Wirtschaft

Abwärtstrend beim Rohgewinn gebrochen

Treuhand Hannover präsentiert erfreuliche Daten bei Wirtschaftsseminar des AV Mecklenburg-Vorpommern

ROSTOCK (tmb) | Der langjährige Abwärtstrend beim Rohgewinn der Apotheken wurde im ersten Halbjahr 2013 gebrochen. Der Rohgewinn stieg allerdings nur knapp unter den Wert von 2010 und erreichte damit annährend das Niveau aus der Zeit vor dem AMNOG. Immerhin wirken sich der gestiegene Festzuschlag und der verminderte Kassenabschlag nun positiv aus.
Foto: AZ/tmb
Konnte positive Zahlen vorlegen Torsten Eimicke, Treuhand Hannover

Die neuesten Zahlen der Steuerberatungsgesellschaft Treuhand Hannover für das erste Halbjahr 2013 präsentierte Torsten Eimicke beim Wirtschaftsseminar des Apothekerverbandes Mecklenburg-Vorpommern am 9. Oktober in Rostock. Demnach gab es auch beim Umsatz und beim Betriebsergebnis Zuwächse.

Beim Rohgewinn der Apotheken ging es praktisch seit der Einführung des Kombimodells 2004 nur bergab, aber für 2013 verzeichnet die Treuhand Hannover einen Anstieg. Demnach steigt der Rohgewinn einer durchschnittlichen Apotheke im Westen von 24,9 Prozent des Nettoumsatzes im Jahr 2012 auf 26,0 Prozent in diesem Jahr. Damit wird der Wert des Jahres 2010 (26,3%) nicht ganz erreicht. Für die Durchschnittsapotheke im Osten stieg der Rohgewinn von 22,6 Prozent (2012) auf 23,8 Prozent (2013) und liegt damit ebenfalls knapp unter dem Wert von 2010, der 24,1 Prozent betrug. In Mecklenburg-Vorpommern stieg der Rohgewinn von 23,2 Prozent (2012) auf 23,9 Prozent (2013). Wesentliche Ursachen für die besseren Zahlen sind offensichtlich der höhere Festzuschlag und der geringere Kassenabschlag. Zum Kassenabschlag merkte Eimicke an, dass die Aufteilung auf 1,75 Euro bzw. 1,85 Euro im ersten bzw. zweiten Halbjahr nicht genau zu einem Durchschnittswert von 1,80 Euro führen werde, weil im zweiten Halbjahr erfahrungsgemäß mehr Packungen abgegeben würden.

Umsatzanstieg nicht für alle

Bei den Apothekenumsätzen verzeichnete die Treuhand Hannover im Osten für das erste Halbjahr 2013 einen Anstieg von 4,4 Prozent (4,3% bei den GKV-Umsätzen; 5,2% bei PKV und Selbstmedikation) im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings habe sich Mecklenburg-Vorpommern unterproportional entwickelt und von den anderen Ländern abgekoppelt, weil dort vergleichsweise weniger Packungen als anderswo abgegeben wurden, so Eimicke. In Mecklenburg-Vorpommern stieg der Umsatz daher nur um 3,6 Prozent (3,0% bei den GKV-Umsätzen; 6,5% bei PKV und Selbstmedikation).

Diese Umsatzzuwächse sind jedoch Durchschnittszahlen und kommen nicht bei allen Apotheken an. Nur 68 Prozent der Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern legten beim Umsatz zu, bei 32 Prozent sank der Umsatz sogar trotz der Verbesserungen beim Festzuschlag und beim Kassenabschlag. Bezogen auf ganz Deutschland sei der Umsatz in 30 Prozent der Apotheken gesunken. Im Jahr 2012 war der Umsatz allerdings noch bei 44 Prozent der Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern zurückgegangen.

Mehr Gewinn im ersten Halbjahr

Die günstigeren Bedingungen wirken sich auch auf die Gewinn- und Verlustrechnung aus. Im ersten Halbjahr 2013 habe sich die Kostensituation kaum verändert, erklärte Eimicke. Daher steige das Betriebsergebnis (vor Steuern) einer Durchschnittsapotheke in Mecklenburg-Vorpommern von 6,4 Prozent des Nettoumsatzes im Jahr 2012 auf 7,1 Prozent im ersten Halbjahr 2013. Der Tarifabschluss werde allerdings im zweiten Halbjahr zu höheren Personalkosten führen, sodass die 7,1 Prozent nicht für das ganze Jahr gelten werden.

Eimicke präsentierte außerdem eine gesonderte Rechnung für Filialapotheken. Demnach liegt das Betriebsergebnis einer durchschnittlichen Filiale im Osten bei 5,5 Prozent des Nettoumsatzes und damit deutlich unter dem Ergebnis einer gleich großen Einzelapotheke von 7,4 Prozent des Nettoumsatzes. Allerdings würden zehn Prozent der Filialen im Osten ohne Gewinn und etliche davon sogar mit erheblichem Verlust arbeiten. 

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