Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

12.06.2016, 08:00 Uhr

Rückblick auf die letzte Woche (Foto: Andi Dalferth)

Rückblick auf die letzte Woche (Foto: Andi Dalferth)


Die letzte Woche erträgt man nur mit Sekt! Wie ein Lauffeuer hat es sich auf WhatsApp verbreitet: Die ABDA macht einen Newsroom im Internet auf und will täglich über ihre Arbeit berichten. Außerdem: ABDA trinkt lieber Tee als sich Alternativen für eine mögliche  Rx-Preisfreigabe zu überlegen. Und Rabattvertrags-Hermann will keine geschenkten Arzneimittel. Dies und mehr Groteskes in meinem lieben Tagebuch.

6. Juni 2016

Da braut sich ein mächtiges Gewitter in Luxemburg zusammen, es ziehen gar düstere Wolken über unsere Apothekenlandschaft herein – und unsere liebe ABDA bleibt optimistisch gelassen und hat ein fröhliches Liedchen auf den Lippen: Sie hält es nicht für sinnvoll, sich jetzt schon in Szenarien zu ergehen, was wäre, wenn der Europäische Gerichtshof den ausländischen Versandapotheken Rx-Boni erlaubt und damit die Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel kippt. Tja, mein liebes Tagebuch, manche haben die Ruhe weg. Und dann stehen sie vor einem Scherbenhaufen. ABDA-Präsident Schmidt hält es nicht für sinnvoll, schon jetzt einen Katalog von Alternativen zu arbeiten. Mit Verlaub, wann, wenn nicht jetzt, Herr Schmidt? Sein Gottvertrauen, dass die Politik das bestehende stabile System schon irgendwie erhalten werde, scheint unerschütterlich. Ehrlich gesagt, man muss ja nicht gleich den Untergang des Abendlandes sehen, aber dieses Vertrauen habe ich nicht. Ein Blick zurück auf die letzten zehn, zwanzig Jahre zeigt, dass die Politik mitnichten das Apothekensystem konservierte: Sie ließ immer mehr Liberalisierung zu. Dachte man anfangs nicht, die liebe Politik würde Rx-Arzneimittel im Versandhandel verbieten? Pfeifendeckel! Ich bin mir nicht sicher, wie lange die Politik den Sirenengesängen von liberalen Ökonomen noch standhält. Das Handelsblatt erwartet bereits eine „Liberalisierung durch die Hintertür – und ist sich „ziemlich sicher“, dass der EuGH die Rx-Preise freigibt. Der gesundheitspolitische Redakteur des Handelsblatts, Peter Thelen, sieht sogar die Debatte um die Apothekenketten „durch die Hintertür zurückkehren“.  
Mein liebes Tagebuch, wäre es nicht gerade jetzt ein Signal der Apothekerinnen und Apotheker zu fordern, den Versandhandel mit Rx zu verbieten? Auch mit Blick auf das EuGH-Verfahren. Aber, lasst uns keinen Aktionismus an den Tag legen, schenken wir uns einen Eisenkraut-Tee aus der ABDA-Alfi-Kanne ein und warten ab.

Die Büromöbelhersteller freuen sich über Kunden wie die ABDA. Laufend Aufträge über neue Schreibtische und Bürosessel, die sie ins Lindencorso schleppen dürfen, sind ihnen gewiss. In diesem Haushaltsjahr hat die ABDA bereits drei neue Stellen für den Aufbau der Telematik-Infrastruktur geschaffen, außerdem neun Arbeitsplätze für Mitarbeiter, die bei der Vermögensverwaltung deutscher Apotheker (VGDA) angestellt waren. Und im kommenden Jahr sollen noch vier weitere hauptamtliche Mitarbeiter eingestellt werden für die Öffentlichkeitsarbeit, das Verbandssekretariat und die Abteilung Verträge. Kein Wunder, wenn da die Personalkosten nach wie vor der größte Posten im Haushalt sind. Mein liebes Tagebuch, gibt ja auch viel zu tun. Und Stellen für IT und Öffentlichkeitsarbeit sind in der heutigen Zeit nie verkehrt. Dann soll im kommenden Jahr außerdem der Etat für die Öffentlichkeitsarbeit steigen auf 3,6 Mio. Euro. Insgesamt liegt das Budget dann bei 17,7 Mio. Euro (für 2016 waren 17,2 Mio. Euro veranschlagt). Finanziert werden soll der Budgetanstieg durch eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um 3,3 Prozent. Ach, mein liebes Tagebuch, alles richtig, alles wichtig. Wenn nur die Apothekenerträge und Gehälter auch so schön wachsen würden. Und irgendwie kommt dann so ein leises, unbestimmtes  Gefühl auf: Was finanzieren wir eigentlich alles mit unseren Beiträgen? Wird etwas besser, wenn der Riesenapparat noch größer wird?

