Marketing

Versandapotheke lockt mit Rabatten, Zugaben und Bonussystemen

Stuttgart - 03.11.2010, 13:49 Uhr


Eine Versandapotheke in Niedersachsen spricht mit ihrem Nebensortiment insbesondere Jäger als Kunden an. In ihrem Sortiment finden sich viele Waren, die für Jäger interessant, aber durchaus nicht apothekenüblich sind. Durch Rabatte, Zugaben, ­Bonussysteme und Internet-Auktionen lockt sie ihre Kunden. Dieses Geschäftsmodell dürfte sich jenseits rechtlich zulässiger Grenzen bewegen.

Nach dem Aufrufen der Internetseite der „Jäger-Apotheke“ fallen auf den ersten Blick die Rubriken „Jäger spezial“, „Prämienkatalog“, „Bonussystem“ und „Gewinnspiel“ ins Auge. Unter dem Punkt „Prämienkatalog“ finden sich lange Listen von Prämien für „den Jäger“ und „die Jägerin“.

Im Bereich „Jäger spezial“ stößt man auf viele Artikel, die nicht das Kriterium „apothekenübliche Ware“ erfüllen und sich normalerweise in den Katalogen einschlägiger Waffengeschäfte finden, beispielsweise Ballistol Waffenpflegeset, Balsin Schaftöl, Klever Schnellbrünierung, ein Mündungsschoner aus Gummi und ein Blitzetui (fördert die „schnelle Schussbereitschaft“).

Das Bonussystem, das nach einem ­Urteil des Bundesgerichtshofs zweifelsfrei unzulässig ist, funktioniert nach dem Prinzip, dass bei jedem Einkauf Punkte gesammelt werden, die gegen Artikel aus dem Prämienkatalog eingelöst werden können.

Zur Akquise neuer Kunden nutzt der Betreiber der „Jäger-Apotheke“ auch das Portal eGun, das insbesondere Jäger, Schützen und Angler zur Zielgruppe hat; dort bietet er einige Waren auf Internet-Auktionen an. Wenn der Kunde die Bestellung eines freiverkäuflichen Produkts mit dem Einlösen eines Rezepts kombiniert, berechnet die „Jäger-Apotheke“ keine Versand­kosten.

Mehr über das merkwürdige Geschäftsmodell der „Jäger-Apotheke“ können Sie in unserem Beitrag in DAZ 44 lesen.


Dr. Wolfgang Caesar