Angekündigte Reform

Adexa will die PTA-Ausbildung nicht der ABDA überlassen

Berlin - 04.07.2018, 10:10 Uhr

ADEXA-Vorstand Andreas May will lieber selbst mit der Politik über die Reform der PTA-Ausbildung sprechen als dies der ABDA zu überlassen. (m / Foto: ADEXA)

ADEXA-Vorstand Andreas May will lieber selbst mit der Politik über die Reform der PTA-Ausbildung sprechen als dies der ABDA zu überlassen. (m / Foto: ADEXA)


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat mehrfach bekräftigt, die PTA-Ausbildung reformieren zu wollen. Das gefällt auch der ABDA, die bereits signalisiert hat, als Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen. Das irritiert die Apothekengewerkschaft Adexa und den Bundesverband PTA, die sich als Initiatoren der Reform sehen. Und auch inhaltlich scheint die Adexa andere Vorstellungen von der Reform zu haben als die Apotheker.

Bereits zwei Mal hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei seiner wöchentlichen Facebook-Live-Diskussion das Thema PTA-Ausbildung angesprochen. Im Koalitionsvertrag der Großen Koalition steht, dass das Schulgeld für die Ausbildungsberufe im Gesundheitswesen grundsätzlich gestrichen werden soll – darunter fällt auch die PTA-Ausbildung. Doch Spahn will für PTA offensichtlich mehr. Auf die Frage eines Adexa-Mitglieds hatte er Mitte Juni bei Facebook erklärt: 


Der PTA-Beruf ist ein wichtiger Gesundheitsberuf. Ich habe mit den Apothekerverbänden darüber gesprochen, ob wir die PTA-Ausbildung nicht grundsätzlich reformieren sollten, sie in manchen Bereichen neu gestalten. Man könnte die Ausbildung erst einmal modernisieren. Man sollte sich auch da anschauen, wie ist die Finanzierung. Es gibt eine Ausbildungsvergütung – wie hoch ist die? Wie ist die Situation mit Schulen und Arbeitgebern im Verhältnis? Also auch eine Ausbildungsreform soll in dieser Legislaturperiode kommen. Da gehört auch die Frage der Schulzeit mit dazu.

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister


Auf das Thema ist die ABDA angesprungen. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt sagte vergangene Woche nach der ABDA-Mitgliederversammlung: „Da haben wir uns natürlich sofort als Gesprächspartner ins Spiel gebracht.“

May: Der PTA-Beruf ist ein eigenständiger Beruf

Das erstaunt allerdings die Apothekengewerkschaft Adexa. Ihr Vorstand Andreas May ist zwar froh, dass sich bei diesem Thema „endlich was tut“ – schließlich stehe er deshalb beständig im Kontakt mit dem Ministerium. Dennoch: „Mich wundert, warum die ABDA da mitspricht.“ Der PTA-Beruf sei seit 50 Jahren ein eigenständiger Beruf, betont er gegenüber DAZ.online. Adexa und der Bundesverband PTA hätten schon vor Jahren einen Runden Tisch zur PTA-Ausbildung ins Leben gerufen und die Ergebnisse im Bundesgesundheitsministerium vorgetragen. Dort sei man dann allerdings auf die Zeit nach der Bundestagswahl verwiesen worden.

Diese Zeit ist längst da und so erinnert Adexa weiterhin beharrlich an das Vorhaben. Adexa fordert insbesondere eine Verlängerung der zweijährigen Schulzeit um ein halbes Jahr. Schließlich wollten Apotheken Fachkräfte, sagt May. Er sieht die Inhalte der Ausbildung eher gewachsen – und dafür brauche es mehr Zeit. PTA sei einer von sehr wenigen Gesundheitsberufen, die nur eine Ausbildungszeit von zwei Jahren vorsehen. Die Bundesapothekerkammer, kritisiert May, wolle die Ausbildungsinhalte eher zusammenstreichen. „Das ist noch keine Novellierung, da muss sich schon mehr tun“, so May.  


