Rheumatoide Arthritis

Biologika verringern Sterberisiko

Bochum/Berlin - 22.08.2012, 10:25 Uhr


Vor 13 Jahren wurde in Europa das erste Biologikum zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis zugelassen. Zeitgleich haben Experten Biologika-Register in mehreren europäischen Ländern eingerichtet, um Sicherheit und Wirksamkeit der neuen Therapien zu prüfen. Dieses Register konnte jetzt erstmals zeigen, dass Rheuma-Patienten eine normale Lebenserwartung erreichen, wenn es gelingt, die Krankheitsaktivität dauerhaft zu kontrollieren.

Diese Register zeigen außerdem übereinstimmend, dass eine Behandlung mit den am längsten erprobten Biologika, den TNF-Blockern, das Krebsrisiko nicht erhöht. Bei der Behandlung mit TNF-Blockern besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Infektionen.

Fast 11.000 Patienten mit Rheumatoider Arthritis werden in dem seit elf Jahren bestehenden deutschen Biologika-Register RABBIT beobachtet – die Abkürzung steht für „Rheumatoide Arthritis: Beobachtung der Biologika-Therapie“. Darüber informierte jetzt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh).

Seit langem ist bekannt, dass die Lebenserwartung bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis verkürzt ist. Nach den Daten des RABBIT-Registers können Betroffene jedoch mit einer normalen Lebenserwartung rechnen, wenn es gelingt, die Krankheitsaktivität auf ein niedriges Niveau zu senken. Bei anhaltend hoher Krankheitsaktivität ist die Sterblichkeit hingegen dreimal höher als in der Normalbevölkerung. Die Sterblichkeit der mit Biologika behandelten Patienten ist nach den RABBIT-Daten im Vergleich zur konventionellen Therapie deutlich verringert.

Patienten, die eine Biologika-Therapie erhalten, müssen nicht mit einem erhöhten Risiko für Krebserkrankungen rechnen, wie etwa Lymphomen oder soliden Tumoren, so die übereinstimmenden Ergebnisse der europäischen Register. Hingegen ist das Risiko für schwerwiegende Infektionen erhöht. Aufgrund der Daten des RABBIT-Registers haben die Forscher einen Score entwickelt, mit dem Ärzte das Gesamtrisiko eines Patienten berechnen können. So erhöhen Biologika zwar das Infektionsrisiko; in der Summe kann es aber durch die Senkung der Krankheitsaktivität und die Einsparung von Glucocorticoiden niedriger sein als unter konventioneller Therapie. Der Score-Rechner steht im Internet zur Verfügung (www.biologika-register.de).


Dr. Bettina Hellwig


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