Diagnostik

Autismus zeigt sich an den Augen

12.11.2009, 07:04 Uhr


Wissenschaftler der Universität Missouri haben einen Pupillenreaktionstest entwickelt, mit dessen Hilfe sie das Vorliegen einer autistischen Erkrankung bei Kindern mit einer Genauigkeit von 92,5 Prozent erkennen können

Eine Erkrankung des autistischen Formenkreises betrifft heute etwa eines von 50 Kindern. Trotz dieser hohen Fallzahl ist Autismus bislang relativ schlecht verstanden und es gibt keine objektiven Testmethoden zur Diagnose. Auf der Suche nach einer solchen Diagnosemöglichkeit sind Wissenschaftler um Gang Yao nun auf die Pupillenreaktion gestoßen. In einer Studie setzten sie kurze Lichtimpulse ein, um den Pupillenreflex unter dunklen und hellen Bedingungen zu testen (PLR-Test, Pupillen-Lichtreflex-Test. Dabei stellten sie fest, dass Kinder mit Autismus signifikante Unterschiede bei den PLR-Parametern zeigten als gesunde Kinder. Insbesondere reagierten ihre Pupillen deutlich langsamer. Laut Yao konnte ein Autismus mithilfe des Tests mit einer 92,5-prozentigen Sicherheit diagnostiziert werden. Für einen Routineeinsatz des Tests ist es noch zu früh. Sollten sich die Ergebnisse der Studie jedoch in größer angelegten Untersuchungen bestätigen, kann sich Yao vorstellen, dass der Pupillen-Lichtreflex zu einem Biomarker für Autismus wird, der ein frühes Screening und damit eine frühe Behandlung betroffener Kinder ermöglicht.

Quelle: Pressemitteilung der Universität Missouri vom 11.11.2009


Dr. Beatrice Rall


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