Oder sollte man lieber gleich richtig „big“ denken: Lasst uns unsere Strukturen verschlanken. Wir brauchen keine 17+17-Struktur an Kammern und Verbänden. 4+4 tät’s auch plus die Zentrale. Und dann lasst uns hauptamtliche Manager und Politprofis an die Spitze setzen, die ihr Handwerk verstehen, politisch bestens vernetzt sind, ordentlich bezahlt werden und die unsere Interessen vertreten, flankiert von ein paar Ehrenamtlichen für Repräsentations- und Kontrollzwecken. Und weil gerade die EM läuft:  Im letzten Spiegel habe ich dazu ein schönes Zitat von Thomas Strunz gelesen, ehemaliger Nationalspieler und jetzt Spielerberater. Er meint: „Im Amateurbereich arbeiten Ehrenamtliche, aber Profivereine sind professionell geführte mittelständiges Unternehmen. Dies ist von Ehrenamtlichen nicht zu leisten. Wer das glaubt, stammt aus einer anderen Zeit.“ Mein liebes Tagebuch, da stammt die ABDA aus einer anderen Zeit…

7. Juni 2016

Wow, das ist der Hammer, mein liebes Tagebuch, ich glaub’s noch nicht: Die ABDA will selbst Nachrichten machen! 1 (in Worten eine) neue Vollzeitstelle soll hierfür geschaffen werden, die Online-Präsenz ausgebaut werden (Vorsicht ABDA, das ist Neuland!) und ein „Newsroom“ geschaffen werden (liebe ABDA, darunter versteht man übrigens keinen Lagerraum für alte PZ- und DAZ-Ausgabe, gell?).  Was soll bei diesem Urknall in der ABDA-Kommunikation passieren? Ab 2017 soll die „Außendarstellung der ABDA gegenüber Medien, Fachöffentlichkeit und Politik“ intensiviert werden.
Ja, jetzt aber! Also, geplant ist eine Internetseite (genannt „newsroom“) auf abda.de, die „über täglich neue Nachrichten und Informationen die Arbeit, Leistung und politischen Ziele des ABDA-Verbundes konsequent darstellen und unterstützen soll“. Hhmm, mein liebes Tagebuch, klingt erstmal gut, oder? Aber gibt’s die denn, die täglich neuen Nachrichten von der ABDA? Und die Leistung und die politischen Ziele des ABDA-Verbundes? Da sind wir schon mal so was von gespannt drauf. Vielleicht haben wir das bisher alles nur nicht gesehen, weil es keinen Newsroom gab.

8. Juni 2016

Nein, Lutz Engelen war nicht schuld daran, dass seine Delegierten ihm bei der Abstimmung über die Zustimmung zum ABDA-Haushalt nicht folgen wollten. Er plädierte für Zustimmung zur Erhöhung des ABDA-Haushalts, zumal er weiß, dass seine Kammer selbst den Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit und der Telematik-Infrastruktur gefordert hatte. Außerdem: Der liebe Lutz und der liebe Friedemann vertragen sich doch wieder, auch wenn der liebe Lutz schon mal aus der ABDA austreten wollte. Aber beim erhöhten ABDA-Haushalt wollten ihm seine Delegierten nun doch nicht folgen. Engelen wird demnach auf der Mitgliederversammlung der ABDA Ende Juni gegen die jetzige Form des ABDA-Haushalts stimmen müssen. Sein Kommentar dazu: Tja, so ist Demokratie.“ Tja, mein liebes Tagebuch, so ist’s. Manchmal sieht das Volk es anders. Vielleicht auch bei der Sache mit dem EuGH-Verfahren und dem möglichen Fall der Rx-Preisbindung. Hier meinte Lutz Engelen in Übereinstimmung mit Friedemann Schmidt: „Jetzt ist nicht die Zeit, die Flinte ins Korn zu werfen“, so Engelen. Es sei höchst unwahrscheinlich, dass der EuGH seine bisherige Linie verlasse und die Preisbindung für ausländische Versandapotheken untersage. Oh, mein liebes Tagebuch, woher er dieses Gottvertrauen nimmt?