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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12 Kommentare

PTA

von Wolf Wagner am 09.07.2018 um 18:32 Uhr

Liebe Leute. Über die Inhalte habt ihr bisher noch gar nicht gesprochen. Das verschiedene Lobbygrupen mitreden sollten, versteht sich von selbst. Was haltet ihr von folgenden Eckpunkten:
3 Jahr schulische Ausbildung am Berufskolleg.
Die Ausbildung endet mit dem Abschluss Fachabitur, wenn das praktische Halbjahr absolviert wurde. Das Curriculum muss modernisiert und nicht abgespeckt werden Die Gebühren entfallen, weil es sich um einen allgemeinbildenden Abschluss handelt.
Den PTA steht der Weg zur FH offen. Die Lehrer wären ordentliche Angestellte im Lehramt und nicht nur Honorarkräfte. Ich bin auf die Reaktionen gespannt.

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Adexa will die PTA-Ausbildung nicht der ABDA überlassen

von gerd reitler am 05.07.2018 um 12:26 Uhr

bei den vielen sinn- und lustlosen Ergüssen der ABDA in der Vergangenheit möchte ich auch nicht, dass die ABDA das System verschlimmbessert.
Mir fehlt jegliches Vertrauen in die ABDA - in jeder Hinsicht.
Die ABDA hat ja keine Ahnung vom Alltag.

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PTA-Ausbildung

von Andreas Kronsbein am 05.07.2018 um 10:02 Uhr

Gut, dass jetzt einmal Bewegung ins Thema kommt. Wir sind uns doch alle einig: Gute PTAs werden dringend in der öffentlichen Apotheke gebraucht. Die Ausbildung muss wirklich dringend überarbeitet und reformiert werden. Da sollten sich alle Betroffenen an einen Tisch setzen und gemeinsam nach Lösungen suchen, statt Kompetenzgerangel anzuzetteln.

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Kompetenzgerangel

von Holger am 05.07.2018 um 8:49 Uhr

Also dass die Berufsgruppe, deren Assistenz die PTA nun einmal darstellen, bei der inhaltlichen Ausgestaltung dieses Assistenzberufs ein Wörtchen mitzureden hat, finde ich weder verwunderlich noch unangemessen. Was mich aber wieder mal nervt ist die Tatsache, dass sich da die ABDA - die für mich als verlängerter Arm der Selbständigen in erster Linie deren Interessen und eben NICHT die ALLER Apothekers vertritt - als Protagonist geriert. Für mich ist die Frage, was PTA inhaltlich dürfen/müssen sowie die Frage, wie sie zu den hierfür erforderlichen Kompetenzen kommen, so lange keine arbeitgeberrelevante Frage, wie es sich eben NICHT um eine berufliche, sondern um eine schulische Ausbildung handelt. Das ist doch eine PHARMAZEUTISCHE Frage und somit Sache der KAMMER, also der Vertretung ALLER Apotheker, und nicht des "Arbeitgeberverbands"??!!

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AW: Besser Gerangel als weiter das entsetzliche Zukleistern echter Interessenlagen und normaler Konflikte!

von Wolfgang Müller am 05.07.2018 um 13:15 Uhr

Genau genommen gibt sonst ja fast gar kein "Kompetenzgerangel". Wegen „Der ABDA“, wo Alles zusammenläuft und ggf. sich eben ver-läuft. Und dann noch mit dem DAT als allumfassendem Hau-ruck-Konsens-Meeting. Ihre These ist es dagegen wohl, die ABDA sei praktisch ein gut funktionierender Arbeitgeber-Verband für die normalen Vor-Ort-Apotheken.

Es bleibt die alte, aber im aktuellen strategischen Umfeld viel wichtiger gewordene Frage, die mal zumindest BESSER geklärt werden müsste, wenn schon nicht vollkommen: Worum geht es eigentlich bei "Unserer" Standespolitik, und wessen Interessen werden eigentlich von wem vertreten?

