Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen

Sachsen-Anhalt: Heilberufler fordern einheitliche Angebote

Berlin - 14.01.2016, 12:30 Uhr

Heilberufler in Sachsen-Anhalt nehmen die Herausforderung der medizinischen Versorgung der Flüchtlinge „gern" an, fordern aber einheitliche Angebote. (Foto: Jürgen Hüls /Fotolia.com)

Heilberufler in Sachsen-Anhalt nehmen die Herausforderung der medizinischen Versorgung der Flüchtlinge „gern" an, fordern aber einheitliche Angebote. (Foto: Jürgen Hüls /Fotolia.com)


In Sachsen-Anhalt fordern Apotheker, Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten eine einheitliche und möglichst unbürokratische medizinische Versorgung von Flüchtlingen. Dabei helfen würde aus ihrer Sicht die Einführung einer Gesundheitskarte für Asylsuchende.

Nicht nur bundesweit gibt es große Unterschiede bei der medizinischen Versorgung von Asylsuchenden nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Auch innerhalb eines Bundeslandes läuft nicht alles nach einheitlichen Maßstäben. Das betonen die Heilberufler in Sachsen-Anhalt in einer gemeinsamen Erklärung anlässlich ihres  Neujahrsempfangs am 13. Januar in Magdeburg.

Sie stellen klar, dass sie die Herausforderung der medizinischen Versorgung der Flüchtlinge „gern annehmen“. Wer als Asylsuchender registriert ist, kann Gesundheitsleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in Anspruch nehmen. Die Umsetzung des Gesetzes verlaufe auf kommunaler Ebene jedoch recht unterschiedlich, monieren die Heilberufler. Sie fordern daher „eine einheitliche und weitgehend unbürokratische medizinische Versorgung von Flüchtlingen und Asylbewerbern im gesamten Bundesland Sachsen-Anhalt“.

Kostenübernahme muss geklärt sein

Die bisherige Praxis verunsichere Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und Apotheker gleichermaßen, betonen sie. Es sei zu wenig konkret geklärt, welche Leistungen vom Land, den Landkreisen und Städten übernommen werden. „Es darf nicht soweit kommen, dass Heilberufler, die Flüchtlinge behandeln und versorgen, letztendlich auf den Kosten der Behandlung oder des Rezeptes sitzen bleiben“. Nötig sei – auch im Sinne der Flüchtlinge – eine schnelle und einheitliche Behandlungs- und Kostenerstattungsregelung.  

Die Heilberufler weisen darauf hin, dass ihre Arbeit durch die unterschiedlichen Leistungsangebote für die Hilfe suchenden Menschen in den einzelnen Landkreisen erschwert werde. Geändert werden könne dies, indem landesweit eine einheitliche Gesundheitskarte eingeführt würde. Zudem müsse eine geeignete Form für einen länderübergreifenden Datenaustausch gefunden werden, etwa um den Impfstatus untereinander auszutauschen. „Das Angebot der Heilberufler an die Politik besteht, kurzfristig und unkompliziert beratend zur Seite zu stehen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

Bessere Kommunikationsangebote

Ferner fordern die Heilberufler, Angebote zu etablieren, die eine bessere Kommunikation mit den Flüchtlingen bzw. Asylsuchenden ermöglichen. Bei Sprachproblemen stünden Piktogramme, Fragebögen oder Merkblätter auf verschiedenen Sprachen zur Verfügung. Nur mit einer ordentlichen Verständigung bei der Behandlung könnten etwa verordnete Arzneimittel richtig angewendet und den Informationspflichten wie der Aufklärungspflicht Rechnung getragen werden.  

Tipps und Beispiele, wie Apotheker Flüchtlingen helfen können, finden Sie hier.


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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