Arzneimittel über WhatsApp vorbestellen oder das Rezept abfotografieren und schon mal zum Vorbereiten an die Apotheke schicken? Immer mehr Apotheken bieten das ihren Kunden an und die Kunden nutzen es gerne: Es geht einfach und ist bequem. Die Apotheke kann das Arzneimittel schon mal besorgen und als Kunde muss man nicht zweimal kommen. Also, warum nicht? Mein liebes Tagebuch, vom WhatsApp-Dienst ist bekannt, dass er es mit dem Datenschutz nicht so genau nimmt. Das Bundesdatenschutzgesetz ist für WhatsApp ein Fremdwort. Wer den Dienst nutzt, muss wissen, dass sein gesamtes Telefonbuch, alle Kontakte ausgelesen werden. Und auch sonst: Wer WhatsApp nutzt, muss wissen, dass er das, was er damit verschickt, auch gleich öffentlich machen kann. Datenschutz –Fehlanzeige. Die Arzneimittel, die Rezepte – der Nachrichtendienst sieht alles, weiß alles, nutzt alles. Und die NSA sowieso. Wer das unbedingt möchte und sich nicht davon abbringen lassen möchte, bitteschön. Mein liebes Tagebuch, so schnell kann’s gehen: Für die Apotheke bricht da eine neue Welt an. Wir müssen uns endlich in den neuen Medien fit machen. Wir müssen unsere Kunden beraten, wie sie am besten mit uns kommunizieren. Also, wenn einer nicht unbedingt darauf besteht: abraten von WhatsApp. Ansonsten gibt’s auch andere Wege wie E-Mail, SMS oder Skype, die zwar auch nicht die allersichersten sind, aber allemal besser als WhatsApp. Oder man empfiehlt dem Kunden eine echte Apotheken-App, z. B. apotheken.de - auch damit kann man Rezepte abfotografieren und Arzneimittel vorbestellen.

9. Juni 2016

Entlassrezept - eigentlich eine gute Sache für Patienten, die aus dem Krankenhaus entlassen werden, sollte doch irgendwie zu managen sein. Dachte man. Von wegen! Das Problem liegt u. a. bei den Krankenhausärzten. Weil die Klinikärzte die Verordnung auf GKV-Rezepten nicht gewohnt sind, befürchtet die ABDA nun, dass viele fehlerhafte Rezepte ausgestellt und die Apotheken dafür retaxiert werden. Außerdem sollten sich der Krankenkassenverband, die Krankenhausgesellschaft und die Kassenärztliche Bundesvereinigung über diese Details verständigen und einigen, haben das aber nicht geschafft. Und nun soll wieder eine Schiedsstelle entscheiden, wie’s weitergeht. Apotheker dürfen nicht unmittelbar mitreden, sondern nur in Form einer Stellungnahme.  
Und deshalb will die ABDA nun einen Juristen einstellen, der die Verhandlungen im Sinne der Apotheker „beeinflussen“ soll. (Täte es da nicht ein bezahlter Externer?) Mein liebes Tagebuch, ist das alles nicht irre? Man kann es auf den Punkt bringen: Es scheint unmöglich zu sein, dass sich Ärzte, Kassen und Apotheker über das richtige Ausstellen eines Rezepts einigen. Da müssen die Apotheker einen hochdotierten Juristen einstellen, der Verhandlungen in die richtige Richtung beeinflusst. Apropos Retaxationen: Solche fehlerhaft ausgestellten Rezepte sollten eigentlich in Zukunft nicht mehr zur Retaxation führen. Andererseits müssten wir sie dann in der Apotheke korrigieren, dem Klinikarzt hinterhertelefonieren usw, was auch eine lästige Aufgabe wäre. Vielleicht hätte man einfach ein neues Entlassrezeptformular entwerfen sollen mit eindeutigen Feldern, ein Formular, das auch Klinikärzte ausfüllen können. Manchmal wünscht man sich das elektronische Rezept.