Kann es eigentlich EINE Standespolitik geben, wenn dort dann die Interessen der Mehrheit der normalen Selbständigen langsam unterzugehen drohen? Die einfach als gute Gesundheits-Experten 100 Prozent Nachfrage-gerecht im kompetent beratenden, zugewandten Arzneimittel-Einzelhandel vor Ort mit auskömmlichen Geschäften überleben wollen? Und deren Interessen kostentreibenden, oft allerhöchst überflüssig ambitionierten, u. a. eher theoretisch-universitär-wissenschaftlichen, am Ende noch übertrieben hoheitlichen Aufsichts- und Sozialdarwinismus-Interessen vieler anderer Apotheker-Gruppen untergeordnet werden? Wie „Den Apotheker als Kaufmann braucht keiner“ und „Honorierung WEG von der Packung“? Oder „Wareneingangsprüfung muss weiter gemacht werden!“ und „Rezeptur muss defizitär bleiben!“; oder als hausgemachter Ober-Kracher: „Der Beruf muss sich von 30 Prozent Schwachleistern BEFREIEN (DAZ Stuttgarter Gespräche 2017)“.

Wirklich, ich habe das Gefühl, dass Ihre Interessen als Krankenhaus-Apotheker wohl am Besten vertreten werden. Eben von Ihrem eigenen, klar beauftragten und gegenüber seinem Auftrag vollkommen loyalen Verband. Der allerdings auch Glück hat, allein schon mit dem immanenten Wort „Klinisch“ per se perfekt auf Universitäts- und ABDA-Linie zu liegen. Der z. B. vehement ein Studium verlangt, was die Klinische Pharmazie stärker gewichtet (geschenkt, dass das dann auch den "Öffentlichen" zu gute kommen soll), und natürlich so viele Stationsapotheker wie möglich fordert, auch wenn sie dann woanders fehlen. Respekt dafür Ihrer profilierten Führungsspitze, auch bei meiner oft logischerweise vollkommenen gegensätzlichen, dem unkundigen Leser daher vielleicht respektlos erscheinenden Meinung.

Zu der PTA-Ausbildungsdebatte kann und muss selbstverständlich auch allen den wichtigen Apotheker-Verbänden Stellung bezogen werden. Auch von Ihrem, denn auch im Krankenhaus werden PTA beschäftigt. Aber mit Abstand der Haupt-Beschäftigungsort ist eben die Öffentliche, also muss die Ausbildung vor Allem mit deren Notwendigkeiten Schritt halten. Damit sind die wichtigsten Entscheider hierfür bzw. die wichtigsten Lobbyisten einmal den DAV, weil er vertreten müsste, was sich "Die Apotheken" von den PTA als Arbeitnehmer wünschen. Und andererseits die PTA selber, logischerweise, ggf. mit ADEXA-Unterstützung.

Ihre Meinung, dass das eine „Pharmazeutische“ und keine Arbeitgeber-Frage sei, und dass daher die Kammern als „Vertretung ALLER Apotheker“ einzig dafür legitimitiert sein sollen, halte ich – sorry – für bizarr.

Die Kammern und die Kammer-dominierte ABDA schienen bisher den Abstand von Apothekern zu PTA eher vergrößern als verkleinern zu wollen. Anstatt den Notwendigkeiten und Realitäten im Tagesgeschäft vor Ort zu folgen (PTA verkaufen und BERATEN, auch zu Rx!!!), und den PTA-Beruf attraktiver zu machen.

Kammern können zwar also auch etwas zum Thema PTA-Ausbildung sagen, da haben sie völlig Recht. Aber als PTA würde ich da auch höllisch aufpassen! Und Minister Spahn muss wissen, dass das dann eben auch Einflussnahme von Oben herab von einer beflissenen Aufsichts-Instanz quasi als Unfall zünftisch-abschottend, und kurioserweise trotzdem nicht einmal im Interesse zumindest der normalen Arbeitgeber sein könnte. Und perverserweise damit eben auch: Zum Nachteil der Flächendeckung, weil immer weniger „PTA in der Öffentlichen“ werden wollen, wenn die PTA nicht endlich etwas dichter an die Apotheker/innen herangerückt werden!

