Pharmazie in Leipzig

Neuer Dialog mit neuen Ministerinnen

Berlin - 19.11.2014, 16:53 Uhr


Seit vergangener Woche steht in Sachsen die neue Landesregierung – für die Apothekerschaft von Bedeutung sind dabei vor allem zwei neue Minister: Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) und Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange (SPD). Letztere könnte eine entscheidende Rolle für die Zukunft des Pharmazieinstituts Leipzig spielen – die Unileitung setzt jetzt auf einen guten Dialog. Außerdem ist eine Pharmazeutin als neue Finanz-Chefin der Uni Leipzig im Gespräch.

Die neue Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, in deren Ressort auch die Gesundheit fällt, ist studierte Verwaltungs-Betriebswirtin. Klepsch hat einige Jahre die Finanzen eines Kreiskrankenhauses verantwortet, war in der Stadt Annaberg-Buchholz als Kämmerin tätig und seit 2001 Oberbürgermeisterin der Großen Kreisstadt. Seit 2001 ist sie außerdem Mitglied im Hauptausschuss des Deutschen Städtetages und seit 2008 Mitglied im Ausschuss für Soziales, Bildung und Kultur des Sächsischen Städte- und Gemeindetages. Klepsch hat nun den Posten von Christine Clauß (CDU) übernommen, die sich klar gegen eine Schließung des Pharmazeutischen Instituts in Leipzig positioniert hatte.

Hoffnung ruht auf Wissenschaftsministerin

Auf einen guten Dialog setzt die Universitätsleitung speziell im Hinblick auf die neue Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst. Stange, die bereits von 2006 bis 2009 Sächsische Wissenschaftsministerin war, ist promovierte Mathematikerin und Physikerin. 1993 wurde sie zur Landesvorsitzenden der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) gewählt, 1997 zur Bundesvorsitzenden. Stange soll – so sieht es der Koalitionsvertrag von CDU und SPD vor – den Sächsischen Hochschulentwicklungsplan bis 2025 fortschreiben und dafür mit den einzelnen Hochschulen Zielvereinbarungen abschließen. Wann die Gespräche starten, ist der Uni Leipzig bislang noch nicht bekannt. Aber die Unileitung wartet bereits auf ein erstes Kennenlerntreffen.

Wie langanhaltend und tiefgehend der Dialog sein wird, muss sich allerdings noch zeigen. Denn es gibt Spekulationen, dass Stange im nächsten Jahr für das Amt der Dresdner Oberbürgermeisterin kandidieren könnte. Medienberichten zufolge will die aktuelle Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt vorzeitig niederlegen. Für die SPD ist den Berichten zufolge eine Kandidatur von Stange denkbar. Sollte sich dies bewahrheiten und sie tatsächlich auch gewählt werden, stünde sie nicht länger als Ministerin zur Verfügung. Dann müsste der Dialog mit den Hochschulen – und auch mit der Universität Leipzig – erneut starten.

Pharmazeutin soll Kanzlerin der Uni Leipzig werden

Mut macht im Hinblick auf die Zukunft der Pharmazie in Leipzig allerdings, dass eine Pharmazeutin neue Kanzlerin der Universität Leipzig werden soll: Prof. Dr. Birgit Dräger ist derzeit Prorektorin für Struktur und Finanzen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. In einem Magazin ihrer Uni ist zu lesen, dass der Hochschulrat der Universität Leipzig bereits einstimmig für Dräger als neue Kanzlerin der Hochschule votiert hat. Der Vorschlag von Prof. Dr. Beate Schücking, Rektorin der Uni Leipzig, habe zuvor bereits die Zustimmung des Leipziger Senats gefunden. Sofern das Wissenschaftsministerium zustimmt, könnte damit im kommenden Jahr eine Pharmazeutin an der Spitze der Leipziger Uni-Verwaltung stehen.


Juliane Ziegler


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