10. Juni 2016

Noch sowas Groteskes: Einst konnten die Rabattarzneimittelangebote für den Gottvater aller Rabattverträge, dem Vorsitzenden der AOK Baden-Württemberg, Christopher Hermann, nicht billig genug sein. Über Ausschreibungen zwang er Pharmafirmen in eine Spirale nach unten, immer nur billiger sollte es so sein. Und die Firmen boten so billig an, dass sie die Arzneimittel fast nicht mehr rechtzeitig in der gewünschten Menge liefern konnten. Jetzt kommt eine Firma, das Unternehmen Mibe, und will die Antibabypille der AOK und ihren versicherten Frauen bis zum 20. Lebensjahr schenken - und Hermann sagt Nein! Zumindest versucht er, Nein zu sagen. Er möchte die geschenkten Pillen nicht. Das sei Preisdumping und ein dreistes Geschäftsmodell, meint Hermann, andere Mitbewerber würden vom Markt gedrängt. Denn später würden Frauen bei dem ihnen vertrauten Präparat bleiben. Aber, aber Herr Hermann, auf einmal so mitfühlend? Außerdem ist das noch lange nicht gesagt, dass Frauen nicht doch mal wechseln. Mibe wollte sich das nicht gefallen lassen und ist sogar vor die Vergabekammer des Bundes  gegangen – und hat Recht bekommen. Das Oberlandesgericht hat nun entschieden, dass die Kasse das supergünstige Angebot annehmen muss. Hermann will weiter prüfen, ob er sich dagegen rechtlich wehren kann. Mein liebes Tagebuch, irgendwie putzig, dieser Streit.


Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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11 Kommentare

Je nachdem, von welcher Seite man es sieht ...

von Reinhard Herzog am 12.06.2016 um 13:49 Uhr

Gemessen an unserer Marktbedeutung von fast 50 Mrd. € müssten (und könnten) wir ganz andere Beträge in die Hand nehmen, um die Zukunft zu meistern und wirklich überzeugende Lösungen fertig durchzuentwickeln.

Für bloße Abwehrgefechte, omninöse "Pläne B", den Entwicklungen hinterher hecheln, eigene Vermögensverwaltung und eine gut geölte Problembeschaffungsmaschinerie für die eigenen Leute sind Haushalt und Stellen viel zu reichlich bemessen.

Denn:
Erfolg = Kapital mal Intelligenz mal Durchsetzungskraft.

Das mag jetzt jeder mal durchdeklinieren und sich dabei an wirklich erfolgreichen Vorbildern in der Wirtschaft orientieren ...

Allerdings fällt es in unserem Land auch immer schwerer, noch etwas zu reißen, Geld und Ideen hin oder her. Siehe nur die Posse Entlassrezept als ein winziges Mosaiksteinchen, dennoch bezeichnend.

Diese in Überregulierung, Paragrafen, Komplexität und Besitzstandsdenken erstickende und vor allem problem- und nicht lösungsorientierte Gesellschaft bekommt kaum mehr etwas hin, und wenn, dann sind es Mini-Resultate mit Maxi-Aufwand.

Machen wir uns nichts vor: Diese "hochentwickelten" Gesellschaften sind fertig. Quer durch alle Branchen. Nur traut sich (noch) niemand auf den Reset-Knopf zu drücken. Dazu geht es noch viel zu gut, ist noch viel zu viel Substanz da.