AW: @Wolfgang Müller

von Holger am 05.07.2018 um 13:31 Uhr

Ich glaube, wir können unseren kleinen Disput auf einen Aspekt kondensieren:

Sie halten die ABDA für kammer-dominiert.
Ich sehe, das jeder nicht-selbständige Apotheker in der ABDA eine Stimme hat, nämlich über seine Kammerzugehörigkeit. Jeder selbständige Apotheker hat hingegen ZWEI Stimmen - eine über die Kammer und eine über seinen LAV. Wer dominiert hier also???

AW: Vermeintliche Dominanz normaler Arbeitgeber in der ABDA

von Wolfgang Müller am 05.07.2018 um 14:10 Uhr

Auch wenn Ihre Rechnung ja irgendwie stimmt: Ganz ehrlich, NOCH SCHLIMMER.

Ich versteige mich da äußerst nüchtern zu der Analyse, die die entsprechenden Kontakte und Berichte leider meist bestätigen: Geht ein/e Apotheker/in erstmal geduldig den Weg in Richtung Kammer-, ja oft sogar Verbandsspitze, sagen wir sogar: hält er/sie es in den entsprechenden Gremien lang genug aus, verliert er/sie oft große Teile seiner eher bodennahen kaufmännischen Orientierung(oben angekommen, machen gewisse Dotierungen das auch etwas leichter). Und meint wohl oft, nun zum vollkommen hoheitlichen "Manager" heiliger pharmazeutischer Werte werden zu müssen. Und eben ein/e Zuchtmeister/in und Oberaufpasser/in, dafür dass die zurück gebliebenen ordentlich unter Druck bleiben. In einzelnen Fällen war das ja auch schon selbstmörderisch, blieb dann wenigstens nach Buden-Schließung das langjährig angesammelte Verbands-Manager-Geld.

Ganz klar, ein REINER Arbeitgeber-Verband würde vollkommen anders funktionieren. EINFACHER vor Allem auch. Oder glauben Sie, auch dort würde der Beruf eher zuchtmeisterlich verkompliziert werden, mit bewusster oder vielleicht bei einzelnen auch unbewusster Stoßrichtung eben: "Den Kaufmann als Apotheker bracht keiner?" Vollkommen undenkbar, außer von denen, die "Die Durchschnittlichen" eben knallhart los werden wollen (Friedhofs-Effekt).

Aber Holger, DAS war auch keineswegs unser zentrales Thema. "Pharmazeutisch" z. B. sei das PTA-Thema, und KEINE Arbeitgeber-Frage?

AW: Verbandsarbeit

von Holger am 05.07.2018 um 14:27 Uhr

Naja, eine gewisse "Abgehobenheit" wird sich nicht gänzlich vermeiden lassen, wenn man diese Tätigkeit ernst nimmt. Aber die Honorare für derlei Ämtchen fallen nicht vom Himmel, sondern werden im Regelfall von einem Gremium festgelegt, dessen Mitglieder nicht regelmäßig auch von Verbandshonoraren profitieren. Da lässt sich also was steuern.

Mit meiner Darstellung als "pharmazeutisch" meine ich:

Die Festlegung dessen, was der Apotheker darf bzw. muss erfolgt nicht über die IHK, den DAV oder sonst irgendwie auf kaufmännischen Wegen, sondern über pharmazeutische Regularien wie Apothekengesetz, ApBetrO oder Leitlinien der BAK. Für den PTA-Beruf gilt selbiges. Was hat die ABDA damit zu tun???

AW: Fragen Sie wirklich, was die ABDA "damit" zu tun hat?

von Wolfgang Müller am 05.07.2018 um 17:08 Uhr

Die ABDA "macht" die pharmazeutischen Regularien. Wie meistens, hier bei den PTAs mit enormen, vor Allem natürlich kaufmännisch/organisatorischen Auswirkungen aufs Tagesgeschäft!

