Vorläufige GKV-Finanzergebnisse 2013

Einsparungen durch Rabattverträge wachsen weiter

Berlin - 05.03.2014, 16:50 Uhr


Nach den heute veröffentlichten vorläufigen GKV-Finanzergebnissen für das Jahr 2013 sind die Arzneimittelausgaben abermals nur moderat gestiegen. Während der Ausgabenanstieg über alle Bereiche hinweg bei 4,9 Prozent lag, betrug er bei Arzneimitteln nur 2,4 Prozent. Dies sei nicht zuletzt ein Erfolg der Rabattverträge, meint das Bundesgesundheitsministerium.

Die direkten Leistungsausgaben der Kassen stiegen 2013 um 5,1 Prozent je Versicherten; die Verwaltungskosten der Krankenkassen um rund 2,6 Prozent. Das BMG stellt zufrieden fest, dass sich in diesem Punkt seine Einschätzung bewahrheitet hat. Denn während der GKV-Spitzenverband bei der letzten Schätzerkreissitzung von einem Ausgabenzuwachs in Höhe von 5,4 Prozent ausging, entspricht der jetzt ausgewiesene Zuwachs etwa dem vom Ministerium und Bundesversicherungsamt erwarteten Anstieg.

Die drei größten Kostenblöcke der GKV entwickelten sich im letzten Jahr unterschiedlich. Am moderatesten ging es bei den Arzneimitteln zu, die 16 Prozent der Gesamtausgaben ausmachten. Sie lagen bei 32,21 Milliarden Euro – das sind 2,4 Prozent oder 890 Millionen Euro mehr als 2012. Das Ministerium weist darauf hin, dass der Anstieg vor allem im vierten Quartal spürbar war. In den ersten drei Quartalen lag das Plus noch bei 1,2 Prozent – in den letzten drei Monaten schoss es hingegen auf 6 Prozent hoch. Das Ministerium erklärt dies mit „Mengen- und Struktureffekten“.

Diese Entwicklung habe aber durch die weiter erheblich steigenden Einsparungen durch Rabattverträge deutlich gedämpft werden können. Diese Rabatte sind von rund 2,1 Milliarden Euro in 2012 auf 2,8 Milliarden Euro in 2013 gestiegen; das sind rund 760 Millionen Euro beziehungsweise 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Ohne diesen Sondereffekt – der bei den AOKen besonders deutlich ausfiel – hätte der Ausgabenanstieg im gesamten Arzneimittelbereich nicht 2,4 Prozent, sondern zwischen 4 und 5 Prozent betragen, so das BMG. Damit der Trend nach oben in diesem Jahr gezügelt wird, hat die Bundesregierung bereits das Preismoratorium für Arzneimittel bis Ende 2017 verlängert und Herstellerrabatt von 6 auf 7 Prozent angehoben – ausgenommen sind patentfreie, wirkstoffgleiche  Arzneimittel.

Ganz anders stellt sich die Situation bei den Ausgaben für die ambulante ärztliche Behandlung dar (18 Prozent der GKV-Gesamtausgaben). Hier lag der Zuwachs bei rund 10,6 Prozent je Versicherten. Dieses Plus, so das BMG, „dürfte neben den jährlichen regionalen Vergütungsanpassungen etwa in gleichem Ausmaß die Abschaffung der Praxisgebühr abbilden“. Da die Einnahmen aus der Praxisgebühr bisher mit der Gesamtvergütung verrechnet wurden, führe ihr Wegfall nun zu entsprechenden Mehrausgaben der Krankenkassen.

Für die Krankenhausbehandlung – in die ein Drittel aller GKV-Ausgaben fließen – gaben die Kassen im vergangenen Jahr 3,7 Prozent je Versicherten mehr aus. Dieser Zuwachs entspreche den Mehreinnahmen von rund 2,4 Milliarden Euro, den die Krankenhäuser  allein von den gesetzlichen Krankenkassen erhalten haben, so das Ministerium.

Die Netto-Verwaltungskosten der Krankenkassen stiegen 2013 übrigens um 2,6 Prozent je Versicherten auf 9,61 Milliarden Euro (5 Prozent der Gesamtausgaben). Damit sind sie nach einer zweijährigen Budgetierungsphase noch moderat gestiegen. Allerdings sei die Entwicklung bei den einzelnen Krankenkassen und Kassenarten durchaus unterschiedlich, so das BMG. In den Jahren 2011 und 2012 waren die Krankenkassen gesetzlich verpflichtet, ihre Verwaltungsausgaben auf dem Niveau des Jahres 2010 zu begrenzen.


Kirsten Sucker-Sket


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