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NRW: Wendepunkt DAV-Kammern-ABDA?

von Wolfgang Müller am 12.06.2016 um 12:47 Uhr

In gewisser Weise die spannendste berufspolitische Meldung der Woche war vielleicht aber doch Folgendes, s. entsprechende DAZ-Berichterstattung und vor Allem erläuternde Kommentare:

Die Kammer Nordrhein verweigert der ABDA die Genehmigung von Mitteln auch, weil diese für - im weitesten Sinne - "Öffentlichkeitsarbeit" im "wirtschaftlichen Interesse" der Öffentlichen Apotheken verwendet werden sollen.

Für solche auch ziemlich "wirtschaftlichen" Belange der Öffentlichen Apotheken sei die ABDA, die ja von Kammern mitgetragen werde, schließlich nicht zuständig, sondern nur der DAV.

Es hätte sich somit verfestigt, was schon länger der Eindruck ist:
"Kammern" und "ABDA" sollen in der Interessenvertretung von Apotheker/innen eher stärker die "anderen" Kolleg/innen und Tätigkeiten zur Geltung bringen (s. u. "Berufsbild"- und de facto eher aus der normalen Apotheke hinausführende "Perspektivpapier"-Diskussion), die "Öffentlichen" hingegen vor Allem durch gesetzliche und sonstige Vorgaben steuern und kontrollieren. Und eher "Die Pharmazie in ihrer Heilberuflichkeit" allgemein hochhalten, wo auch immer sie betrieben wird. Unter Vermeidung der oft eher bremsenden Wirtschaftlichkeits-Aspekte.

Diese Positionierung erscheint schon länger evident (und wegen der Mehrheits- und Interessen-Verhältnisse folgerichtig), auch wenn die große Mehrheit von uns weiter in der "Öffentlichen" arbeitet, und von dieser als Eigentümer und Angestellter vor Allem auch "wirtschaftlich" abhängt.

Die Kammer-Abstimmung in NR könnte somit ein ehrlicher und daher sehr zu begrüßender, zu wichtigen Klärungen und endlich sauberen Aufstellungen führenderer Wendepunkt für unsere Standesorganisationen sein. Sehr viel wichtiger, weil strategisch grundlegender, als die allgemein organisatorisch-führungspsychologischen Aspekte, die vor Kurzem hier von Prof. Kapke dargelegt wurden.

Denn der Umkehrschluss lautet schließlich, ganz klar:
Der DAV sollte die derzeit offensichtlich sehr diszipliniert-straffe Einbindung in die ABDA überdenken, ebenso die Höhe seiner ABDA-Beiträge. Und sich dann zu genau dem "Starken", ABDA-unabhängigen DAV entwickeln, den Kollege Dr. Diefenbach hier dringend anmahnt.

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Selbst erfüllende Prophezeiung oder perpetuum mobile?

von Kerstin Kemmritz am 12.06.2016 um 12:34 Uhr

Ich bin die letzte, die behaupten würde, bei der ABDA wird nichts getan. Im Gegenteil, es wird sehr viel und sehr fleißig gearbeitet und das eine oder andere ist auch ohne Newsroom sogar für mich erkenn- und manchmal nutzbar (Leitlinien, BAK-Farbcode zum Arbeitsschutz, LeiKa-Vorlagen usw.).

Trotzdem würde ich den durchaus wohl begründeten Steigerungen des Haushalts keine Zustimmung erteilen, weil sich auf diese Art und Weise mit Ausnahme des AMNOG-Jahres eine Art Automatismus in Gang gesetzt hat, der sich weder in den politischen Ergebnissen widerspiegelt noch an den Bedürfnissen vieler Kollegen orientiert.

Die ABDA als Verein muss sich genauso wie jede andere Unternehmung fragen, wo Prioritäten zu setzen sind und wie die Aufgaben am besten bewältigt werden. Da diese Arbeit mit den Geldern von freiwilligen und Zwangsmitgliedern erreicht wird, ist die Frage nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis und Neustrukturierung mehr als gerechtfertigt, bevor nach mehr Geld (für neue wichtige Aufgaben) gerufen wird, zumal für die Interessenvertretung derjenigen, die wohl gut 80 % des ABDA-Haushaltes finanzieren trotz aller Bemühungen sehr wenig Ergebnisse erreicht wurden, die den Aufwand und die Steigerungen rechtfertigen. Das "Jetzt brauchen wir erst recht mehr Geld!" höre ich seit Jahren. Die Ergebnisse ändern sich dennoch nicht.