Oder glauben Sie, das sind irgendwelche Außerpharmazeutischen, die sich die schicken Neuerungen einfallen lassen, und die Vereinfachungen blockieren? Das ist nicht Ihr Ernst, oder? "Eine Tee-Ecke muss noch rein!", "In der Hauptapotheke darf der Ingenieur aber nicht vertreten!" oder eben "DAS darf eine PTA nicht dürfen, da müssen wir die Ausbildung kurz halten, damit da keine Ansprüche entstehen!"

Ist es so schlimm, dass wirklich viele glauben, SOWAS kommt von außen? Nicht wirklich, oder?

AW: aussen-innnen

von Holger am 06.07.2018 um 8:27 Uhr

Natürlich weiß ich, dass die ABDA das "macht" - es gefällt mir aber nicht! Und natürlich ist die ABDA auch nicht "außen", sondern besteht ausschließlich aus Apothekern. Aber meiner Meinung nach hat die ABDA keinerlei Legitimation. Einzig die Kammern dürfen die pharmazeutischen Spielregeln festlegen (innerhalb des von Gesetz- und Verordnungsgeber vorgegebenen Rahmens), nach denen in Apotheken gespielt wird. Hingegen ist der DAV verantwortlich für die wirtschaftlichen Aspekte, z.B. Vertragsabschlüsse, Hilfstaxe, Notdienstgebühr etc. Und mein Wunsch ist, dass wir DAS wirklich voneinander trennen. Die ABDA hingegen vermischt das ständig in einer für mich weder nachvollziehbaren noch erträglichen Art und Weise, weil doch manchmal die handelnden Personen selber nicht mehr wissen, welchen Hut sie jetzt gerade auf haben.

AW: Genaugenommen: Kompetenzgerangel oder fehlende Kompetenz?

von Wolfgang Müller am 06.07.2018 um 11:53 Uhr

Ich glaube wirklich, dass wir ganz dicht beisammen sind, obwohl wir in ganz verschiedenen Bereichen arbeiten. Ich gehe nur bzgl. "DAV und Kammern" noch einen Schritt weiter, und - ja - das ist es, wofür ich hier "arbeite", dass es auch immer mehr Nicht-Selbständige verstehen, akzeptieren und uns Freiberufler unterstützen:

Es braucht sicher den Ansatz der Kammern, für pharmazeutische Regularien sich einzusetzen, um aus ihrer Sicht die Arzneimittelsicherheit den Notwendigkeiten anzupassen. Hierbei schießen die Kammern naturgemäß in ihren Findungs-Kommissionen weit übers Ziel hinaus - oft mit erstaunlichen Kuriositäten -, das ist bis dahin auch ok, es sind eben "Die Kammern".

Nun kommt aber bei der Regelarien-Findung der DAV schon direkt ins Spiel, bzw. kommt es bisher viel zu wenig, weil es eben die lähmende ABDA gibt: Der DAV muss die Kammern im kaufmännischen Überlebens-Interesse seiner Mitglieder vernünftig einbremsen und die pharmazeutischen Regulären auf ein sinnvolles und zeitgemäßes Maß zusammenstreichen. ohne dabei die pharmazeutische Verantwortung aus dem Blick zu verlieren! "Checks and Balances" heißt das in Amerika. Ohne dem würde Trump die Welt vielleicht wirklich bald in die Luft jagen .......

Diese Checks and Balances funktionieren m. E. bei uns wegen übermotivierter Kammern/ABDA und eines in der ABDA sich verlierenden DAV überhaupt nicht.

Die PTA-Ausbildungs-Frage wird dafür ein erneuter Prüfstein sein, ob es hier eine Änderung zum Besseren geben kann. Denn genau "Die Kammern" werden sich schlimmstenfalls stur weiter weigern, PTAs näher an "Die Apotheker" heran zu lassen ("So einfach wie Sie sich das vorstellen geht es aber nicht!"), und in "Der ABDA" gibt es dann einen zugekleisterten Kompromiss mit einem schwachen DAV. Und ADEXA geht mittendrin die Luft aus, in dem Getöse. Und es wird weiter zu wenig PTA geben, weil es "Den Kammern" zu egal ist, wie attraktiv dieser Beruf ist, und wie er bestmöglich die Selbständigen unterstützen kann. Hauptsache, "Die Apotheker" bleiben mit großem Abstand ganz weit oben.

