DAZ aktuell

Wenig Vertrauen in die Politik

Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller fordert Start des Pharma-Dialogs

BERLIN (ks) | 57 Prozent der Bundesbürger gehen davon aus, dass das deutsche Gesundheitswesen in zehn Jahren schlechter sein wird als heute. Nur 16 Prozent meinen, es werde besser sein als gegenwärtig. Den Parteien und der Bundesregierung trauen die Menschen kaum zu, bestehende Probleme kompetent zu lösen. Da ist das Vertrauen in die Akteure im Gesundheitswesen größer – vor allem in die Apotheker. Das zeigt die jüngste Befragung des Deutschen Gesundheitsmonitors des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH).

Seit einem Jahr lässt der BAH alle drei Monate 1000 Bürger zu ihrem Wohlbefinden, dem Image des Gesundheitssystems sowie unterschiedlichen Brennpunktthemen befragen.

Auf die Frage, welchen Akteuren im Gesundheitssystem sie vertrauen, nennen besonders viele die Apotheker. Sie stehen mit einem Wert von 66 Prozent an erster Stelle. Ärzte folgen mit 63 Prozent auf Platz zwei. Die gesetzlichen Krankenkassen belegen mit 39 Prozent den dritten Platz – Arzneimittelhersteller und Politik kommen hingegen nur auf 16 bzw. 17 Prozent. „Natürlich würden wir uns etwas anderes wünschen“, sagte der BAH-Vorsitzende Dr. Martin Weiser letzte Woche bei der Vorstellung der jüngsten Monitor-Ergebnisse. Gerade deshalb sei der Dialog mit der Politik so wichtig. Und diesen Dialog hat die Große Koalition bekanntlich bereits in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt. Nun warten die Pharmaverbände darauf, dass es losgeht. Einen Termin für ein erstes Treffen gibt es allerdings noch nicht.

Weiser zeigte auf, welche Themen drängen: Es geht beispielsweise um Demografie, Arzneimittelsicherheit, Lieferfähigkeit, Forschung und den Wirtschaftsstandort Deutschland im globalen Wettbewerb. All dies müsse im Blick behalten werden, wolle man die bestmögliche Patientenversorgung. Es gehe aber auch um die Zukunft der Pharmabranche – denn diese habe es in Anbetracht von Preismoratorien, Rabattverträgen und intransparenten Entscheidungen des Gemeinsamen Bundesausschusses auch nicht leicht. Und so hofft der BAH, dass all dies bald in einem ressortübergreifenden Dialog mit der Politik besprochen werden kann. Wichtig sei dabei, dass die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet wird. Es gehe nicht nur um Forschung und Entwicklung – auch was nach der Zulassung mit dem Arzneimittel geschehe, müsse im Blick behalten werden, betonte Weiser.

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