GKV-Finanzen im 1. Quartal 2012

Arzneimittelausgaben steigen um 3,7 Prozent

Berlin - 20.06.2012, 11:06 Uhr


Die gesetzlichen Krankenkassen haben in den ersten drei Monaten dieses Jahres 3,7 Prozent bzw. 280 Millionen Euro mehr für Arzneimittel ausgegeben als im Vorjahresquartal. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums sorgten Rabattverträge für Einsparungen in Höhe von 409 Millionen Euro.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im 1. Quartal dieses Jahres über alle Leistungsbereiche hinweg 1,58 Mrd. Euro mehr ausgegeben als im Vorjahresquartal. Damit stiegen die Leistungsausgaben geringer als erwartet. Prognostiziert war ein Plus von 4,5 Prozent – tatsächlich waren es 3,6 Prozent je Versicherten.

Der Anstieg bei den Arzneimitteln liegt damit nur knapp über dem Schnitt. Das Bundesgesundheitsministerium betont, dass auch die 7,92 Milliarden Euro, die in den ersten drei Monaten 2012 für Medikamente ausgeben wurden, noch immer um rund 100 Millionen Euro unterhalb der Ausgaben des 1. Quartals 2010 liegen. Der Ausgabenanteil der Arzneimittel lag von Januar bis März 2012 bei 17 Prozent der GKV-Gesamtausgaben.

Das Ministerium sieht sich daher einmal mehr bestätigt, dass das schwarz-gelbe Arzneimittel-Sparpaket richtig war und weiterhin wirkt. Die Zahlen machten aber auch deutlich, dass die kurzfristig wirksamen Maßnahmen – insbesondere das bis Ende 2013 befristete Preismoratorium und der erhöhte Herstellerrabatt für Nicht-Festbetragsarzneimittel – weiterhin erforderlich seien. Hätte man der Forderung der pharmazeutischen Industrie nachgegeben und den erhöhten Herstellerrabatt und das Preismoratorium frühzeitig aufgehoben, läge der aktuelle Zuwachs vermutlich wieder im annähernd zweistelligen Bereich, so das BMG.

Aus Sicht des Ministeriums kommt es jetzt darauf an, die Rahmenbedingungen für Wirtschaftlichkeit und Preiswettbewerb in der Arzneimittelversorgung und bei der Versorgung mit Impfstoffen dauerhaft zu verbessern. Dafür sollen die frühe Nutzenbewertung und die sich ihr anschließenden Preisverhandlungen sorgen.

Weitere Entlastung sollen neue Festbeträge sowie Rabattverträge bringen. Im Vergleich zum 1. Quartal 2011 konnten die Einsparungen durch vertraglich vereinbarte Rabatte von 304 Millionen Euro um 105 Millionen Euro auf 409 Millionen Euro erhöht werden.


Kirsten Sucker-Sket


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