Wirt werden sehen.

NATÜRLICH brauchen wir den PTA als "Apotheker light!"

von Wolfgang Müller am 04.07.2018 um 20:01 Uhr

Althergebrachte "Apothekers-Linie" ist wohl bisher: "Den PTA als Apotheker light wollen wir nicht". Deshalb ist ADEXA zu Recht skeptisch, inwieweit "Die ABDA" berechtigte PTA-Interessen vertreten kann. Aber, aus der Sicht eines eher an Fairness, Logik und Notwendigkeiten orientierten Selbständigen:

Es werden in Zukunft immer weniger Apotheker/innen in Öffentlichen Apotheken arbeiten wollen. Der Trend, Teilzeit zu arbeiten, wird sich verstärken.

Die Ansprüche von Pharmazie-Studienabsolventen gehen entsprechend der Lehre an den Universitäten außerdem immer mehr in die Richtung, in Öffentlichen Apotheken nicht mehr die klassischen Apotheken-Aufgaben des Arzneimttel-Einzelhandels mit Anwendung ihrer Kenntnisse vor Allem in der Selbstmedikation übernehmen zu wollen, sondern sich auf Neue pharmazeutische Dienstleistungen in der Optimierung der Verschreibungsmedizin zu konzentrieren.

Für den zuverlässigen Betrieb von ausreichend normalen Apotheken, die für die Flächendeckung notwendig sind, stehen aktuell weder ausreichend Apotheker/innen noch PTA zur Verfügung. Immer mehr Apotheken werden aus Personalmangel geschlossen bzw. unverkäuflich werden.

Filialisierung, die zur Flächendeckung immer wichtiger werden wird, kann oft aus Personalnot nicht stattfinden. Ich selber habe in den vergangenen zwei Jahren ausschließlich aus diesem Grund mehrere mir angebotene Apotheken, die als Filiale interessant gewesen wären, gar nicht erst näher geprüft. Man will sich doch nicht zum Opfer des Notstandes machen, der nun einmal endlich bekämpft werden müsste. Wo sogar der neue Gesundheitsminister sich offen dafür zeigt!

Also: Wir brauchen VIEL MEHR und noch besser ausgebildete PTA. Mit klarem Bekenntnis zu mehr Verantwortungsübergabe an diesen für die Öffentliche überlebenswichtigen Beruf. Dazu muss dann schon auch eine oft bessere Bezahlung kommen. Was aber unter den geschilderten Umständen (i. e. prozentual immer weniger Apotheker/innen in der Öffentlichen) möglich wäre.

Somit benötigen wir exakt den PTA als Apotheker light. Seien wir doch ehrlich: Die guten sind es doch sowieso schon, wo ist das Problem?

Die wirklich umfassend - also auch menschlich/sozial - richtig gute Apotheker/innen haben definitiv sowieso keine Probleme mit Super-PTA in höherer Verantwortung, zeigt mir die Erfahrung zu 100 Prozent. Abwehren wollen das vielleicht nur die Apotheker/innen, die sich eher fürchten, solch einer bodennahen Konkurrenz nicht standzuhalten. Dass GENAU DIE von der ABDA vertreten werden, ist es das, was ADEXA befürchtet/befürchten muss?

Der DAV als Arbeitgeber-Vertreter hat sicher keine Probleme mit immer mehr PTA mit noch besserer Qualifikation und mehr Verantwortung in der Öffentlichen! Im Gegenteil: Genau das muss SCHNELL ermöglicht werden, wenn es die Apothekerschaft überhaupt SELBER mit "Flächendeckung" ernst meint.

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