Die Frage nach einer effizienteren Struktur ist daher allemal mehr als angebracht. Ein Ehrenamt kann - wie der Name sagt und die vom Gesetzgeber gezogenen Grenzen zeigen - keine professionelle Hauptarbeit mal eben "nebenher" leisten. Bei aller Liebe und allem Bemühen. Ein Ehrenamt kann fachlichen Input geben, eine Art "Fachbeirat" sein, ein Ehrenamt kann kontrollieren und "Aufsichtsrat" sein, aber wenn für den Wegfall eines erfahrenen Ehrenamtlers 1,5 neue Stellen geschaffen werden sollen, dann läuft da etwas in der Organisation und Struktur völlig schief! Hier erwarte ich Diskussion und Lösungsvorschläge BEVOR nach mehr Geld gerufen wird.

4+4 ist mehr als genug. Aber diese Erkenntnis muss bei denen wachsen, die derzeit die Arbeit der ABDA machen. Oder meinen, machen zu müssen ...

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ABDA Haushalt

von Dr .DIEFENBACH am 12.06.2016 um 12:34 Uhr

Zu Frau Aures:DIESE Frage treibt mich seit Jahren um.Ich zahle über 3000 Euro Kammerbeitrag im Jahr,eine Debatte um die Berliner Szene findet auch hier kaum statt,da der Vorstand weitgehend allein entscheidet.Ich bin ja in unserem Finanzausschuss,in dem immer vorbildlich !!! -alles von Seiten unserer GF dargestellt wird.Ich finde auch:Das reicht nicht mehr!!Wir leben in wilden Zeiten,da muss doch auch Verständnis für die Sachlagen geschaffen werden,wenn man etwas umsetzen will.So wie es leider in vielen Organisationen läuft,bleibt dann ERST RECHT der Eindruck,Man braucht die Basis nur dann wenn es zweckmäßig erscheint.Und diese Phase ist vorbei und muss vorbei sein.Niemand unterstellt Planungen auf Teufel komm raus,aber dauernd neue Stellen ,die ja nun teuer sind:Da fehlt viel zu viel Hintergrundwissen für die,die es bezahlen sollen

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AW: TOP

von gabriela aures am 12.06.2016 um 12:51 Uhr

Der ABDA-Haushalt 2017 steht zumindest bei der Berliner Kammer am 21.Juni lt. Internet auf der Tagesordnung.
In Bayern wußten die einfachen Delegierten vermutlich gar nichts von den Plänen,bzw. dem anstehenden Termin.
Hr. Benkert als BAK-Vize und Dr. Hubmann als DAV-Vize waren sicherlich informiert, aber warum schlafende Hunde wecken ?
Und in NR scheint der Punkt kurzfristig aufgenommen worden zu sein, was ausgesprochen löblich ist.

ABDA Haushalt

von Dr .DIEFENBACH am 12.06.2016 um 12:33 Uhr

Zu Frau Aures:DIESE Frage treibt mich seit Jahren um.Ich zahle über 3000 Euro Kammerbeitrag im Jahr,eine Debatte um die Berliner Szene findet auch hier kaum statt,da der Vorstand weitgehend allein entscheidet.Ich bin ja in unserem Finanzausschuss,in dem immer vorbildlich !!! -alles von Seiten unserer GF dargestellt wird.Ich finde auch:Das reicht nicht mehr!!Wir leben in wilden Zeiten,da muss doch auch Verständnis für die Sachlagen geschaffen werden,wenn man etwas umsetzen will.So wie es leider in vielen Organisationen läuft,bleibt dann ERST RECHT der Eindruck,Man braucht die Basis nur dann wenn es zweckmäßig erscheint.Und diese Phase ist vorbei und muss vorbei sein.Niemand unterstellt Planungen auf Teufel komm raus,aber dauernd neue Stellen ,die ja nun teuer sind:Da fehlt viel zu viel Hintergrundwissen für die,die es bezahlen sollen

