Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller

BAH: Der Dialog muss starten

Berlin - 20.05.2014, 16:08 Uhr


Die Bürger haben weder in die Regierung noch in die Arzneimittelhersteller ein ausgeprägtes Vertrauen, wenn es um wichtige Fragen des Gesundheitssystems geht. Dies zeigt die vierte Befragung im Rahmen des BAH-Gesundheitsmonitors. Mit 16 Prozent Vertrauenszuspruch liegen die Pharmaunternehmen sogar noch um einen Prozentpunkt vor der Politik. Für den BAH-Vorsitzenden Dr. Martin Weiser ein Zeichen, dass der Dialog beider Seiten besonders wichtig ist.

Seit einem Jahr lässt der BAH alle drei Monate 1000 Bürger zu ihrem Wohlbefinden, dem Image des Gesundheitssystems sowie unterschiedlichen Brennpunktthemen befragen. Geht es um das Vertrauen zu Akteuren im Gesundheitssystem, stehen Apotheker mit einem Wert von 66 Prozent für die Menschen an erster Stelle. Ärzte folgen mit 63 Prozent auf Platz zwei. Die gesetzlichen Krankenkassen belegen mit 39 Prozent den dritten Platz – Politik und Hersteller bilden dagegen das Schlusslicht.

„Natürlich würden wir uns etwas anderes wünschen“, sagte Weiser bei der Vorstellung der jüngsten Monitor-Ergebnisse in Berlin. Gerade deshalb sei der Dialog mit der Politik so wichtig. Und diesen Dialog hat die Große Koalition bekanntlich bereits in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt. Nun warten die verschiedenen Pharmaverbände darauf, dass es losgeht. Einen Termin für ein erstes Treffen gibt es allerdings noch nicht.

Weiser zeigte auf, welche Themen drängen: Es geht beispielsweise um Demografie, Arzneimittelsicherheit, Lieferfähigkeit, Forschung und den Wirtschaftsstandort Deutschland im globalen Wettbewerb. All dies müsse im Blick behalten werden, wolle man die bestmögliche Patientenversorgung. Es gehe aber auch um die Zukunft der Pharmabranche – denn diese habe es in Anbetracht von Preismoratorien, Rabattverträgen und intransparenten Entscheidungen des Gemeinsamen Bundesausschusses auch nicht leicht. So wundert sich Weiser nicht, dass sich Generikaunternehmen häufig gar nicht mehr um Zulassungen für Arzneien mit auslaufendem Patentschutz bemühten. Zu hoch sei der Preisdruck mittlerweile.

Und so hofft der BAH, dass all dies bald in einem ressortübergreifenden Dialog mit der Politik besprochen werden kann. Wichtig sei dabei, dass die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet wird. Es gehe nicht nur um Forschung und Entwicklung – auch was nach der Zulassung mit dem Arzneimittel geschehe, müsse im Blick behalten werden, betonte Weiser.


Kirsten Sucker-Sket


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