Prisma

Kein Grund mehr zum Streiten

Korallenbleiche besänftigt Fische

us | Korallen sind für ihre schillernden Farben bekannt. Mit dem Klimawandel lässt ihre Farbpracht jedoch zunehmend nach, denn Korallenriffe sind empfindliche Ökosysteme. Steigende Wassertemperaturen führen zum Ausbleichen und schließlich zum Absterben der Korallen. Damit verlieren viele der in den Riffen lebenden Fischarten ihre Nahrungsquellen.
Foto: Talya – stock.adobe.com
Verlieren Falterfische ihren Kampfgeist, könnte das ein erster Hinweis auf ein ­Korallensterben sein.

Darunter auch die Falterfische (Chaetodon). Normalerweise verteidigen diese auffällig bunt gefärbten tropischen Meeresfische ihren Lebensraum entschieden gegen Konkurrenten. Ein Team um die Meeresforscherin Sally Keith von der Lancaster University untersuchte dieses Verhalten nun genauer. Dabei kam den Forschern zugute, dass sie vor, während und nach der großen globalen Korallenbleiche des Jahres 2016 Daten sammeln konnten. Sie dokumentierten über 5000 Begegnungen von 38 verschiedenen Falterfisch-­Arten in den Riffen des Indopazifiks. Dabei stellten sie fest, dass die Zahl der Falterfische zwar gleich blieb, sich der Kampfgeist der Tiere mit dem Ausbleichen der Korallen aber um etwa zwei Drittel reduzierte. Mit dem Absterben ihrer Nahrungsquellen scheinen die Fische keinen Grund mehr zu haben, Energie auf das Vertreiben von Rivalen zu verschwenden. Das Verhalten der Riff­bewohner könnte zukünftig als Indikator für ein bevorstehendes Korallensterben dienen. |

Quelle

Keith SA et al. Synchronous behavioural shifts in reef fishes linked to mass coral bleaching. Nature Clim Change 2018;85:133, doi:10.1038/s41558-018-0314-7

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