HIV-Prophylaxe mit Truvada®

"Pille davor" wegen Kosten und Schutzwirkung in der Kritik

26.07.2012, 14:00 Uhr


Was von vielen Medien als medizinische Sensation gefeiert wird, entpuppt sich beim zweiten Hinsehen als ein umstrittenes Unterfangen: die Zulassung des antiretroviralen Kombinationspräparates Truvada® zur HIV-Prävention in den USA. Denn anders als manche Schlagzeile vermuten lässt, schützt

Im Gespräch mit der DAZ verweist Dr. Annette Haberl, Sekretärin für Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Aids-Gesellschaft, darauf, dass es eine hocheffektive medikamentöse Prävention bereits gibt: die antiretrovirale Therapie von HIV-Infizierten. Sie reduziert das HIV-Infektionsrisiko nicht infizierter Partner um 96%.
Haberl glaubt nicht, dass Gesunde in Zukunft freiwillig Medikamente wie Truvada® einnehmen, mögliche Nebenwirkungen in Kauf nehmen und regelmäßige Arztbesuche absolvieren werden, um sich vor einer HIV-Infektion zu schützen. Truvada®, bestehend aus einer Kombination von Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat, wurde am 16. Juli 2012 von der FDA als erstes Medikament zur HIV-Präexpositionsprophylaxe zugelassen, allerdings nur zusammen mit weiteren Präventionsmaßnahmen. Gegen diese medikamentöse Prophylaxe sprechen auch die Kosten. Sie liegen bei rund 800 Euro im Monat. Das können sich, so Haberl, auch in den reichen Industrienationen nur die Wenigsten auf Dauer leisten.

Lesen Sie dazu das vollständige Interview mit Dr. Annette Haberl in
DAZ 2012, Nr. 30, S. 28 - 29


Dr. Doris Uhl


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