18 Uhr berät die Hauptversammlung der Apotheker alle zum DAT eingereichten Anträge. Die Highlights der Anträge aus dem Antragsbuch sehen Sie hier. Der geschäftsführende Vorstand der ABDA hat unter anderem einen Leitantrag zu der am heutigen Dienstag vorgestellten Studie zum Apothekenklima eingebracht. Aber auch aus den 43 Mitgliedsorganisationen kommen viele spannende Anträge. Die Kammer Hamburg von ABDA-Präsidentschaftskandidat Kai-Peter Siemsen will erreichen, dass die ABDA sich häufiger auf gesundheitspolitischen Veranstaltungen in Berlin blicken lässt. Mehrere Anträge thematisieren die Problematik der pharmazeutischen Dienstleistungen. Die Apotheker wollen, dass der Gesetzgeber einen Passus ins SGB V aufnimmt, nach dem pharmazeutische Dienstleistungen eine mögliche Aufgabe der Apotheker werden. Einige Kassenaufsichten hatten moniert, dass es keine Rechtsgrundlage dafür gebe, wenn Kassen Apotheker für Dienstleistungen bezahlen.

Zwischen 14 und 18 Uhr findet zudem ein Fachforum mit dem Titel „Der Apotheker als Garant für die Arzneimitteltherapiesicherheit“ statt.

Freitag, 14. Oktober 2016

Freitag ist der letzte Tag des Deutschen Apothekertages 2016. Von 9 bis 18 Uhr ist die Antragsberatung vorgesehen. Natürlich sind neben den im Antragsbuch enthaltenen Anträgen auch jederzeit Adhoc-Anträge möglich, die die Delegierten aus den Ländern vor Ort stellen können. Das Verhalten der ABDA zum EuGH-Verfahren zu Rx-Boni ist in den bisherigen Anträgen beispielsweise nicht enthalten und könnte noch Thema werden. Das gleiche gilt für das Dauerthema Lieferengpässe. Ebenso könnte der „Kontakt“ der ABDA zur Basis angesprochen werden. Zuletzt hatten sich einige Mitgliedsorganisationen darüber beschwert, im System „ABDA“ zu wenig Gehör geschenkt zu bekommen.

Die ganze Zeit über können sich alle Besucher der Expopharm natürlich in den riesigen Hallen der Messe München bei den Ausstellern umschauen. Auch in diesem Jahr sind wieder die meisten Firmen aus der Apothekenwelt mit einem Stand in München vertreten.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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