Universität Leipzig

Kleiner Hoffnungsschimmer für die Pharmazie

Berlin - 17.07.2014, 10:13 Uhr


An der Universität Leipzig keimt die Hoffnung auf, dass der enorme Stellenabbau – und damit möglicherweise auch die Schließung des Pharmazeutischen Instituts – doch noch verhindert werden kann. Am Mittwoch hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zur Änderung des Grundgesetzes beschlossen, der auch ein BAföG-Änderungsgesetz mit Übernahme des bisherigen Länderanteils vorsieht. Die dadurch für die Bundesländer frei werdenden Mittel könnten nach Meinung der Universität zur Verhinderung des bis 2020 vorgesehenen Stellenabbaus an den Hochschulen eingesetzt werden.

Der Gesetzentwurf sieht vor, die Kooperationsmöglichkeiten von Bund und Ländern in Wissenschaft und Forschung zu erweitern. Er würde es dem Bund ermöglichen, Hochschulen, einzelne Hochschulinstitute oder Institutsverbünde künftig auch langfristig zu fördern – bislang ist dies nur in Form von thematisch und zeitlich begrenzten Projekten erlaubt. Zudem ist im Gesamtpaket ein BAföG-Änderungsgesetz vorgesehen, durch das von den in dieser Legislaturperiode zusätzlich eingeplanten 23 Milliarden Euro insgesamt 9 Milliarden Euro des Bundes für Bildung, Wissenschaft und Forschung eingesetzt werden könnten.

In Sachsen gibt es bereits konkrete Vorstellungen, wie diese frei werdenden Landesmittel eingesetzt werden sollen. Der Freistaat kann nach Angaben der sächsischen Zeitung „Freie Presse“ mit knapp 85 Millionen Euro jährlich planen. Die Sächsische Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) geht von zusätzlichen 57 Millionen Euro aus – entsprechend dem Anteil der Studierenden-BAföG-Empfänger in ihrem Bereich. Schorlemer hat laut der Zeitung große Pläne: Sie will ihre Millionen in einen „Zusatzfonds Hochschulen“ packen, über den allein ihr Haus bestimmt. Als Schwerpunkte nannte sie die Förderung von Wissenschaftsnachwuchs, den Erwerb von Großgeräten für die Forschung, Zuschüsse für Hochschulbauten sowie die Medizin-Ausbildung an den Unis in Dresden und Leipzig.

Die Rektoren der sächsischen Hochschulen haben Schorlemer wiederum aufgefordert, die frei werdenden Mittel zur Verhinderung des bis 2020 vorgesehenen Stellenabbaus an den Hochschulen einzusetzen. Die 57 Millionen Euro jährlich sollten ab 2017 zur dauerhaften Finanzierung von Personalstellen an den Hochschulen genutzt werden, betont die Landesrektorenkonferenz Sachsen. Damit könnten etwa 1000 Vollzeitstellen finanziert werden, erklärte die Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz Sachen (LRK) und Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Beate Schücking. Der Zusatzfonds wäre indes nicht im Sinne der Hochschulen, weil er keine Auswirkungen auf deren Grundfinanzierung hätte.

Nach den bisherigen Plänen der Landesregierung sollen die sächsischen Hochschulen bis 2020 insgesamt 1042 Stellen einsparen. Grundlage für diese Pläne war eine prognostizierte sinkende Zahl der Studienanfänger. Diese Prognose hat sich jedoch nicht bewahrheitet, so dass nunmehr ein dringender Personalbedarf besteht. Ob die neue Situation tatsächlich die Rettung für das Pharmazeutische Institut sein wird, muss sich zeigen. Hoffnung, dass der Stellenabbau verhindert werden könne, bestehe durchaus, bestätigte ein Sprecher der Universität Leipzig – ob diese Hoffnung berechtigt ist, dürfte angesichts der derzeitigen Pläne der sächsischen Wissenschaftsministerin aber fraglich sein.


Juliane Ziegler


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