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Verschwörungstheorie ?

von gabriela aures am 12.06.2016 um 12:06 Uhr

Sehe ich mir die Termine der ABDA-Mitgliederversammlung (Ende Juni) und die der BLAK und des BAV an, dann frage ich mich,ob da System dahinter steckt.
Die Delegierten der BLAK trafen sich einige Tage vor öffentlicher Bekanntgabe des ABDA-Termins, somit waren die finanziellen Forderungen der ABDA kein Thema.
Keine Befragung, keine Abstimmung durch die Kammerdelegierten.
Die Mitglieder des BAV treffen sich Anfang Juli, nur wenige Tage NACH dem Termin in Berlin, wenn alles schon gelaufen ist.
Bedauerlicher Zufall oder vielmehr Absicht ?

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Struktur

von Dr.Diefenbach am 12.06.2016 um 10:39 Uhr

Wie oft wurde 4-5 LAVen sowie eine-falls politisch möglich-reduzierte Kammerzahl bereits ins Spiel gebracht?Wie oft wurde die Einstellung von Wirtschaftsfachleuten neben einer dann deutlich reduzierten Zahl Ehrenamtlicher gefordert??Wie oft haben wir zB bei einigen Großhändlern gesehen,dass durch das Installieren von Damen und Herren,die über effiziente Kontakte in die unmittelbaren Entscheidungsgremien verfügen letztendlich äußerst effektive Szenarien erreicht werden konnten???.Wie lange hängen wir dem Traum nach,das Papier 2030 würde dem Plattmachmechanismus wilder Europaakteure etwas entgegensetzen????-Vor Jahren war von Seiten des DAV eine "Großmacht" angedacht,mit Einkauf/,Wirtschaftsbetreuung,Fachbetreuung,Mittarbeiterbetreuung usw("alles aus einer Hand").Das scheiterte ua an wenigen Herren.Das war ein Fehler.Und ggf sollte ein mächtiger DAV wieder hier einsteigen.Unsere Zukunft liegt eben nur begrenzt im Fachlichen,ich bin auch nicht der Meinung,dass "andere"die Logistik besser können.Das zeigt sich täglich.

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Nölige Gattin...

von gabriela aures am 12.06.2016 um 10:07 Uhr

Das Gebahren der ABDA erinnert mich an folgendes Szenario:
Der Ehemann kommt nach einem anstrengenden Tag nach Hause und sagt mit ehrlich besorgter Miene zu seiner Frau:
"Schatz - unsere Existenz steht auf dem Spiel, eventuell sind wir auch bald pleite !"
Woraufhin die Gattin mit den Augen rollt und ihn genervt mit den Worten:
"Jaja, das ist ja blöd - aber ich muß jetzt los, ich brauche eine neue Tasche von Prada und ein Paar High Heels von Louboutin"
zur Seite schiebt.

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AW: Dann gibt es nur..

von Christiane Patzelt am 12.06.2016 um 10:23 Uhr

..den Weg zum Scheidungsanwalt. Wer nicht versteht, dass es zu einer auskömmlichen Situation beide Partner braucht, der wird vor die Tür gesetzt!
Ich leiste mir keine Partner, die das Geld mit vollen Händen aus dem Fenster schmeissen, dafür ist mir meine Lebenszeit zu schade für!

Aktuelle Effizienz von 34 Landesorganisationen

von Ulrich Ströh am 12.06.2016 um 8:46 Uhr

Es ist wirklich an der Zeit,eine Diskussion über die kostspielige und z.T.ineffiziente 17 plus 17 Struktur der Kammern und Verbände anzustoßen.
Die Steigerung der Mitgliedbeiträge für die einzelnen Landesorganisationen sind meist mittlerweile an die Entwicklung des ABDA -Haushalts angepasst .
Und kennen in den letzten drei Jahren nur einen Weg:
Nach oben!

Standespolitik muß sich an Resultaten messen lassen.
Denken wir nur an die Honorarentwicklung...

Konkret gefragt:
Was spricht bei uns im Norden gegen eine Nordkammer aus SH ,HH ,MV ,HB und Niedersachsen?

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