Einkaufskonditionen stark verschlechtert

Rohertrag geht deutlich zurück

Rostock - 02.05.2011, 13:15 Uhr


Die Roherträge der Apotheken sind gemäß den ersten vorläufigen Zahlen für 2011 deutlich gesunken. Der Rohgewinn im Osten geht von 24,1 Prozent auf 22,6 Prozent vom Nettoumsatz und im Westen von 26,3 Prozent auf 25,0 Prozent vom Nettoumsatz zurück.

Wesentliche Gründe für den Rückgang seien verschlechterte Einkaufskonditionen bei Rx-Arzneimitteln sowie Gebühren und andere Zusatzkosten der Großhandelsbelieferung. Doch das große Ausmaß dieses Trend sei bisher nicht zu erklären, meinte Meyer. Unsicherheiten würden sich noch aus den Meldungen zu den Lagerbeständen und Umsatzverschiebungen um den Jahreswechsel ergeben.

Viele Belastungen der Apotheken lassen sich bereits theoretisch aus dem AMNOG herleiten. So ermittelte die Treuhand Hannover als Einbuße allein aus dem erhöhten Zwangsrabatt jährlich 8500 Euro für eine Durchschnittsapotheke im Osten und 7100 Euro im Westen. Hinzu kommen die Belastungen durch veränderte Großhandelskonditionen. Bei einer Verschlechterung um 1 Prozentpunkt hätte eine Apotheke im Osten eine durchschnittliche Einbuße von jährlich 12.300 Euro, im Westen 8800 Euro, jeweils für die zu Lasten der GKV abgegebenen Arzneimittel. Für PKV-Arzneimittel kommen weitere Einbußen von 1000 Euro im Osten und 1400 Euro im Westen hinzu, jeweils für eine Durchschnittsapotheke.

Doch in der Praxis sind die Strategien der Großhändler verschieden. Zudem müssten die verhandelten und die tatsächlichen Konditionen unterschieden werden, weil Gebühren und Ausnahmen zu sehr unterschiedlichen Strukturen führen. Bei der Mitgliederversammlung des Apothekerverbandes Mecklenburg-Vorpommern gab Meyer Einblicke in die verwirrende Vielfalt. Als Fazit riet er zu sorgfältigen Prüfungen der Rechnungen und zu Verhandlungen mit dem Großhandel. Für die Zukunft ist Meyer weiterhin skeptisch, denn im Jahr 2013 werde sich die Änderung der Packungsgrößenverordnung stark auswirken. Wegen der größeren Packungen werde die Zahl der abgegebenen Packungen deutlich sinken - und damit das packungsbezogene Honorar der Apotheken.

Weitere Einzelheiten finden Sie in der nächsten gedruckten Ausgabe der DAZ.


Dr. Thomas Müller-Bohn