Adexa im BMG

Flach: „Keine Eile“ bei der Apothekenbetriebsordnung

Berlin - 12.07.2011, 10:21 Uhr


Vertreterinnen der Apothekengewerkschaft Adexa waren letzte Woche zu Gast bei der Parlamentarischen Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Ulrike Flach (FDP). Gesprochen wurde unter anderem über die Novelle der Apothekenbetriebsordnung und eine Anpassung der Apothekenvergütung.

Wie Adexa mitteilte, habe man der Staatssekretärin eindringlich vor Augen geführt, wie es um die Situation der Apothekenangestellten bestellt ist: Trotz der gestiegenen Belastungen durch Rabattverträge, die Packungsgrößenverordnung oder die Mehrkostenregelung leisteten sie weiterhin eine hevorragende Arbeit. Allerdings müsse ihre Leistung auch honoriert werden. Und das werde zunehmend schwieriger, so Barbara Neusetzer, Erste Vorsitzende von Adexa: „Die Belastungen, die die Apothekenleiter tragen, werden schlussendlich durch Personalkürzungen aufgefangen.“ Bundesweit drohe der Verlust von bis zu 10.000 Jobs.

Adexa fordert daher in neues Vergütungsmodell für Apotheken: Nötig sei eine Dynamisierung, die sich sowohl an den allgemeinen Preissteigerungen als auch am steigenden Arbeitsaufwand orientiert. Flach erklärte, angesichts der Tatsache, dass es seit 2004 keine Anpassung der Apothekenzuschläge gegeben habe, befasse sie sich derzeit mit der Thematik. Sie verwies in diesem Zusammenhang allerdings auf die Federführung des Wirtschaftsministeriums. Ein Zurückrudern der Bundesregierung beim AMNOG hält sie dagegen für unwahrscheinlich.

Die Adexa-Vertreterinnen machten Flach auch deutlich, dass Berufsbilder überarbeitet, die Lehrpläne modernisiert werden müssten. Mit der Novellierung der PKA-Ausbildung sei man bereits gut voran gekommen. Für PTA spricht sich die Gewerkschaft für eine dreijährige Ausbildung aus. Gleichzeitig müsse man aber auch die Attraktivität des Berufes im Auge behalten. „Kompetenzbeschränkungen durch eine geänderte Apothekenbetriebsordnung sind da kontraproduktiv“, betonte die Zweite Adexa-Vorsitztende Tanja Kratt. Flach erklärte, sie werde die noch nicht fertiggestellte Apothekenbetriebsordnung hierauf kritisch prüfen. Allerdings gebe es bei der Novellierung „keine Eile“. Mit einem „gründlich überarbeiteten Entwurf“ sei frühestens nach der Sommerpause zu rechnen. Dennoch schade es nichts, sich bereits jetzt Gedanken zu machen, so die FDP-Politikerin.

Und die macht man sich bei Adexa: Eine „Apotheken light“ will man nicht. „Weder eine Reduzierung der Rezepturen noch eine Umverteilung der Notdienste auf die Hauptapotheke macht aus Sicht der Arzneimittelversorgung und der Sicherheit Sinn“, sagte Eva-Maria Plank, Leiterin der ADEXA-Fachgruppe ApothekerInnen. Was das Pick-up-Verbot betrifft, äußerte sich Flach ganz ähnlich wie Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr: „Geben Sie mir eine Formulierung an die Hand, die verfassungskonform ist.“ Adexa sieht den „Königsweg“ in einer konsequenten Umsetzung der Beratungspflicht, auch bei Versandapotheken. Nicht die Patienten sollen nachfragen, sondern die Apotheke, auch in ihrer Online-Form. Flach zeigte sich „interessiert“, das Bundesgesundheitsministerium werde „die Impulse aufnehmen.“


Kirsten Sucker-Sket


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